Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Februar-Wetter schürt Spekulationen um Extrem-Sommer 2026

Kommt nach dem milden Spätwinter automatisch ein heißer Sommer? Die Antwort überrascht selbst erfahrene Wetterbeobachter. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Der ungewöhnlich milde Ausklang des Februars sorgt vielerorts für Diskussionen über mögliche Folgen im Sommer. Wenn die Temperaturen bereits jetzt deutlich über dem langjährigen Mittel liegen und sich erste frühlingshafte Tage einstellen, entsteht schnell der Eindruck, dass auch der kommende Sommer besonders heiß werden könnte.

Heißer Sommer nach sehr warmem Februarende? Hängt da irgendwas zusammen? Diplom-Meteorologe Dominik Jung geht der Sache wissenschaftlich nach.

Tatsächlich tauchen immer wieder Bauernregeln oder einfache Faustformeln auf, die einen milden Spätwinter mit Hitzeperioden im Sommer in Verbindung bringen. Solche Aussagen klingen plausibel, weil sie einem intuitiven Gefühl folgen: Wenn die Atmosphäre früh warm ist, könnte sich dieser Trend fortsetzen. Doch so einfach funktioniert das Wetter nicht, auch wenn einzelne Jahre scheinbar solche Zusammenhänge bestätigen.

Frühes Wärme-Wetter sorgt für Spekulationen um Sommer 2026 – was die Wissenschaft wirklich sagt

Aus meteorologischer Sicht gibt es kaum belastbare Hinweise darauf, dass ein milder Februarschluss automatisch einen heißen Sommer nach sich zieht. Die Atmosphäre verändert sich ständig, und stabile Zusammenhänge über mehrere Monate hinweg sind selten. Wetterlagen lassen sich meist nur etwa zehn bis vierzehn Tage halbwegs zuverlässig vorhersagen.

Danach spielen neue Entwicklungen eine entscheidende Rolle. Ob ein Sommer tatsächlich sehr warm verläuft, hängt stärker von Faktoren wie anhaltenden Hochdrucklagen, trockenen Böden oder bestimmten Zirkulationsmustern ab. Ein warmer Spätwinter allein liefert dafür keine sichere Grundlage. Statistische Auswertungen zeigen, dass Jahre mit mildem Februar sowohl heiße als auch kühle Sommer hervorbringen können.

Februar-Hinweise auf Wetter im Sommer: Wo dennoch ein Zusammenhang entstehen kann

Ganz ausgeschlossen sind indirekte Effekte allerdings nicht. Wenn sich das milde Wetter bis in den Frühling hinein fortsetzt, können Böden früher austrocknen und Pflanzen früher wachsen. Bleibt im Frühjahr wenig Niederschlag aus, kann die Verdunstung sinken und sich die Luft im Sommer schneller aufheizen. In solchen Fällen können hohe Temperaturen begünstigt werden, ohne dass der milde Februar selbst die Ursache wäre. Entscheidend ist daher nicht das aktuelle Wetter allein, sondern die weitere Entwicklung bis in den Mai und Juni hinein. Erst dann zeigt sich, ob aus dem frühen Frühlingsgefühl tatsächlich eine heiße Sommersaison entstehen kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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