Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Februar-Wetter hält nächste Überraschung bereit: Wärmespitze endet mit Blutregen in Deutschland

In der Nacht zum Samstag bringt Regen Saharastaub zu Boden. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich Schaden vermeiden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Besonders Autos, Fenster, Wintergärten und helle Oberflächen zeigen danach deutlich sichtbare Spuren. Schon wenige Tropfen können eine dünne, raue Schicht hinterlassen, die sich trocken oft wie feiner Sand anfühlt. Vor allem über Nacht können Fahrzeuge stärker verschmutzen, weil der Staub in Ruhe antrocknet und sich festsetzt.

Saharastaubverteilung in der Nacht auf Samstag (28. Februar). Im Westen ist Saharastaub in der Luft, dieser wird dort teilweise durch leichten Regen ausgewaschen. Man spricht von „Blutregen“.

In der Nacht auf Samstag (28. Februar) und am Samstag selbst sind im Westen Deutschlands Niederschläge angekündigt, während gleichzeitig Saharastaub in höheren Luftschichten vorhanden ist. Treffen Regen und Staub zusammen, wird der feine Wüstensand aus der Atmosphäre ausgewaschen und gelangt bis zum Boden. Das Ergebnis ist der sogenannte Blutregen – meist kein roter Regen, sondern ein gelblich-brauner Film aus Staubpartikeln.

Blutregen in Deutschland möglich: Saharastaub kann auf Lack wie Schleifmittel wirken

Der Saharastaub besteht aus sehr feinen mineralischen Partikeln, die wie Schleifmittel wirken können. Wer die trockene Staubschicht einfach mit einem Tuch abwischt, riskiert Mikrokratzer im Klarlack. Auch Scheiben können durch trockenes Reiben verkratzen. Selbst Scheibenwischer sollten erst benutzt werden, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist, da trockener Staub wie Schleifpaste wirkt. Besonders dunkle Lacke zeigen solche Kratzer später deutlich. Deshalb raten Fachleute davon ab, den Staub trocken zu entfernen oder sofort in die Waschstraße zu fahren, wenn die Schicht noch sandig wirkt.

So entfernt man Saharastaub schonend und ohne Kratzer

Am schonendsten ist es, den Staub zunächst gründlich mit viel Wasser abzuspülen. Ideal ist ein kräftiger Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch oder einer SB-Waschanlage, bevor Bürsten oder Schwämme zum Einsatz kommen. Fenster lassen sich am besten ebenfalls zuerst mit reichlich Wasser abspülen und anschließend mit Glasreiniger nachbehandeln. Wer keine Waschmöglichkeit hat, sollte zumindest warten, bis ein kräftiger Regen den Staub weitgehend abgespült hat. Erst danach lohnt sich eine gründliche Reinigung. So bleibt der Lack geschützt und typische Kratzspuren nach Blutregen lassen sich vermeiden.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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