Ende des Ukraine-Kriegs
Amerikaner finden Trumps Umgang mit Putin laut Umfrage „nicht hart genug“
Trump zeigt sich nach dem Gespräch mit Putin zufrieden. Eine Mehrheit der Amerikaner findet seinen Umgang zu weich und zweifelt an Putins Friedenswillen.
Washington, D.C. – Während US-Präsident Donald Trump nach dem Telefonat mit Russlands Machthaber erneut seinen Glauben daran äußert, dass Wladimir Putin ein Ende des Ukraine-Kriegs möchte, sind die Menschen in den USA davon weniger überzeugt.
So gaben in einer aktuellen Umfrage von Harvard CAPS/Harris* 66 Prozent der Befragten an, sie seien davon überzeugt, dass Putin „nur Spielchen“ spiele und gegenüber den USA und dem Westen Zeit schinden wolle. Nur 34 Prozent glauben demzufolge daran, dass der Kreml-Chef den Ukraine-Krieg wirklich beenden wolle.
Ende des Ukraine-Kriegs: Mehrheit des Trump-Lagers glaubt nicht an Putins Friedenswillen
Während unter Demokraten 78 Prozent nicht von Putins Friedenswillen überzeugt sind, glauben selbst unter Republikanern 54 Prozent, dass der russische Präsident „Spielchen spielt“. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Putin vor, „Zeit schinden“ zu wollen. „Es ist offensichtlich, dass Russland Zeit schinden will, um seinen Krieg und die Besatzung fortzusetzen“, schrieb Selenskyj am Dienstag (20. Mai) auf Social Media.
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Eine Mehrheit der US-Bevölkerung zweifelt jedoch laut der Umfrage nicht nur an Putins Absichten, sondern auch daran, dass Trump den Krieg überhaupt beenden kann: 58 Prozent der Befragten gaben an, nicht daran zu glauben, dass der US-Präsident ein Ende des Krieges in der Ukraine herbeiführen könne - 42 Prozent erklärten das Gegenteil. Einen Grund für die Einschätzung könnte auch die Frage nach Trumps Umgang mit dem Kreml-Chef liefern.
Aktuelle Umfrage vor Trump-Putin-Telefonat: „Nicht hart genug“ gegenüber Putin
In der Umfrage gaben 59 Prozent der Befragten an, dass Trump ihrer Einschätzung nach „nicht hart genug“ gegenüber Putin auftrete. 10 Prozent glauben, Trump sei „zu hart“ – 31 Prozent bewerten den Umgang als „richtig“. Zwiegespaltener gestaltet sich das Bild bei den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland. 50 Prozent der Befragten sind sehr oder etwas unzufrieden mit der Art und Weise, wie Donald Trump die Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen der Ukraine und Russland führt – die andere Hälfte mehr oder weniger zufrieden.
Die Befragungen der Harvard-CAPS/Harris-Umfrage fanden am 14. und 15. Mai statt und damit vor dem Telefonat zwischen Trump und Putin. Das Telefonat am Montagabend war bereits das dritte Gespräch seit Trumps Amtsantritt – es dauerte nach Angaben beider Seiten zwei Stunden. Trump äußerte sich danach optimistisch: Russland und die Ukraine könnten nun „sofort mit Verhandlungen über eine Waffenruhe – und noch wichtiger – ein Ende des Krieges beginnen“. Trump betonte, dass die Unterhaltung „sehr gut“ gelaufen sei. „Der Ton und der Geist des Gesprächs waren ausgezeichnet. Wenn das nicht so wäre, würde ich das lieber jetzt als später sagen.“
Nach Trump-Putin-Telefonat: US-Präsident will Handel mit Russland nach Ende des Ukraine-Kriegs
Anders als Vertreter von EU-Staaten signalisierte Trump nach dem Telefonat, dass er eher an einer Normalisierung der US-Beziehungen zu Russland und Wirtschaftskontakten als an Sanktionen interessiert ist: Russland könne „Handel im großen Umfang mit den Vereinigten Staaten treiben, wenn dieses katastrophale ‚Blutbad‘ vorbei ist“, schrieb er auf Truth Social mit Blick auf ein Ende des Ukraine-Kriegs. Mehrere europäische Verbündete – darunter auch Deutschland – kündigten hingegen weitere Sanktionen gegen Russland an. Man wolle „den Druck auf Moskau erhöhen“, schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz später auf X.
* Für die Umfrage des Harvard CAPS/Harris Instituts wurden 1.903 registrierte US-Wähler online befragt. Die Fehlermarge für die Gesamtstichprobe beträgt +/- 2,2 Prozentpunkte bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. (pav mit dpa)
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