Feine Antennen

Viel mehr als niedlich: Zehn Fakten über die Schnurrhaare von Katzen

Eine dreifarbige Katze von der Seite fotografiert, ihre Tasthaare sind gut zu erkennen.
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Katzen haben etwa 156 Schnurrhaare, nicht nur um die Nase, sondern auch über den Augen, am Kinn, an der Unterlippe und den Wangen. Die feinen Haare haben viele Namen: Schnurrhaare, Sinushaare, Tasthaare oder auch Vibrissen.
Nahaufnahme des Gesichts einer getigerten Katze mit grünen Augen.
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Die Schnurrhaare sind ein hochsensibles Tastorgan der Katze. Auch wenn sie in den Haaren selbst kein Gefühl hat, so sitzen an den Haarfollikeln viele empfindliche Nervenenden, die schon kleinste Bewegungen wahrnehmen und über sogenannte Propriozeptoren ans Gehirn weiterleiten. Die Schnurrhaare abzuschneiden, ist laut Tierschutzgesetz verboten.
Eine getigerte Katze liegt auf dem Rücken und schaut kopfüber in die Kamera.
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An den Schnurrhaaren lässt sich die Stimmung der Katze ablesen. Sind sie nach vorne gerichtet, ist die Katze aufmerksam oder gar in Alarmbereitschaft. Liegen sie eng am Körper, deutet das auf Angst hin oder die Katze fühlt sich bedroht. Seitlich ausgerichtete, leicht gespannte Schnurrhaare zeigen, dass die Katze entspannt ist.
Eine Babykatze von der Seite fotografiert.
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Mit ihren Schnurrhaaren können Katzen Bewegungen von Beutetiere spüren, wenn diese Luft aufwirbeln. Außerdem helfen sie bei der Orientierung. Denn mit den Tasthaaren am Kinn können Katzen „sehen“, was sich vor ihnen befindet, ihr Sichtfeld ist in diesem Bereich nämlich eingeschränkt. Dass Katzen sich im Dunkeln so gut zurechtfinden, haben sie also nicht nur ihren guten Augen, sondern auch ihren feinen Schnurrhaaren zu verdanken.
Eine grau getigerte Katze liegt auf dem Sofa, ihre Vorderpfoten sind im Kamerafokus.
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Katzen haben nicht nur im Gesicht, sondern auch an den Vorderbeinen Tasthaare. Diese helfen ihnen beim Klettern und Jagen. So zeigen sie, ob ein Beutetier sich noch bewegt.
Eine dreifarbige Babykatze im Portrait.
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Die Schnurrhaare über den Augen sind wichtige Antennen und funktionieren wie eine Art Frühwarnsystem: Sie dienen dem Schutz der empfindlichen Augen.
Eine Katze der Rasse Devon Rex im Portrait.
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Es gibt Katzenrassen, bei denen die Schnurrhaare nicht lang und glatt, sondern kurz oder gekräuselt sind. Das schränkt sie in ihrer Funktion ein. Der Katze fehlt quasi ein Sinnesorgan, beziehungsweise steht es ihr nur eingeschränkt zur Verfügung. Katzen, die rassebedingt keine Schnurrhaare haben, gelten als Qualzucht.
Eine Katze frisst aus einer tiefen Schale.
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Katzen sollten möglichst immer aus flachen Schalen fressen oder trinken. Stoßen die Schnurrhaare beim Fressen ständig an den Rand des Napfes, ist das für die Katze sehr unangenehm bis schmerzhaft. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: Whisker Stress.
Eine graue Katze schlüpft durch eine Katzenklappe ins Freie.
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Die Schnurrhaare sind auch eine Art Abstandsmesser. Sie sind länger, als die Katze breit ist. So kann die Katze mit ihren Schnurrhaaren prüfen, ob sie durch eine Öffnung passt. Auch deshalb ist Übergewicht für Katzen ungünstig: Ist die Katze breiter als ihre Schnurrhaare lang sind, funktioniert der Abstandsmesser nicht mehr zuverlässig.
Nahaufnahme einer Katzennase.
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Wenn mal ein Schnurrhaar ausfällt, ist das nicht weiter tragisch. Die Katze hat genug davon und sie wachsen recht schnell wieder nach. Ausgefallene Schnurrhaare sollen sogar Glück bringen.
  • Kirsten Lemke
    VonKirsten Lemke
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Schnurrhaare machen das Katzengesicht einzigartig. Sie sind länger und dicker als die übrigen Haare der Katze. Und sie erfüllen wichtige Aufgaben.

Ohne ihre Schnurrhaare wäre eine Katze wohl kaum in der Lage, so elegant durchs Leben zu gehen, wie sie es tut. Die Haare sind wie ein siebter Sinn, registrieren bereits den feinsten Lufthauch und liefern der Katze wichtige Informationen über ihre Umwelt. Die Schnurrhaare machen die Katze zur geschickten Jägerin und zur sensiblen Beobachterin.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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