Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Droht der große Winter-Crash? Anzeichen für Polarwirbel-Kollaps verdichten sich
Hinweise auf einen geschwächten Polarwirbel nehmen zu. Droht Deutschland jetzt ein außergewöhnlich kalter Winter? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Der Polarwirbel ist eine gigantische Luftwalze über der Arktis, die im Winter normalerweise stabil rotiert und die eisige Polarluft sicher einschließt. Doch aktuelle Modellanalysen zeigen, dass dieser Wirbel in den kommenden Wochen unter Druck geraten könnte.
Ein instabiler oder gar kollabierender Polarwirbel zählt zu den spannendsten Großwetterphänomenen des Winters. Wenn sich der Wirbel abschwächt, kann kalte Luft leichter aus dem hohen Norden nach Süden ausbrechen.
Wetterphänomen Polarwirbel beeinflusst Winterwetter in Europa
Meteorologen beobachten derzeit Hinweise auf Wellenbewegungen in der Stratosphäre, die dem Wirbel zusetzen. Ein solcher Prozess geschieht nicht oft, doch wenn er auftritt, hat er potenziell enorme Auswirkungen auf das Winterwetter in Europa und Nordamerika. Aktuell wirbelt eine Polarfront das Wetter in Deutschland komplett durcheinander.
Das passiert, wenn der Polarwirbel zusammenbricht
Kommt es zu einem sogenannten „Sudden Stratospheric Warming“, also einer plötzlichen Erwärmung der Stratosphäre, kann der Polarwirbel regelrecht auseinanderbrechen. Die kalte Luft würde nicht länger am Pol gefangen bleiben, sondern sich in mehrere Kaltluftkerne aufspalten, die dann ungehindert in mittlere Breiten wandern. Das Resultat wären markante Kälteeinbrüche, verbreitete Schneefälle und langanhaltende Frostperioden.
Allerdings ist ein Kollaps des Polarwirbels keine Garantie für extremen Winter in Mitteleuropa. Er erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass sich blockierende Wetterlagen aufbauen, die kalte Luft über Tage oder sogar Wochen festhalten können. Gerade in Deutschland können solche Situationen zu eisigen Wochen führen, während andere Regionen mild bleiben.
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Extremer Kältewinter in Deutschland 2025 – Prognosen noch offen
Ob es tatsächlich zu einem voll ausgeprägten Polarwirbelkollaps kommt, ist noch offen. Die aktuellen Signale deuten auf eine mögliche Schwächung hin, doch kleine Veränderungen in der Stratosphäre können Prognosen schnell umwerfen. Sollte der Wirbel jedoch tatsächlich nachgeben, steigen die Chancen auf längere Kältephasen auch in Mitteleuropa merklich an.
Ein solcher Winterverlauf könnte Schnee in tieferen Lagen wahrscheinlicher machen und die Energie- und Verkehrslage herausfordern. Sicher ist: Der Winter 2025 dürfte spannender und potenziell dynamischer werden als viele seiner Vorgänger. Im Dezember könnte der Jetstream eine Rolle spielen.
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