Immer noch lustig

Schlechte Laune? Diese Comedys bringen Millennials seit Jahren immer wieder zum Lachen

THE OFFICE, B.J. Novak, Rainn Wilson, Steve Carell, John Krasinski, Jenna Fischer, (Season 1), NBC
1 von 18
„The Office“ (2005–2013) ist eine Mockumentary-Sitcom, die den tristen Büroalltag einer Papierfirma im fiktiven Scranton, Pennsylvania, mit trockenem Humor seziert. Steve Carell spielt den selbstverliebten, völlig ahnungslosen Filialleiter Michael Scott – eine Figur, die inzwischen Kultstatus hat. Die Serie ist eine Adaption des britischen Originals, konnte international jedoch mehr Bekanntheit erlangen.
Key Art zur Serie It‘s Always Sunny in Philadelphia
2 von 18
„It‘s Always Sunny in Philadelphia“ (2005–heute) folgt einer Clique hoffnungsloser Egomanen, die gemeinsam eine heruntergekommene Bar in Philadelphia betreiben – und sich dabei von Folge zu Folge moralisch tiefer sinken lassen. Glenn Howerton, Charlie Day, Rob McElhenney und Kaitlin Olson spielen Charaktere, bei denen man sich nie sicher ist, ob man lachen oder den Kopf schütteln soll. Als langlebigste Live-Action-Comedy der US-Fernsehgeschichte hat die Serie längst einen Rekord aufgestellt, den so schnell niemand brechen wird.
Die Familie Heck aus der US-Comedy „The Middle“
3 von 18
„The Middle“ (2009–2018) erzählt neun Staffeln lang vom Alltag der Familie Heck aus der Kleinstadt Orson, Indiana – stets knapp bei Kasse, stets irgendwie am Limit. Patricia Heaton und Neil Flynn spielen Eltern, die sich so durchs Leben wurschteln, wie es Millionen Familien kennen. Die Serie war nie laut oder aufgedreht, sondern einfach ehrlich – und genau das machte sie so verlässlich.
Key Art zur HBO-Serie Veep
4 von 18
„Veep“ (2012–2019) wirft einen gnadenlosen Blick hinter die Kulissen amerikanischer Politik. Julia Louis-Dreyfus spielt Selina Meyer, eine Vizepräsidentin, deren Ambitionen ihrer Kompetenz stets um mehrere Nasenlängen voraus sind. Die Serie räumte bei den Emmys ab wie kaum eine andere Comedyserie zuvor – sechsmal in Folge wurde Louis-Dreyfus als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Phoebe Waller-Bridge in der Serie „Fleabag“
5 von 18
„Fleabag“ (2016–2019) ist eine britische Comedyserie über nur zwei kurze Staffeln, die Hauptdarstellerin Phoebe Waller-Bridge selbst schrieb und produzierte. Die namenlose Protagonistin navigiert durch Trauer, Sex, Familie und Glaubensfragen und nimmt das Publikum dabei direkt in die Kamera schauend (“Breaking the fourth wall“) mit. Bei den Emmys 2019 gewann die Serie in allen vier wichtigen Kategorien gleichzeitig, was bis dahin keine Comedyserie geschafft hatte.
Key Art zur ABC-Serie MODERN FAMILY
6 von 18
„Modern Family“ (2009–2020) begleitet drei Generationen einer Großfamilie durch den Wahnsinn des Alltags. Die Mockumentary-Serie mit Ed O‘Neill, Sofia Vergara und Jesse Tyler Ferguson war über Jahre hinweg eine der meistgeschauten Comedys im amerikanischen Fernsehen. Insgesamt 22 Emmy-Gewinne sprechen für sich.
Key Art zur HBO-Serie Silicon Valley
7 von 18
„Silicon Valley“ (2014–2019) nimmt die Tech-Welt von San Francisco aufs Korn, mit all ihren absurden Buzzwords, aufgeblasenen Egos und milliardenschweren Träumen. Thomas Middleditch spielt einen Programmierer, der mit seinem Start-up zwischen Genie und Chaos pendelt, umgeben von einer Truppe ebenso begabter wie sozial inkompetenter Entwickler. Die HBO-Serie traf den Nerv ihrer Zeit so präzise, dass echte Unternehmer aus dem Valley sie als Spiegel beschrieben.
Key Art zur Serie Parks and Recreation
8 von 18
„Parks and Recreation“ (2009–2015) spielt in der Stadtplanungsabteilung der Kleinstadt Pawnee, Indiana und dreht sich um die unerschütterlich optimistische Beamtin Leslie Knope. Amy Poehler gibt der Figur eine Energie, die ansteckend wirkt – selbst, wenn die Bürokratie mal wieder gegen sie arbeitet. Was als bescheidener Start begann, entwickelte sich zu einer der warmherzigsten und am besten geschriebenen Comedys ihrer Generation.
Key Art zur Serie Community
9 von 18
„Community“ (2009–2015) spielt an einem fiktiven Community College in Colorado, an dem eine bunte Gruppe völlig unterschiedlicher Studierender in einer Lerngruppe zusammenkommt. Joel McHale, Alison Brie und Donald Glover gehören zu einem Ensemble, das mit Vorliebe Filmgenres parodiert, Metawitze reißt und das Fernsehformat selbst auf den Arm nimmt. Die Serie hatte zwar nie besonders hohe Einschaltquoten, aber eine Fangemeinde, die für ihren Fortbestand kämpfte wie kaum eine andere.
Key Art zur Serie Schitt‘s Creek
10 von 18
„Schitt‘s Creek“ (2015–2020) erzählt von der steinreichen Familie Rose, die nach einem Finanzskandal alles verliert. Außer die einst als Witz gekaufte Kleinstadt Schitt‘s Creek. Eugene und Dan Levy schufen gemeinsam eine Serie, die zahlreiche Anhänger fand. Beim Emmy 2020 gewann sie als erste Serie überhaupt alle sieben wichtigen Comedykategorien in einem einzigen Jahr.
  • Nadja Spielvogel
    VonNadja Spielvogel
    schließen

