Vor Gericht
Ebay-Betrug in Bönen: Unendliche Geschichte könnte enden
Weil er seinen Kumpel um viel Geld betrogen hat, muss sich ein Bönener vor Gericht verantworten. Doch der Fall dauerte länger als gedacht.
Bönen - Ein dreister Betrug und die Untätigkeit eines jungen Böneners (25) bescheren einem Strafrichter im Amtsgericht im Kreis Unna unerwartet viel Arbeit. Jetzt, nach Monaten, könnte die Akte aber tatsächlich doch noch zugeklappt werden.
Ebay-Betrug: Bönener auf der Anklagebank
Der Fall, der sich zu einer fast unendlichen Geschichte entwickelte, begann im September 2023 damit, dass der 25-Jährige einem Kumpel sein Konto zur Verfügung stellte und der nichts Besseres zu tun hatte, einen Kleinanzeigen-Kunden über den Tisch zu ziehen. Dem verkaufte er zwei iPhones für 1250 Euro insgesamt, ließ sich den Betrag auf das Konto des Böneners überweisen und lieferte anstelle der versprochenen Handys Hundefutter.
Im März 2024 saß der Bönener auf der Anklagebank und beteuerte, von all dem nichts geahnt zu haben. Er habe nur seinem Kumpel helfen wollen. Und der bestätigte das sogar. Damit war der Betrug vom Tisch und dem 25-Jährigen wurde nunmehr leichtfertige Geldwäsche zur Last gelegt. Er erhielt eine Chance: Gegen Zahlung der 1250 Euro an den Geschädigten sollte das Verfahren eingestellt werden. Der Freund als eigentlicher Betrüger versicherte, die Zahlung zu übernehmen. Es flossen aber nur 200 Euro.
Ebay-Betrug in Bönen: Unendliche Geschichte könnte enden
Da sich nach der ersten Zahlung nichts mehr tat, gab es eine neue Verhandlung gegen den Bönener. Wieder wurde zugesichert, dass das Geld oder vielmehr der Rest gezahlt würde. Ein leeres Versprechen. Es passierte nichts.
Nun gab es den dritten Termin und der begann mit einer Überraschung: Der 25-Jährige legte einen Beweis dafür vor, die fehlenden 1050 Euro am Vortag endlich überwiesen zu haben. Sollte das tatsächlich der Fall sein und der Betroffene bestätigt den Eingang des Geldes, erhält der Bönener eine allerletzte Chance und das Verfahren wird erneut eingestellt. Diesmal aber endgültig.
Rubriklistenbild: © Marcus Brandt / dpa