Mit Taschengeld und Aufklärung
Jugendliche in der Schuldenfalle: Eltern können vorbeugen
Viele Jugendliche rutschen in die Schuldenfalle. Damit Kinder ein gesundes Verhältnis zu ihren Finanzen entwickeln, darf das Thema bei Eltern kein Tabu sein.
Mit Schulden im Rücken fällt der Start ins Erwachsenenleben schwer. Trotzdem geraten immer mehr junge Menschen in finanzielle Nöte. Das zeigt der Schuldneratlas 2023, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform veröffentlicht hat. Zwar verschuldeten sich insgesamt weniger Menschen in Deutschland als im Vorjahr, bei der jüngsten Altersgruppe bis 29 Jahre stiegen die Zahlen jedoch an.
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Schließlich warten an vielen Ecken Verlockungen – ob das neueste Smartphone, die limitierten Sneaker oder die Kosmetik-Reihe des Lieblingsinfluencers. Eltern können ihre Kinder nicht immer davor schützen. Trotzdem können sie maßgeblich beeinflussen, wie der Nachwuchs sein Erspartes ausgibt.
Über Geld spricht man eben doch
Ist die Karte für das Rap-Konzert noch drin oder reißt sie ein allzu großes Loch ins Taschengeld-Budget? Vielen Kindern fällt es schwer, das zu beurteilen. Einfacher wird es, wenn Eltern offen über ihre eigenen Finanzen sprechen. Wie viel zahlen diese etwa an Miete jeden Monat und wie viel kostet eigentlich der Wocheneinkauf? Sehen Kinder das in Relation zum eigenen Ersparten, konsumieren sie unter Umständen bewusster. Schließlich sind die eigenen Eltern laut t3n in der Regel nach wie vor die wichtigsten Ansprechpartner und Vorbilder bei diesem Thema. Wichtig ist laut dem Deutschen Jugendinstitut auch: Kinder sollten über das Taschengeld frei verfügen dürfen – und Eltern nicht vorgeben, wie sie dieses investieren oder das Gekaufte negativ kommentieren.
Verschuldung bei Jugendlichen: Das Internet als Risikofaktor
Ein Klick – und schon ist die Bestellung auf dem Weg. Online-Shopping geht schnell und für viele Jugendliche fast schon zu einfach. Mit Buy Now Pay Later etwa fällt das Minus auf dem Konto zunächst gar nicht auf. Auch hier ist Aufklärung wichtig. Viele Jugendliche sind sich des Risikos laut Schufa aber durchaus bewusst: 88 Prozent von ihnen sehen bei der Zahlungsmethode die Gefahr, den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren.
Ebenfalls riskant: Influencer, die fragwürdige Finanztipps geben. Sie posieren oft mit teuren Autos oder in exklusiven Locations und versprechen schnelles Geld, das sich scheinbar mühelos online verdienen lässt. Dahinter stecken aber in der Regel risikoreiche Geschäftsmodelle wie Copy Trading, vor denen auch die Verbraucherzentrale warnt. Auch hier sollten Eltern warnen und vermitteln, dass Investments immer mit Risiko verbunden sind.
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Gutes Verhältnis zu Geld – die wichtigsten Tipps für Eltern
Jugendliche ohne Verhältnis zu Geld rutschen schneller in die Schuldenfalle. Um das zu verhindern, sollten Eltern vor allem im Gespräch bleiben. Zusammenfassend können sie sich an diesen Tipps orientieren:
- Taschengeld zur freien Verfügung geben
- Offen über eigene Finanzen sprechen
- Geld nicht nur mit negativen Dingen verbinden
- Über Gefahren von Online-Shopping und Finanztipps aus dem Netz aufklären
Rubriklistenbild: © Alena Kuznetsova/IMAGO