Comedyserien erlebten zwischen 2005 und 2020 einen echten Aufbruch. Welche Serien aus dieser Ära sind bei Millennials bis heute beliebt und warum?

Comedyserien 2005–2020: Warum diese Ära besonders war

Zwischen 2005 und 2020 passierte im Comedy-Bereich etwas, das das Genre nachhaltig veränderte. Die sogenannte Single-Kamera-Revolution machte Schluss mit dem klassischen Mehrkamera-Format und dem aufgesetzten Lachen aus der Konserve. Serien wie „The Office“, „Parks and Recreation“ oder „Modern Family“ setzten auf eine natürlichere, dokumentarische Optik – ohne Studiokulisse, ohne Lachkonserve. Das Ergebnis war Comedy, die sich echter anfühlte und emotionalen Tiefgang mit Witz verband.

Goldenes Zeitalter: Streaming verändert die TV-Comedy

Diese Entwicklung fiel zudem in eine Phase, die Kritiker und Medienwissenschaftler als das Goldene Zeitalter des Fernsehens bezeichnen. Neue Streaming-Plattformen wie Netflix und HBO ermöglichten es Showrunnerinnen und Showrunnern, mutigere Stoffe umzusetzen, abseits der starren Network-TV-Logik. Britische Importe wie „Fleabag“ oder „The IT Crowd“ brachten zusätzliche Impulse und zeigten, dass Comedy keine Ländergrenzen kennt.

Millennials und ihre Lieblingsserien: mehr als nur Unterhaltung

Für Millennials waren viele dieser Serien damals mehr als nur Unterhaltung. „New Girl“, „Brooklyn Nine-Nine“ oder „How I Met Your Mother“ begleiteten eine ganze Generation durch Studium, erste Jobs und große Lebensfragen und sorgten dabei zuverlässig für gute Laune. Dass all diese Serien heute noch auf Streamingplattformen laufen und so neue Zuschauerinnen und Zuschauer finden, spricht für ihre Qualität.
Was diese Comedys von vielen Vorgängerserien unterschied: Sie trauten sich, Figuren zu zeigen, die scheitern, zweifeln und trotzdem weitermachen. Humor entstand nicht aus Slapstick oder billigen Pointen, sondern aus Wiedererkennung. Genau das macht sie bis heute so kurzweilig, egal ob beim ersten oder fünften Durchschauen.

Von „Law & Order“ bis „NCIS“: Diese 20 Krimiserien schrieben TV-Geschichte

Key Art zur Serie Rocco Schiavone
Key Art zur Serie The Brokenwood Mysteries
Key Art zur Serie Chicago P.D.
Key Art zur Serie Shetland
Von „Law & Order“ bis „NCIS“: Diese 20 Krimiserien schrieben TV-Geschichte

Das Ende einer Ära: Warum 2020 ein Wendepunkt war

Um das Jahr 2020 herum endeten viele der prägendsten Comedyserien dieser Phase fast gleichzeitig und verabschiedeten sich innerhalb kürzester Zeit vom Bildschirm. Gleichzeitig fragmentierte sich das Streaming-Publikum zunehmend auf immer mehr Plattformen, so dass gemeinsame „Lagerfeuer-Momente“ seltener wurden.

Neue Serien ab 2020 bewegen sich zudem oft im Graubereich zwischen Comedy und Drama und lassen sich kaum noch klar einem Genre zuordnen. Ironischerweise sorgte genau dieser Umbruch dafür, dass die alten Serien einen neuen Boom erlebten: Millionen Menschen entdecken „The Office“, „Parks and Recreation“ oder „Brooklyn Nine-Nine“ neu und schauen sie in kürzester Zeit durch.

Rubriklistenbild: © NBC/Prime Video/ABC

Kommentare