Start noch in diesem Jahr

Bockum-Hövel hat bald wieder ein eigenes Freibad

Baustart für das Außenbecken am Sport-Aquarium.
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Baustart für das Außenbecken am Sport-Aquarium: Dirk Hanke (Grüne, von links), Klaus Zumbrink (SPD) und Bezirksbürgermeister Hartmut Weber stehen in der Baugrube. Hinten betrachten Stefani Müller-Veit (FDP), Jarne Müller, Sabine Zumbrink, Ulrich Braun und Ulrich Lehmköster.

In Bockum-Hövel haben die Arbeiten am Sport-Aquarium begonnen. Die Eröffnung des Freibads ist zum Saisonbeginn 2022 geplant.

Bockum-Hövel – Im wohltemperierten Wasserbecken unter blauem Himmel Bahnen ziehen, anschließend bei Sonnenschein auf der Wiese trocknen, zwischendurch eine Partie Federball spielen. Auf eine solche Freibad-Atmosphäre mussten die Bockum-Höveler seit über 20 Jahren ganz verzichten oder weite Wege in Kauf nehmen. Ab der kommenden Saison wird das Vergnügen wieder vor der Haustür liegen. Ulrich Lehmköster, Bädermanager der Stadtwerke Hamm verspricht, dass das neue Außenschwimmbecken im Garten des Sport-Aquariums bis Mai fertiggestellt ist, das Eintauchen also schon zur regulären Öffnung der Hammer Freibäder vor Ort wieder möglich ist.

Reinspringen wird allerdings mit einem Risiko verbunden sein. Der Pfiff des Bademeisters würde bei nur 1,35 Metern Wassertiefe umgehend ertönen. „Das Becken wird 12,5 mal 8 Meter groß werden, also 100 Quadratmeter Fläche bieten“, so der Bäderchef beim Ortstermin mit Bezirksbürgermeister Hartmut Weber und Vertretern der Ampelparteien. Zur Bespaßung soll ein Wasserspeier installiert werden. „Ich bin den Stadtwerken dankbar, dass sie trotz der schwierigen Lage so schnell ein Freibad ermöglichen“, so der erste Bürger des größten Hammer Stadtteils. Er hatte im Wahlkampf ein Freibad versprochen „Ihr seid aber nicht die einzigen gewesen, die es befürwortet haben“, wusste Lehmköster von entsprechend großer Nachfrage unter den Schwimmern zu berichten.

Bis in die 1990er-Jahre hatten beide Ortsteile Bockum-Hövels ein eigenes Freibad. 1996 schloss im Zuge des so genannten Bäderkompromisses das in Bockum als letztes von ihnen. Das Schwimmen in Schlagdistanz sollte in den verbliebenen Hallenbädern und im Maximare stattfinden. Wer Freibad wollte, musste fahren. „Die Bockum-Höveler nutzen zurzeit die Bäder in Drensteinfurt und Werne“, weiß Lehmköster. Er hofft, vor allem die Frühschwimmer mit dem neuen Angebot wieder im Ort halten zu können. Das neue Freiluftbecken verfügt über eine Markierung der Bahnen.

Das Wasser kommt aus dem Hallenbad

390.000 Euro investieren die Stadtwerke in das Becken aus Edelstahl und Keramik. Das Wasser werde per Bypass aus dem Wasserkreislauf des Hallenbades bedient, ergänzt Schwimmmeister Ulrich Braun. „Es wird ebenfalls 28 Grad Wassertemperatur haben.“

Wie die Energiebilanz des Gesamtkomplexes aussehen werde, konnte Lehmköster noch nicht sagen. Ein neuer Heizkessel sei jedenfalls nicht nötig. Das Hallenbad bezieht die Wärme aus einem Blockheizkraftwerk und zwei zusätzlichen Brennern für Spitzenlastzeiten. „Das reicht auch für das neue Becken, zumal im normalen Sommer ja nur Grundlast erforderlich ist“, so Braun. „Wir haben in der Vergangenheit festgestellt, dass das Kinderbecken bei gutem Wetter die Temperatur im Umlauf erhöht“, erwartet er durch das Becken einen Solarthermie-Effekt. Zugänglich wird der Außenbereich wie schon die Liegewiese über die Treppe der Sonnenterrasse des Hallenbades.

Was fehlt am zurückkehrenden Freibadvergnügen der Bockum-Höveler also noch? Eis und Pommes. Einen Kiosk richten die Stadtwerke allerdings nicht ein. „Schanzenbach ist doch gegenüber an der Ecke“, beruhigt Braun mit Blick auf den kleinen Hunger der Schwimmbadbesucher.

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