So ist die Lage in München
Ölpreis crasht nach Iran-Waffenruhe deutlich – wird Tanken jetzt endlich billiger?
Die Waffenruhe im Iran-Krieg lässt die Ölpreise einbrechen. An den Tankstellen geht es am Mittag zwar noch einmal nach oben – doch es gibt auch gute Nachrichten für Autofahrer.
Der Ölpreis fällt drastisch ab – und das macht sich kurzfristig auch an den Tankstellen bemerkbar. Der große Preisaufschlag zur Mittagszeit ist am Mittwoch zumindest in München ausgeblieben. Trotz abgestürzter Rohölpreise haben die allermeisten Tankstellen am Mittwochmittag ihre Preise jedoch erhöht.
Im Durchschnitt wurde Diesel bei mehr als 100 Tankstellen in München und Umgebung laut dem Portal clever-tanken.de um zwei Cent teurer. Zur Mittagszeit stieg der Preis von durchschnittlich 2,44 Euro pro Liter auf 2,46. Beim Super E10 gab es einen Preisaufschlag um drei Cent – von 2,15 Euro auf 2,18 Euro. Wie ein Besuch mehrere Tankstellen zeigt, gab es um 12 Uhr teils sogar überraschende Preissenkungen.
Trotz Waffenruhe im Iran: Preise für Super und Diesel steigen – allerdings weniger deutlich
Auf Basis von ADAC-Daten liegen die Münchner Preise damit unter dem bundesweiten Schnitt. Demnach verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 in ganz Deutschland zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent. Nach der Erhöhung kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,208 Euro, ein Liter Diesel 2,471 Euro.
Bei genauer Betrachtung deuten die jüngsten Anhebungen in Richtung sinkender Spritpreise, denn der Anstieg am Mittwochmittag war der bisher niedrigste seit Einführung der 12-Uhr-Regel vor einer Woche. Demnach dürfen die Mineralölkonzerne nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen – um 12 Uhr. Der Liter Diesel lag am Dienstag zur Mittagszeit erstmals sogar bei mehr als 2,50 Euro (ist dann aber wieder abgefallen). Preissenkungen seien „jederzeit zulässig“, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gebetsmühlenartig betont. De facto hat sich das Tanken trotz Tankpreisbremse aber systematisch verteuert (siehe Grafik).
Noch vergangene Woche hatten die Preissprünge um die Mittagszeit teilweise mehr als 10 Cent betragen, nun geht es weniger stark nach oben.
ADAC: „Man kann das Österreich-Modell als gescheitert ansehen“
Wie der ADAC mitteilt, sind die Kraftstoffpreise zuletzt „dramatisch gestiegen“. Demnach verteuerte sich Diesel binnen einer Woche um 13,1 Cent je Liter, Super E10 um 8,1 Cent. „Angesichts eines für beide Stichtage vergleichbaren Ölpreises und dennoch stark zulegender Kraftstoffpreise, kann man das so genannte Österreich-Modell als gescheitert ansehen“, heißt es weiter. Der ADAC erklärte, es bestätige sich zusehends, „dass Mineralölkonzerne die einmal tägliche Erhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag nutzen“.
Ist dieses Risiko nun geringer? Der Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus geeinigt. Der DAX startete daraufhin mit kräftigem Plus, der Ölpreis stürzte um gut 15 Prozent auf aktuell etwa 95 US-Dollar ab. „Dies muss nun von der Mineralölindustrie zügig an die Verbraucher weitergegeben werden“, fordert der ADAC. „Die Kraftstoffpreise befinden sich auf einem sehr hohen Niveau. Der jetzt abgestürzte Rohölpreis sollte sich unverzüglich auch an den Zapfsäulen widerspiegeln.“
Klar ist: Durch die mögliche Entspannung im Iran ist der Ölpreis zwar abgefallen; neue Tanker können so schnell aber nicht nach Deutschland kommen. Das dauert. Die Mineralölkonzerne dürften daher argumentieren, dass sich der Preis entsprechend erst verzögert stark verändern werde. Zur Wahrheit gehört aber auch: Als die Lage im Nahen Osten eskalierte, schlug sich das sofort auf die Preise an der Zapfsäule nieder. Und das, obwohl der damals verkaufte Sprit ja noch zu deutlich günstigeren Konditionen eingekauft worden war. Doch dann kam der angesprochene „Risikozuschlag“ – der das Tanken auch weiterhin vorerst teuer bleiben lässt. Eine weitere Preisexplosion zur Mittagszeit scheint zumindest in München aber abgewendet.
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