Neurotoxische Substanz
Zucker ist „Gift“ für das Gehirn: Risiko für Demenz und Schlaganfall steigt
Schon eine Tafel Schokolade kann sich kurzfristig negativ auf das Gehirn auswirken. Regelmäßiger hoher Zuckerkonsum führt zu Langzeiteffekten.
Der jährliche Zuckerkonsum in Deutschland liegt bei durchschnittlich 33 Kilogramm. Das ist fast doppelt so hoch wie die Empfehlung von 18 Kilogramm der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dabei sind die Risiken für Diabetes und Übergewicht, die mit einem hohen Zuckerkonsum einhergehen, weitestgehend bekannt. Weniger geläufig ist allerdings, dass zu viel Zucker auch die Entstehung von Hirnkrankheiten wie Demenz begünstigt.
Demenz, Alzheimer und Schlaganfall: Hoher Zuckerkonsum fördert Hirnkrankheiten
Bei Zucker handelt es sich laut Informationen von tagesschau.de um eine sogenannte neurotoxische Substanz. Das bedeutet, dass Nervenzellen geschädigt werden. Bei einem hohen Zuckerkonsum steigt daher das Risiko für Hirnkrankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Schlaganfall. So belegen viele Studien inzwischen, dass Zucker in höheren Mengen – zum Beispiel, wenn man eine Tafel Schokolade isst – für die geistige Leistungsfähigkeit schädlich sein kann, erklärt Prof. Frank Erbguth von der Deutschen Herzstiftung im Interview mit dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR).
„Da gibt es Strukturen, den sogenannten Hippocampus, auf den selbst diese kurzfristigen Zucker-Shots negativ wirken. Das ist die akute oder die Sofortwirkung“, sagt der Experte. Gleichzeitig warnt er vor Langzeiteffekten, bei denen Entzündungsvorgänge angestoßen werden. Diese nehmen Einfluss auf den Insulin-Stoffwechsel. Dadurch entstehen in den Gefäßwänden vermehrt Ablagerungen, wodurch sich die Gefäße, die das Hirn mit Blut versorgen, mit der Zeit verengen. Die Gefäßverengungen führen folglich zu Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer, Schlaganfall und auch Herzinfarkt.
Auf diesen Entzündungsvorgängen beruht auch der Mechanismus bei Migräne, der sich durch erhöhten Zuckerkonsum wohl verstärken kann. „Der Zucker macht jetzt nicht einen Migränepatienten zum Migränepatienten, aber die Schwelle, Migräneanfälle zu erleiden, ist wahrscheinlich zuckerabhängig“, vermutet Erbguth.
Welche Lebensmittel zu über 50 Prozent aus Zucker bestehen




Gesunder Lebensstil könnte Erkrankungen verhindern
Ein gesünderer Lebensstil, zu dem auch ein geringerer Zuckerkonsum zählt, könnte dabei helfen, Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall zu vermeiden. Auch wenn Zucker kurzfristig die geistige Leistungsfähigkeit erhöhen kann, verschlechtert eine stark zuckerhaltige Ernährungsweise die kognitiven Fähigkeiten langfristig.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.
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