Aktiv-Tipp

Yoga-Hemmungen abbauen: Neue Ansätze – selbst, wenn es „nicht Ihr Ding“ ist

Fitness-Sportlerinnen und Sportler machen Yoga  bei einer Veranstaltung von Les Mills in München
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Fitness-Redakteurin Alexandra Grauvogl steht eigentlich auf Krafttraining mit Gewichten und hat jetzt ein neues Yoga-Konzept ausprobiert.

Yoga ohne Esoterik: Dynamische Flows vermitteln Kraft, Energie und mentale Stärke. Ich habe das neue Les Mills Programm getestet – meine Erfahrung.

Viele haben Vorurteile gegenüber Yoga: „Zu esoterisch“, „nicht intensiv genug“, „nichts für Männer“, „ich bin nicht flexibel genug“ etc. Dabei zeigen Forschung und Erfahrung: Yoga kann deutlich mehr sein als „nur Dehnen“. Es verbindet körperliche Herausforderung mit mentaler Kraft – wer es einmal probiert, merkt schnell: Es lohnt sich!

Erfahrungsbericht: So erlebt ich die Premiere von Les Mills Yoga mit Musik

Ich bin eher der Typ für schweißtreibende Workouts – sei es Hyrox, Laufen, Bergsteigen oder Krafttraining. Über meine Leidenschaft Surfen bin ich im Urlaub aber auch immer wieder mit Yoga in Kontakt gekommen. Viele Surfcamps bieten es als Ausgleichsprogramm am Nachmittag oder morgens zur Aktivierung an. Hand aufs Herz: Ich muss mich jedes Mal zum Yoga zwingen – obwohl es einfach nur guttut. Danach fühlte ich mich zwar immer großartig – beweglicher, freier in den Hüften, entspannter im Rücken. Wieder daheim habe Yoga selten praktiziert, dann lieber „normales“ Training.

Umso gespannter war ich, bei der Preview von „Les Mills Yoga Vinyasa“ in München dabei zu sein. Vielleicht schafft es diese Neuinterpretation von Yoga mich in den Bann zu ziehen und langfristig zu begeistern. Mein Körper und Geist würden jedenfalls davon profitieren.

Und tatsächlich: Durch die treibende Musik fühlte sich der Flow weniger nach einer „klassischen“ Yogastunde an, sondern wie ein modernes Workout. Auf der Bühne führten zwei Trainer durch die Session, mit einem Mix aus motivierender Ansprache und Vormachen der Übungen, wie man es aus anderen Arten des Gruppentrainings im Gym kennt. Im Hintergrund immer der Beat der Musik.

Es war anfangs nicht ganz einfach, Atmung, Musik und die Ausführung der bekannten Asanas wie Sonnengruß, herabschauender Hund und Krieger 1 und 2 zu synchronisieren, aber irgendwann machte es klickt und ich rauschte nur noch so durch. Das ist der Moment, in dem der Kopf an nichts mehr denkt und der Körper nur noch macht – ein Gefühl der Ruhe trotz Anstrengung. Nach 15 Minuten war ich ordentlich am Schwitzen. Die Energie von rund 60 Teilnehmenden im Raum hat mich zusätzlich getragen.

Mein Fazit: Für absolute Einsteigerinnen und Einsteiger mag das Tempo herausfordernd sein, aber nach zwei bis drei Sessions hat man die Abläufe vermutlich verinnerlicht. Mir hat es jedenfalls Lust auf mehr gemacht – und ich hoffe, mein Körper und Geist werden es mir danken. Denn Training ist eben nicht nur ballern. Mobility, Entspannung und Stressabbau sollten ebenfalls einen festen Platz in der Routine haben – und hier punktet Yoga besonders.

Yoga-Übungen für den Rücken

Zahlreiche Yoga-Übungen, die Mobilisation, Kraft und Dehnen miteinander verbinden, finden Sie in unserem PDF-Ratgeber „Yoga-Übungen für den Rücken“ – inklusive bebilderter Schritt-für-Schritt-Anleitungen. HIER kostenlos herunterladen.

Yoga: Was es wirklich bringt

Hier sind einige zentrale Vorteile von Yoga, die durch Studien belegt sind:

  • Herz-Kreislauf-Gesundheit: Eine Studie mit Bluthochdruck-Patienten zeigte, dass die Ausübung von Yoga in einem dreimonatigen Trainingsprogramm im Vergleich zu Dehnungsübungen mit einer stärkeren Verbesserung des Ruheblutdrucks und der Herzfrequenz sowie des Reynolds-Risiko-Scores* verbunden war.
  • Flexibilität, Balance, Muskelkraft: Yoga-Programme führen regelmäßig zu messbarer Verbesserung der Beweglichkeit und auch zu verbesserter Balance und Stabilität. Im Rahmen einer Studie, in der Probanden über einen Zeitraum von drei Monate ein Yoga-Programm absolvierten, zeigten sich eine signifikante Steigerung der Rumpfmuskelkraft und der Oberschenkelflexibilität sowie eine Verringerung des Körperfetts im Vergleich zur Kontrollgruppe.
  • Stress und mentale Gesundheit: Studien zeigen, dass Yoga Stress abbauen, Ängste reduzieren und die emotionale Resilienz stärken kann.

*Reynolds-Risiko-Score: Instrument, das das 10-Jahres-Risiko einer Person für ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall einschätzt.

Häufige Hemmungen vor Yoga – und wie man sie überwindet

HemmungWas dahinterstecktLösung
„Zu esoterisch“Viele verbinden Yoga mit Räucherstäbchen und Mantras.Suchen Sie sportlich orientierte Klassen, z. B. Flow oder Fusion-Workouts.
„Nicht intensiv genug“Manche Yogaarten wie Yin-Yoga sind sanft, andere sehr dynamisch.Probieren sSe Vinyasa oder Power-Yoga für Schweiß und Kraft.
„Nichts für Männer“Vorurteil ohne Grundlage – viele Männer profitieren enorm.Gehen Sie in gemischte Klassen, die funktionell und athletisch sind.
„Ich bin zu unflexibel“Niemand startet flexibel – Yoga entwickelt das mit der Zeit.Anfängerklassen, Hilfsmittel und Geduld helfen enorm.

Kurse, die Yoga mit Fitness-Elementen verbinden, senken Hürden. Sie bieten:

  • Musik und Energie wie im Fitnesskurs
  • klare Struktur und Gruppendynamik
  • die typischen Yoga-Vorteile: Beweglichkeit, Stressabbau, mentale Stärke

Mein klarer Aufruf: Probieren Sie es aus!

👉 Starten Sie mit einer dynamischen Klasse – egal ob Flow, Vinyasa oder ein Fusion-Workout.

👉 Geben Sie sich Zeit, um reinzukommen – mindestens 3-5 Sessions. Danach fühlen Sie sich beweglicher, stabiler und entspannter.

👉 Sehen Sie Yoga nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung – es bringt Ihnen den Ausgleich, den andere Sportarten nicht leisten.

Also: Matte ausrollen, ausprobieren, dranbleiben – und erleben, wie Yoga Körper und Geist stärkt.

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