Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Eisheiligen stehen kurz bevor: Wettermodelle zeichnen gleich zwei konkrete Szenarien

Die Eisheiligen 2026 haben ein verrücktes Timing. Doch droht zum Feiertag wirklich Frost-Alarm? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Die fünf „gestrengen Herren“ haben in diesem Jahr ein Timing wie aus dem Drehbuch: Mamertus macht den Auftakt am Montag, dem 11. Mai, Pankratius folgt am 12. Mai, Servatius am 13. Mai – und dann landet Bonifatius punktgenau auf dem 14. Mai. Das ist Christi Himmelfahrt, also Vatertag. Den Schlusspunkt setzt die Kalte Sophie am 15. Mai.

Das Wetter zeigt sich am Donnerstag (14. Mai) zu Christi Himmelfahrt ziemlich kühl. Lokal könnten die Temperaturen am Tag sogar unter 10 Grad liegen.

Der Feiertag liegt damit exakt in der Mitte der Eisheiligen-Periode. Meteorologisch betrachtet ein hochspannender Zufall – und für viele Hobbygärtner die alles entscheidende Frage: Müssen die Tomaten zurück ins Warme? Derweil erlebt Pakistan eine Hitzewelle.

Frost-Alarm zum Vatertag? Das sagen die Wetter-Modelle

Ich schaue jeden Morgen in die ECMWF-Läufe und in die Berechnungen von NOAA – und das Bild ist deutlich entspannter, als die alte Bauernregel vermuten lässt. Beide Systeme rechnen für die Woche vom 11. bis 17. Mai mit Werten, die rund zwei bis drei Grad über dem langjährigen Klimamittel liegen.

Ein klassischer Eisheiligen-Einbruch mit flächigen Minusgraden in der Nacht? Halte ich Stand heute für eher unwahrscheinlich. Aber Achtung: Bodenfrost in Senken, Tälern und über offenen Flächen ist nie ganz vom Tisch – vor allem in den klaren Nächten zum Mittwoch und Donnerstag dieser Woche, also schon vor den eigentlichen Eisheiligen.

In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene

Eine Superzelle am Himmel.
Katastrophale Unwetter sind in den Nachmittagsstunden über das Erzgebirge hinweg gezogen
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Unwetter-Alarm in Deutschland: Sturmtief Jitka ist im Anmarsch. Der DWD warnt vor einer „ausgewachsenen Sturmlage“ am Mittwoch (24. Januar).
In Deutschland selten, aber möglich: Die faszinierendsten Wetterphänomene

Tageshöchstwerte – warum das Wetter bis Mitte Mai trotzdem frisch wird

Nach dem Sommer-Vorgeschmack mit knapp 29 Grad zum Monatsstart kippt die Wetterlage komplett. Ein Tiefdruckkarussell über Mitteleuropa schaufelt feuchte, kühle Luft zu uns. Für Vatertag selbst sehe ich eine offene Lage: Je nach Strömung sind 11 Grad mit Schauern genauso drin wie 24 Grad mit Sonne. ECMWF tendiert aktuell zur kühleren Variante, die Amerikaner halten dagegen. Ich würde mich auf alles zwischen sehr frisch und angenehm mild einstellen – und einen Regenschirm einpacken.

Tomaten, Gurken, Basilikum: Lieber noch eine Woche warten. Die alte Regel „nach der Kalten Sophie“ hat ihren Grund. Empfindliche Kübelpflanzen über Nacht ins Haus holen oder mit Vlies abdecken – vor allem jetzt in den klaren Nächten dieser Woche. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die jungen Pflanzen bis zum 16. Mai im Topf. In den nächsten zwei Wochen prognostiziert ein Modell sogar bis zu 200 Liter Regen.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met / www.wetterdata.de

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