Anstieg um mehrere Meter
Schmelzwasser der Antarktis: Wo der Meeresspiegel am deutlichsten ansteigt
Die Antarktis-Schmelze lässt den Meeresspiegel ungleichmäßig ansteigen. Eine Studie identifiziert weit entfernte Regionen als besonders bedroht.
München – Die Karibik versinkt im Meer, während die Antarktis schmilzt – doch das Wasser steigt nicht überall gleich hoch. Eine neue Studie zeigt dramatische regionale Unterschiede beim Meeresspiegel-Anstieg. Forscher der University of Rhode Island haben mit Computermodellen berechnet, wo das Schmelzwasser der Antarktis die größten Schäden anrichtet. Das Ergebnis überrascht: The Conversation berichtet von der Studie, die zeigt, dass ferne Regionen stärker betroffen sind als die Gebiete nahe der Antarktis.
„Das Verständnis dessen, was mit der Antarktis-Eisdecke passiert, ist wichtig, weil sie genug gefrorenes Wasser enthält, um den durchschnittlichen Meeresspiegel um etwa 58 Meter anzuheben“, erklären die Studienautoren Shaina Sadai und Ambarish Karmalkar. Der Grund für die ungleiche Verteilung liegt in der Schwerkraft. Die riesigen Eismassen ziehen das Meerwasser an. Schmilzt das Eis, lässt diese Anziehungskraft nach – das Wasser fließt weg von der Antarktis. Andere Forscher zeigten sich überaus besorgt über die Veränderungen in der Antarktis.
Meeresspiegel soll laut Studie dramatisch ansteigen
Die Berechnungen zeigen alarmierende Zahlen für bestimmte Regionen. Bei moderaten Emissionen steigt der Meeresspiegel durch antarktisches Schmelzwasser bis 2200 im Indischen Ozean, Pazifik und westlichen Atlantik um bis zu 1,5 Meter an. Besonders betroffen sind Inselstaaten wie Jamaika oder die Marshall-Inseln. Bei hohen Emissionen wird es dramatisch: Die Studie berichtet von möglichen 4,3 Metern Anstieg bis 2200 – nur durch antarktisches Schmelzwasser. Dazu kommen noch Grönland-Eis und die Wärmeausdehnung des Meerwassers.
Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde




Das National Snow and Ice Data Center meldet für die Saison 2024/2025 zunächst überdurchschnittliche Schmelze, die aber früh endete. Starke Schneefälle reduzierten den Beitrag der Antarktis zum Meeresspiegel-Anstieg in diesem Zeitraum. Die Forscher entdeckten überraschende Effekte: Wenn das Eis schmilzt, hebt sich der Untergrund. Durch das Schmelzen können Eisteile aus dem warmen Meerwasser gehoben werden und das Schmelzen verlangsamen.
Die globale Erwärmung kann durch das Schmelzen verlangsamt werden
Außerdem kühlt das kalte Schmelzwasser die Ozeane und bremst so die globale Erwärmung. „Diese Auswirkungen haben Bedeutung für Klimagerechtigkeit, besonders für Inselstaaten, die wenig zum Klimawandel beigetragen haben, aber bereits die verheerenden Folgen des Meeresspiegelanstiegs erleben“, mahnen die Wissenschaftler. Japanische Forscher warnten in der Vergangenheit vor einem bedrohlichen Dominoeffekt im Eis. (Quellen: Nature Communications, theconversation.com, National Snow and Ice Data Center) (rd)
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