Heftige Kritik an Terraristika in Hamm
HAMM - Die Terraristika steht schon wieder am Pranger: Vertreter des Tierschutzbundes und von Pro Wildlife machen auf „Missstände“ aufmerksam, die es bei der Tierbörse am vergangenen Samstag in den Hammer Zentralhallen gegeben habe.
Der Veranstalter, Frank Izaber, und eine Amtstierärztin hätten auf Kritik wegen „eingepferchter“ Warane, Chamäleons, Frösche oder Schlangen sowie „verletzter und stark gestresster Tiere“ nicht reagiert. Zudem habe der Messeorganisator durch eine Klage die Umsetzung strengerer Auflagen verhindert, so ein weiterer Vorwurf. Izaber bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er beim Verwaltungsgericht Arnsberg durchgesetzt habe, dass neue Leitlinien nicht umgesetzt wurden. „Zum Wohle der Tiere“ seien Vorgaben – etwa der Platz in Behältern zur Aufbewahrung von Fröschen – unrealistisch, denn bei zu großem Raum steige die Verletzungsgefahr. Die „Tierschutzfraktion“ lege für die Beurteilung das räumliche Gefühl von Menschen zugrunde, aber das Empfinden von Enge bedeute für manche Tierarten Sicherheit und Geborgenheit, verweist Izaber auf „wissenschaftliche Studien“.
„Mit uns kommt man ins Fernsehen“, wirft er den Kritikern ein Eigeninteresse vor. Sie wollten die europaweit bekannte Veranstaltung nutzen, um Spenden und Mitglieder zu werben. Er könne nicht ausschließen, dass unter 600 Anbietern wenige seien, die die Börsenordnung nicht einhielten, aber auch aus fachlicher Sicht habe es keine Beanstandungen gegeben. „Keine besonderen Vorkommnisse“, berichtet Stadtsprecher Christian Strasen über die Ergebnisse der Kontrollen der Amtstierärzte am Samstag. Bei der Kritik handele es sich um „altbekannte Vorwürfe“, zudem gebe es unterschiedliche Auffassungen über die Notwendigkeit von Tiermessen. Gleichwohl dürfe die Börse nicht verboten werden, wie Tierschützer fordern. Gerichtlich müsse nun geklärt werden, was erlaubt ist – aber bis zu einem Urteil dürften noch etwa eineinhalb Jahre vergehen. Deshalb werde es wohl nach der nächsten Terraristika erneut eine Debatte geben, prognostiziert Strasen. Juristische Klarheit will auch Izaber, der darauf hinweist, dass die Züchter dafür sorgen, dass nur noch ein geringer Anteil der angebotenen Tiere aus Wildfängen stamme.