Drastische Konsequenzen

Eurobahn streicht drei Zug-Strecken und nennt die Gründe

Die Eurobahn zieht drastische Konsequenzen aus dem Personalmangel: Drei Zugverbindungen fallen dadurch weg. Auf weiteren wird das Angebot reduziert.

Hamm - Pendler und Reisende wissen nach den jüngsten Streiks bei der Deutschen Bahn, wie es ist, wenn kein Zug fährt. Private Anbieter in NRW waren in diesen Phasen weiterhin verlässlich auf der Schiene unterwegs, doch nun dünnt einer von ihnen sein Angebot aus. Die Eurobahn streicht einige Regionalverbindungen ganz, andere werden seltener bedient. Der Grund: Fachkräftemangel.

Eurobahn streicht wegen Personalmangel drei Zugstrecken in NRW

Die Fahrplanänderungen bei der Eurobahn gelten ab Montag, 8. April, also ab dem ersten Tag nach den Osterferien in Nordrhein-Westfalen. In dieser Woche könnte auch ein unbefristeter Streik bei Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen in Städten und Kreisen starten.

Betroffen sind nach Angaben der Eurobahn folgende Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in Ostwestfalen-Lippe und im Teutoburger Wald-Netz:

  • RB 65 („Ems-Bahn“)
  • RB 66 („Teuto-Bahn“)
  • RB 67 („Der Warendorfer“)
  • RE 78 („Porta-Express“)
  • RE 82 („Der Leinweber“)

„Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv geprüft und analysiert, wie wir unter Anbetracht der schwierigen Branchen-Bedingungen unseren Fahrgästen die benötigte Zuverlässigkeit und Fahrplanstabilität bieten können. Mit den Fahrplananpassungen tragen wir den Themen sowie auch unserer Mitarbeiterfürsorge Rechnung“, wird der Technische Geschäftsführer Karsten Schulz in einer Eurobahn-Mitteilung zitiert. Hintergrund des Ganzen seien die Herausforderungen des Fachkräftemangels sowie die erhöhten Krankenstände.

Gültig sind die Fahrplanänderungen vorerst bis zu den Sommerferien (ab 8. Juli), dann soll die Sachlage „erneut evaluiert“ werden, wie es heißt. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass das Angebot dauerhaft reduziert wird. Ab dem 8. April 2024 gelten vorerst folgende Einschränkungen auf den Eurobahn-Strecken:

Änderungen bei der Eurobahn: Linie RB 65 „Ems-Bahn“

Die RB 65 ist montags bis freitags im Halbstundentakt für die Fahrgäste im Einsatz. Ab dem 8. April werden innerhalb der nachfragestarken Zeitlagen ein Drittel der Zugleistungen entfallen.

Änderungen bei der Eurobahn: Linie RB 66 „Teuto-Bahn“

Die Teuto-Bahn ist ab Montag, 8. April, im Zweistundentakt im Einsatz (zuvor stündlich). Der parallel verkehrende Regional-Express RE 2 kann weiterhin zwischen Münster und Osnabrück in beiden Richtungen genutzt werden.

Änderungen bei der Eurobahn: Linie RB 67 „Der Warendorfer“

Zwischen Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh und Bielefeld entfällt der Zugverkehr. Die Eurobahn verweist auf die Linien RB 69 und RE 6. Der Streckenabschnitt zwischen Gütersloh und Isselhorst-Avenwedde wird mit einem Schienenersatzverkehr bedient.

Änderungen bei der Eurobahn: Linie RE 78 „Porta-Express“ 

Auf dieser Linie wird die Eurobahn zwischen Nienburg und Minden den Verkehr vollständig einstellen. Alternativ wird das Unternehmen einen Schienenersatzverkehr mit Bussen einrichten.

Änderungen bei der Eurobahn: Linie RE 82 „Der Leineweber“

Das Leistungsangebot des Leineweber wird auf den Parallelverkehren der Linien RB 72 und RB 73 gelegt. Der Streckenabschnitt Bielefeld – Altenbeken wird von dem RE 82 bis einschließlich Sonntag, 7. April bedient, ab dem 8. April entfällt der Verkehr auf der Linie RE 82.

Die Fahrplanneuerungen finden Reisende sich auf der Seite der Eurobahn. Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf die kostenfreie Servicehotline 00800/38762246.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa/Symbolbild

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