Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Rückblick 2025: Hitze, Trockenheit und Unwetter – 1,5-Grad-Schwelle gefährlich nahe
2025 war global eines der heißesten Jahre: nahe an 1,5 Grad, geprägt von warmen Ozeanen und blockierenden Wetterlagen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Klimatologisch war 2025 weltweit ein außergewöhnliches Jahr. Die globale Mitteltemperatur lag deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und bewegte sich im Bereich von rund 1,4 bis nahe 1,5 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Damit zählt 2025 zu den wärmsten Jahren seit Beginn der instrumentellen Messungen.
Auffällig war, dass sich die Hitze nicht gleichmäßig verteilte: Über Landflächen, in der Arktis und in Teilen der Subtropen lagen die Abweichungen zeitweise erheblich höher als der globale Mittelwert. Mehrere Monate erreichten neue Rekordwerte, begleitet von lang anhaltenden Hitzewellen, extremer Trockenheit in einigen Regionen und ungewöhnlich starken Niederschlägen in anderen. 2025 war damit kein normales Warmjahr, sondern ein Jahr mit ausgeprägten klimatischen Extremmustern.
Warum sich 2025 regional wie ein Vorgriff auf 3 Grad anfühlte
Obwohl 2025 global kein 3-Grad-Jahr war, traten regional Bedingungen auf, die diesem Niveau nahekamen. Ein zentraler Faktor waren außergewöhnlich warme Meeresoberflächen, die große Mengen zusätzlicher Energie in die Atmosphäre einspeisten. Wärmere Ozeane erhöhen den Wasserdampfgehalt der Luft, verstärken Hitzeempfinden und begünstigen intensiven Starkregen.
Gleichzeitig führten blockierende Wetterlagen dazu, dass Hitze oder Niederschläge über Wochen in denselben Regionen verharrten. Je höher das globale Grundniveau der Erwärmung, desto wahrscheinlicher werden solche Extremausschläge. 2025 zeigte damit eindrücklich, wie klein der Abstand zwischen dem heutigen Klima und deutlich extremeren Zuständen bereits ist.
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Was 2025 über eine mögliche 3-Grad-Welt bis 2050 verrät
Eine globale Erwärmung von etwa 3 Grad könnte bis 2050 Realität werden, wenn Emissionen hoch bleiben und natürliche Senken weiter geschwächt werden. In einer solchen Welt würden Hitzewellen häufiger und länger, Dürren intensiver und Starkniederschläge extremer ausfallen.
Landwirtschaft, Wasserressourcen, Gesundheitssysteme und Küstenregionen gerieten zunehmend unter Druck. 2025 macht deutlich: Das Klimasystem kann bereits heute Bedingungen erzeugen, die früher als fern galten. Ob sie Ausnahme bleiben oder zur neuen Normalität werden, entscheidet sich in den kommenden Jahrzehnten.
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