Größe gehört dazu
Offene Fehlerkultur: 82 Prozent der Führungskräfte in der Finanzindustrie bekommen es nicht hin
Fehler gibt niemand gern zu, das kann aber problematisch werden. Besonders Führungskräfte kehren Fehler gern unter den Tisch. Angst spielt eine Rolle.
Aus Fehlern einzelner kann ein gesamtes Unternehmen lernen, das kennen sicher einige. Doch die eigenen Fehler zugeben, das ist etwas ganz anderes, das macht wohl niemand gerne. Der Fehlerkultur-Report 2023 von Ey zeigt, dass sich eine Vielzahl der Führungskräfte nicht mit gutem Beispiel vorangehen.
Eine offene Fehlerkultur gibt es in vielen Fällen nicht
Laut der Studie von Ey kehren 82 Prozent der Führungskräfte in der Finanzindustrie die eigenen Fehler unter den Teppich.
Rund 62 Prozent gaben an, dass sie ihre Fehler nicht angesprochen haben, weitere 20 Prozent haben die Fehler nur teilweise offengelegt.
Das sei ein Problem, da damit kein Wachstum und kein Lernprozess möglich sei. Wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer feststellen, dass im Unternehmen kein offener Umgang mit Fehlern herrscht, sind diese auch gehemmt in die Kommunikation zu gehen, informiert Arbeitsabc. Führungskräfte sollten in dem Zusammenhang ein Vorbild sein, an dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren könnten.
Über die Hälfte (53 Prozent) haben angegeben, dass sie Angst vor einer möglichen Kündigung hätten, wenn sie die Fehler zugeben würden.
Was kann eine mangelnde Fehlerkultur bewirken?
Die Auswirkungen von einer mangelnden Fehlerkultur können laut der Studie sein:
- Fehlende Wettbewerbsfähigkeit
- Entstehung möglicher Skandale
- Demotivation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
- Großprojekte scheitern
Streitig ist laut der Umfrage besonders eine offene Diskussionskultur zwischen Führungskräften und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Automobilbranche. Während 80 Prozent der Führungskräfte glauben, dass es eine offene Kultur gibt, sehen das lediglich 45 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so.
Fehler zugeben, es gehört Größe dazu
Niemand gesteht sich gern ein, dass er oder sie etwas falsch gemacht hat. Und je mehr an dem Fehler dranhängt, desto schwerer wird es einem fallen. Besonders Vorgesetzte wollen vor ihren Angestellten das Gesicht wahren und kompetent wirken. Fehler sind allerdings menschlich und können jedem passieren. Der Umgang damit kann dafür sorgen, dass man vertrauenswürdiger wirke, dies ist vor allem so, wenn Fehler – auch die eigenen – angesprochen würden.
Warum ist eine positive Fehlerkultur wichtig?
Wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Unternehmen eine konstruktive Kommunikationskultur kennenlernen, kann man offener mit Fehlern umgeben. Folgen jedoch Schuldzuweisungen und wird die eigene Kompetenz angezweifelt, sorgt das nicht dafür, dass die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen sich verbessere. Auch die Befragten in der Studie konnten positive Folgen von Fehlern vermerken:
- Bessere Betriebsabläufe: 39 Prozent
- Bessere Zeitpläne: 29 Prozent
- Kommunikation über verschiedene Abteilungen verbessert: 27 Prozent
- Fehler war ein glücklicher Zufall: 16 Prozent
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