Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Neun Tage beim Wetter im Fokus – Deutschland steht nächste Hitzewelle kurz bevor

Ab dem 10. Juli droht Deutschland eine extreme Hitzewelle mit bis zu 43 Grad. Wettermodelle zeigen ein mögliches Rekordhoch – und warnen eindringlich. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München - Ab Donnerstag (10. Juli) steht Deutschland der nächste markante Wetterumschwung bevor. Wie aktuelle Wettermodelle zeigen, strömen erneut sehr heiße Luftmassen aus Nordafrika nach Mitteleuropa – diesmal in einem bislang ungekannten Ausmaß. Erste Prognosen deuten auf Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad hin, einzelne Modelle stellen sogar Spitzenwerte von bis zu 43 Grad in Aussicht – und das im Schatten.

Sollte sich dieses Szenario bestätigen, wären neue Allzeit-Hitzerekorde für Deutschland möglich. Für viele Regionen könnte dies eine enorme Belastung darstellen, nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für Natur und Infrastruktur.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Letzte Wetter-Verschnaufpause vor den nächsten Hitze-Tagen in Deutschland

Die Tage davor – insbesondere Montag und Dienstag – bieten nochmal Gelegenheit zum Durchlüften, Auftanken und möglicherweise etwas Regen. Die Luft bleibt zunächst vergleichsweise angenehm, in vielen Teilen des Landes wird mit Höchstwerten zwischen 23 und 28 Grad gerechnet. Sollte es lokale Schauer oder gar Gewitter geben, könnten diese vorübergehend für Abkühlung sorgen und wären zudem eine Wohltat für ausgetrocknete Böden und Gärten.

Hitze am nächsten Wochenende: Es geht schon wieder los!

Danach jedoch droht ein sogenanntes „Hitzeplateau“: Die Temperaturen steigen sprunghaft an und sollen sich über einen Zeitraum von bis zu neun Tagen konstant über der 30-Grad-Marke halten – mit möglichen regionalen Höhepunkten knapp unter oder sogar über 40 Grad.

Wetterprognose zeigt hohe Temperaturen: Warum kommt die Hitze immer wieder zu uns?

Die immer häufiger auftretenden Hitzewellen in Deutschland sind kein Zufall. Ursache ist ein verändertes Strömungsmuster über Europa. Blockierende Hochdruckgebiete – sogenannte Omega-Lagen – sorgen dafür, dass sich heiße Luftmassen aus der Sahara auf direktem Weg nach Mitteleuropa ausbreiten können. Gleichzeitig fehlt der kühlende Einfluss vom Atlantik, da Westwetterlagen immer seltener durchbrechen.

Die Klimaerwärmung verstärkt diesen Effekt zusätzlich: Der Jetstream verlangsamt sich, Wetterlagen bleiben länger bestehen – in diesem Fall die Hitze. Meteorologen warnen, dass solche Phasen künftig nicht nur häufiger, sondern auch intensiver werden. Der Sommer 2025 könnte somit ein weiterer Fingerzeig für das sein, was uns in den kommenden Jahren regelmäßig bevorsteht.

Südeuropa brennt während der Hitzewelle. In Spanien, Griechenland und der Türkei kam es zu verheerenden Waldbränden. Mit Toten und evakuierten Urlaubern.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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