Was ist wirklich dran?

Essen nach Plan: So funktioniert Intervallfasten richtig

Intervallfasten: Gesund abnehmen ohne Hungern. Welche Methoden es gibt, wie es funktioniert und welche gesundheitlichen Vorteile es bietet, erfahren Sie hier.

Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dabei wechseln sich Phasen des Essens mit Phasen des Fastens ab, was nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen soll. Doch was steckt wirklich hinter diesem Ernährungstrend?

Essen nach Plan: So funktioniert Intervallfasten richtig

Die verschiedenen Methoden des Intervallfastens

Es gibt unterschiedliche Formen des Intervallfastens, die sich in der Dauer der Ess- und Fastenintervalle unterscheiden:

  • 16:8-Methode: 16 Stunden fasten, 8 Stunden essen – die wohl populärste Variante. In der Fastenzeit sind nur kalorienfreie Getränke erlaubt.
  • 5:2-Methode: An fünf Tagen normal essen, an zwei Tagen die Kalorienzufuhr auf 500-600 kcal begrenzen.
  • 1:1-Methode (Eat Stop Eat): Abwechselnd einen Tag fasten und am nächsten normal essen.
  • 12:12-Methode: Einsteigerfreundliche Variante mit 12 Stunden Fasten und 12 Stunden Essen.

Diese Methoden lassen sich flexibel an individuelle Tagesabläufe anpassen. Besonders die 16:8-Methode ist leicht in den Alltag integrierbar und wurde durch den Mediziner Dr. Eckart von Hirschhausen als sogenannte „Hirschhausen-Diät“ bekannt.

Vorteile des Intervallfastens

Intervallfasten bietet verschiedene gesundheitliche Vorteile, darunter:

  • Gewichtsabnahme ohne Hungern: Studien aus den USA zeigen, dass Intervallfasten den Fettstoffwechsel anregt und dabei hilft, Gewicht zu verlieren, ohne eine drastische Kalorienreduktion.
  • Verbesserung des Zucker- und Fettstoffwechsels: Insulinspiegel können gesenkt und das Risiko für Diabetes reduziert werden.
  • Förderung der Zellreinigung (Autophagie): Alte und defekte Zellbestandteile werden verwertet, was möglicherweise lebensverlängernde Effekte haben könnte.
  • Erhöhte Ausschüttung des Wachstumshormons Somatropin: Dies kann den Muskelaufbau fördern.
  • Potenzielle Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Weitere Studien deuten darauf hin, dass Intervallfasten positive Auswirkungen auf Cholesterinwerte und Entzündungsprozesse haben könnte.

Ernährung während des Intervallfastens

Während der Essensphasen ist eine ausgewogene Ernährung entscheidend. Dabei sollte man:

  • auf gesunde Lebensmittel wie Gemüse, Eiweißquellen und komplexe Kohlenhydrate setzen,
  • Snacks zwischen den Mahlzeiten vermeiden,
  • während der Fastenzeit nur kalorienfreie Getränke wie Wasser, ungesüßten Tee oder schwarzen Kaffee konsumieren,
  • Alkohol nur in Maßen genießen (während der Essensphasen erlaubt, in Fastenzeiten tabu).
Eine gesunde Ernährungsweise unterstützt beim Intervallfasten.

Herausforderungen und Kritik am Intervallfasten

Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Herausforderungen und Kritik:

  • Anfangsschwierigkeiten: Schwindel, Kopfschmerzen oder Frieren sind mögliche Nebenwirkungen, die jedoch meist nach einer Eingewöhnungsphase verschwinden.
  • Nicht für alle geeignet: Kinder, Schwangere, Stillende, ältere Menschen sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen (z. B. Diabetes oder Essstörungen) sollten Intervallfasten nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin ausprobieren.
  • Wissenschaftliche Unsicherheiten: Langzeitstudien fehlen, und einige Experten, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), sehen keinen klaren Vorteil gegenüber einer herkömmlichen kalorienreduzierten Ernährung.

Intervallfasten kann eine effektive Methode zur Gewichtsreduktion und Gesundheitsförderung sein, erfordert aber eine bewusste Ernährung und Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Wer langfristig Erfolg haben möchte, sollte Intervallfasten nicht als kurzfristige Diät, sondern als nachhaltige Ernährungsform betrachten.

Obwohl weitere Forschungen nötig sind, zeigen erste Studien, dass das „Wann“ des Essens genauso wichtig sein könnte wie das „Was“ – und dass Intervallfasten mehr als nur ein Trend sein könnte. Lesen Sie hier nach, welche Fehler Sie beim Intervallfasten unbedingt vermeiden sollten.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/IMAGO

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