Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

März hält nächste Überraschung bereit – Europa erlebt spektakuläres Wetter-Phänomen

Eine massive Staubwolke aus der Sahara trifft die Iberische Halbinsel. Jetzt zieht auch noch Regen auf. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Spanien und Portugal erleben derzeit eine außergewöhnliche Staublage. Eine extrem dichte Saharastaubwolke hat sich über weite Teile der Region gelegt und sorgt für deutlich erhöhte Aerosolwerte in der Atmosphäre. Der Himmel erscheint milchig, teils gelblich getönt, die Sonne scheint nur noch diffus durch den Schleier.

Eine bemerkenswerte Saharastaubwolke hat sich über weite Teile Südwesteuropas gelegt. Das ist die Lage am Donnerstag (5. März).

In einigen Gebieten ist die Fernsicht stark eingeschränkt, während Messstationen erhöhte Feinstaubkonzentrationen anzeigen. Besonders in Ballungsräumen kann die Belastung für empfindliche Personen spürbar sein. Die Staubpartikel befinden sich nicht nur bodennah, sondern auch in höheren Luftschichten, was die Intensität und Flächenausdehnung dieser Lage zusätzlich verstärkt.

Regenfront nähert sich vom Atlantik: Blutregen möglich

Parallel dazu nähert sich vom Atlantik eine aktive Front mit teils kräftigen Niederschlägen. Genau diese Kombination macht die Situation so spannend. Trifft Regen auf die staubgesättigte Luft, werden die Partikel aus der Atmosphäre ausgewaschen und gelangen mit dem Niederschlag zu Boden.

Das Resultat ist sogenannter Blutregen: bräunliche Tropfen, die Fahrzeuge, Fassaden und Terrassen mit einer feinen Schicht aus Wüstenstaub überziehen. Vor dem Einsetzen des Regens können die Feinstaubwerte lokal nochmals ansteigen, ehe die Luft durch die Niederschläge regelrecht gereinigt wird. Zurück bleibt oft ein sichtbarer Schlammfilm.

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Was hinter der Wetter-Lage steckt

Ursache ist eine kräftige südliche bis südwestliche Höhenströmung, ausgelöst durch ein Tief westlich der Iberischen Halbinsel. Diese Konstellation transportiert enorme Mengen Saharastaub direkt nach Norden und sorgt gleichzeitig für Hebung und Wolkenbildung.

Dadurch verteilen sich die Partikel großräumig und erreichen außergewöhnlich hohe Konzentrationen. Solche intensiven Staub- und Regenkombinationen sind selten in dieser Stärke. Für Spanien und Portugal bedeutet das eine markante Wetterepisode mit spektakulären Himmelsfarben, stark schwankender Luftqualität und sichtbaren Ablagerungen nach dem Regen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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