Reptilien für Terraristika in Kölner Hotel gefunden
HAMM/KÖLN - 700 Reptilien und Amphibien hat die Polizei am Freitagabend in einer Kölner Hotelsuite sichergestellt. Die Schlangen, Schildkröten und Lurche waren für den Verkauf auf der Terraristika in Hamm vorgesehen, die am Samstag tausende Besucher in die Zentralhallen lockte.
Dorthin wurde am Samstag auch die Hammer Polizei wegen vertauschter Kartons mit exotischen Tieren gerufen. Die Suite in dem Kölner Hotel, in der am Freitag die 700 tierischen Hausgäste gefunden worden waren, war von zwei Japanern und einem Chinesen gebucht worden. Die drei Männer stehen im Verdacht, die Reptilien in ihrem Flug-Gepäck nach Deutschland eingeschleust zu haben. Die herbeigerufene Feuerwehr sammelte die Tiere ein und übergab sie an den Kölner Zoo. Dort soll nun geklärt werden, ob es sich um Tierarten handelt, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen. Der Handel mit geschützten Tieren ist strafbar.
Keine Straftat indes konnten die Hammer Polizeibeamten erkennen, die am Samstagnachmittag gleich zweimal zur Terraristika wegen einer vermeintlichen Unterschlagung gerufen worden waren. Nach Darstellung der Polizei waren fünf mexikanische Reptilienhändler außer sich vor Wut wegen eines vertauschten Kartons. Sie hatten vor Veranstaltungsbeginn eine Transportbox mit wertvollen Tieren im Wert von rund 2000 Euro in die Obhut des Veranstalters gegeben. Auch andere Kartons wurden dort hinter verschlossenen Türen gelagert. Jede Box bekam eine Nummer. Als die Mexikaner ihre wertvolle Fracht wieder in Empfang nehmen wollten, staunten sie nicht schlecht. Hinter ihrer Nummer verbargen sich nun vergleichsweise günstige Schildkröten. Diese gehörten nach Polizeiangaben einem namentlich bekannten Österreicher, der das wertvolle Paket wohl unabsichtlich an sich genommen hatte, mittlerweile aber schon abgereist war. Die Mexikaner vermuteten einen Komplott. „Der Straftatbestand der Unterschlagung war aber nicht gegeben“, so ein Polizeisprecher gestern. Ansonsten verlief die 44. Terraristika nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle, abgesehen von den üblichen Parkplatzproblemen an den Zentralhallen.
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