Himmelsschauspiel im November

Größter Supermond des Jahres: Wann der „Nebelmond“ heute am Himmel steht

Im November kommt der Mond der Erde so nah wie kein anderer Vollmond in 2025. Was diesen Supermond besonders macht und warum der Begriff umstritten ist.

Frankfurt – Wenn am 5. November der nächste Vollmond am Himmel steht, dann ist er der Erde näher als alle anderen Vollmonde des Jahres 2025. Um 23.16 Uhr am 5. November liegen dann nur noch 356.834 Kilometer zwischen Erde und Mond. Das macht den November-Vollmond zu einem Supermond – ein Begriff, für den es eigentlich gar keine allgemeingültige Definition gibt. Das liegt daran, dass der Begriff in der Astronomie eigentlich gar nicht verwendet wird.

Der Supermond erscheint am Himmel etwas größer als ein „normaler“ Vollmond. (Archivbild)

Er stammt ursprünglich aus der Astrologie und wird umgangssprachlich benutzt und von Medien gern aufgegriffen, um über die Monde zu berichten, die der Erde im Laufe eines Jahres am nächsten kommen. Schon der Vollmond im Oktober war demnach ein Supermond und auch der Dezember-Vollmond wird in diese Liste mit aufgenommen – schließlich ist er nur etwa 250 Kilometer weiter von der Erde entfernt als der November-Vollmond.

Supermond im November 2025: Vollmond nahe des erdnächsten Bahnpunkts

Der hat traditionell eigentlich den Namen „Nebelmond“ – ein Hinweis auf die feucht-kühle Witterung im November. Doch wie kann es eigentlich sein, dass der Vollmond im November der Erde so viel näher kommt als in anderen Monaten? Die Antwort hat Björn Voss, Leiter des Planetariums in Hamburg: „Der Mond umrundet die Erde alle 27,5 Tage auf seiner elliptischen Bahn. Die weiteste Entfernung zu uns beträgt bis zu 406.000 Kilometer. Einmal im Monat kommt er aber auch auf bis zu 356.000 Kilometer an uns heran.“

Voss ergänzt: „Findet nun, wie diesen November, ein Vollmond nahe des erdnächsten Bahnpunktes statt, wird er von einigen Menschen als ‚Supermond‘ oder auch ‚Supervollmond‘ bezeichnet.“ In der Astronomie würde man das Phänomen eher „Perigäum-Syzygie“ nennen, wobei das Perigäum den erdnächsten Punkt einer Umlaufbahn bezeichnet und eine Syzygie in der Astronomie bedeutet, dass drei Himmelskörper in einer Linie aufgereiht sind – wie bei einem Vollmond.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Ein Supermond kann bis zu 14 Prozent größer als ein „normaler“ Vollmond sein

Dass ein Supermond am Himmel steht, kann man im übrigen auch erkennen – allerdings nur dann, wenn man sehr viel Erfahrung in der Vollmond-Beobachtung hat oder wenn man einen direkten Vergleich hat. Würden der Supermond und ein „normaler“ Vollmond nebeneinander am Himmel stehen, könnte man sehen, dass der Unterschied etwa so groß ist wie zwischen einer Ein-Euro-Münze und einer Zwei-Euro-Münze.

Grundsätzlich erscheint ein Supermond etwa sieben Prozent größer und 15 Prozent heller als ein „normaler“ Vollmond. Vergleicht man ihn mit einem sogenannten „Minimond“, der weit von der Erde entfernt ist, ist der Supermond bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller. Voss betont aber: „Tatsächlich fällt der Abstand des Mondes zur Erde für unsere Wahrnehmung weniger ins Gewicht. Entscheidender sind die Wetterbedingungen oder wie nah sich der Mond am Horizont befindet.“

Der Experte spielt damit auf die sogenannte Mondtäuschung an. „Der Mond erscheint uns größer, wenn wir ihn in der Nähe von Bäumen oder Gebäuden sehen. Denn so nimmt unser Gehirn seine Größe relativ zu diesen Objekten wahr“, erklärt Voss das Phänomen. (Quellen: Pressemitteilung Planetarium Hamburg, Time and Date, eigene Recherche) (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mustafa Yalcin

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