„Starlink“-Konstellation

Privatisierung des Weltalls: Elon Musk kontrolliert zwei Drittel aller Satelliten im Erdorbit

SpaceX dominiert mit seinen „Starlink“-Satelliten den Erdorbit und mit seinen Raketen die Raumfahrt. Die Dominanz von Elon Musk im Weltall zeigt einen Trend.

Frankfurt – Mit dem erfolgreichen Start von 56 „Starlink“-Satelliten am vergangenen Sonntag (19. Oktober) hat SpaceX einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: Der 10.000. Satellit der „Starlink“-Konstellation wurde in die Erdumlaufbahn gebracht. Damit kontrolliert SpaceX-Gründer Elon Musk inzwischen 66 Prozent aller aktiven Satelliten im Erdorbit – eine beispiellose Machtkonzentration im Weltraum in den Händen einer einzelnen Person.

Milliardär Gründer Elon Musk hat mit seinem Raumfahrt-Unternehmen SpaceX die Kontrolle über zwei Drittel der Satelliten im Weltall. (Archivbild)

Wie Daten der gemeinnützigen Organisation Celestrak zeigen, befinden sich derzeit 8562 aktive „Starlink“-Satelliten unter den insgesamt 12.955 funktionsfähigen Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO), berichtet der Independent. Weitere 1500 „Starlink“-Satelliten sind entweder inaktiv oder nicht mehr im Orbit. Diese Dominanz wirft zunehmend Fragen auf, wie viel Einfluss der reichste Mann der Welt durch seine Kontrolle über das „Starlink“-Netzwerk ausübt. Die Satellitenkonstellation spielt auch im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle.

„Starlink“-Satelliten von SpaceX dominieren die Erdumlaufbahn deutlich

Die Ambitionen von SpaceX sind noch lange nicht erfüllt. Das Unternehmen plant, die „Starlink“-Konstellation auf insgesamt 42.000 Satelliten auszubauen. Derzeit liegt nur eine Genehmigung für 12.000 der kleinen Satelliten vor. Der nächste Konkurrent, OneWeb, betreibt mit 651 Satelliten nur einen Bruchteil der SpaceX-Flotte. Allerdings arbeiten mehrere chinesische Unternehmen daran, bis in die 2030er Jahre ebenfalls Konstellationen mit mehr als 10.000 Satelliten zu etablieren.

Die „Starlink“-Satelliten sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Mit einer Lebensdauer von etwa fünf Jahren führen sie am Ende ihrer Betriebszeit ein kontrolliertes Manöver durch, um in die Erdatmosphäre einzutreten und vollständig zu verglühen. Der Astronom Jonathan McDowell geht gegenüber Earth Sky davon aus, dass bei weiterem Ausbau in Zukunft etwa fünf „Starlinks“ pro Tag in der Erdatmosphäre verglühen werden, derzeit seien es etwa ein bis zwei abstürzende Satelliten pro Tag.

„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebaut

Das „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch.
Das „Starship“ besteht aus zwei Teilen, die zusammen den Namen „Starship“ tragen. So heißt jedoch auch die obere, zweite Stufe der Rakete. Es ist das Raumschiff, in dem später Menschen Platz nehmen sollen, um zum Mond oder Mars zu fliegen.
Die untere, erste Stufe des „Starships“ ist der Raketenbooster, genannt „Super Heavy“. Der Booster ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgerüstet, die beim Start alle gezündet werden und die Rakete starten lassen. Die erste Raketenstufe soll nach ihrer Abtrennung zur Erde zurückfliegen und wiederverwendet werden können.
Nach dem ersten Startversuch wurde der Startplatz des „Starships“ stark beschädigt und musste repariert werden. Das „Starship“ startet von Boca Chica ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas. Dort will SpaceX eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen – genannt „Starbase“.
„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebaut

SpaceX-Raketen sind 2025 schon 132 Mal ins Weltall geflogen

Der jüngste „Starlink“-Start hat einen weiteren Rekord eingestellt: SpaceX hat mit 132 „Falcon-9“-Starts im Jahr 2025 bereits seinen bisherigen Jahresrekord erreicht – und das mit noch mehreren Dutzend geplanten Starts vor Ende des Jahres. Die SpaceX-Raketen transportieren dabei nicht nur „Starlinks“ ins Weltall: Auch Satelliten anderer Unternehmen, von Raumfahrtorganisationen oder dem US-Militär werden von der „Falcon 9“-Rakete befördert. Gelegentlich schickt die Rakete auch Fracht oder Menschen zur Internationalen Raumstation ISS oder Weltraumreisende in die Erdumlaufbahn.

Eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX bringt „Starlink“-Satelliten ins Weltall. (Archivbild)

Die wachsende Dominanz von Elon Musk im Weltraum verdeutlicht einen Trend, der nicht mehr ganz neu ist: Während früher Nationalstaaten und deren Behörden (wie die US-amerikanische NASA) die Hauptakteure der Raumfahrt waren, übernehmen heute zunehmend private Unternehmen – und insbesondere einzelne Milliardäre – die Kontrolle über kritische Weltrauminfrastruktur.

Der Weltraum ist ein beliebter Spielplatz für Milliardäre

Neben dem britischen Unternehmer Richard Branson sind unter anderem die Milliardäre Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos in der Raumfahrt aktiv. Bezos hat das Unternehmen Blue Origin gegründet, das neben SpaceX für die Nasa zum Mond fliegen soll. Die Frage, welche Auswirkungen diese Machtkonzentration auf globale Kommunikation, Datenkontrolle und geopolitische Verhältnisse haben wird, bleibt offen. (Quellen: Independent, Earth Sky, Celestrak, eigene Recherche) (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bruno Bebert / Bestimage

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