Öffentliche Migranten-Steckbriefe

Großrazzia „Midway Blitz“: Trump eskaliert in Chicago – Demokrat kritisiert „Möchtegern-Diktator“

Nach Trumps Drohungen startete ICE eine Razzia in Chicago, wegen angeblich hoher Kriminalität. Gouverneur Pritzker zeigt sich empört über die Aktion.

Chicago – Nach tagelangen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat die US-Einwanderungsbehörde ICE eine groß angelegte Razzia in Chicago gestartet. Die Operation „Midway Blitz“ zielt laut Weißem Haus auf „illegale kriminelle Ausländer, die sich in Chicago zusammengerottet haben“.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Illinois’ Gouverneur JB Pritzker (Demokraten) reagierte empört: „Illinois wird sich von einem Möchtegern-Diktator nicht einschüchtern lassen.“ Tausende protestierten am Wochenende in Chicago und Washington gegen Trump. Chicagos Bürgermeister Brandon Johnson schrieb auf X, die US-Regierung habe die Stadtverwaltung nicht über die Razzia informiert. Chicago wolle keine „rücksichtslose, verfassungswidrige und militarisierte Durchsetzung der Einwanderungsgesetze“.

„Wahnsinn stoppen“: Trump prangert angebliche Kriminalität in Chicago an

Trump hatte Chicago zuvor scharf attackiert. In Posts auf Truth Social sprach er von Dutzenden Toten und Hunderten Verletzten durch Schusswaffen in den vergangenen Wochen. „Wir können schnell vorgehen und diesen Wahnsinn stoppen“, schrieb der Ex-Präsident. Offizielle Daten zeigen jedoch sinkende Mordraten.

Bereits mehrfach hatte Trump mit dem Einsatz der Nationalgarde gedroht. Am Wochenende erklärte er online, Chicago werde bald verstehen, warum das Verteidigungsministerium jetzt „Kriegsministerium“ heiße. Das Bild zu seinem Post zeigt Trump in Militärkleidung, Hubschrauber über der Skyline. Dazu das Zitat: „Ich liebe den Geruch von Abschiebungen am Morgen“, eine Anspielung auf den Kriegsfilm „Apocalypse Now“ (1979).

Die US-Einwanderungsbehörde ICE nutzt oft beschäftigte Parkplätze und Geschäfte für ihre Razzien (Symbolbild).

Basis für rechte Hetze: US-Regierung veröffentlicht Steckbriefe für Migranten

Die Nationalgarde hat Trump bisher offenbar nicht geschickt. Ob der Einsatz der ICE mit Trumps Drohungen zusammenhängt, ist unklar. Die Basis für weitere Hetze gegen Migranten, wie sie in den USA gehäuft stattfindet, wurde nach der Razzia in Chicago bereits gelegt:

Die Regierung veröffentlichte online Steckbriefe von Festgenommenen, viele davon aus Venezuela und Mexiko. Laut Heimatministerium fand der ICE-Einsatz zu Ehren des Opfers eines Verkehrsunfalls, Katie Abraham, im US-Bundesstaat Illinois, statt. Ein illegaler Einwanderer aus Guatemala soll den Unfall durch betrunkenes Fahren verursacht haben.

US-Präsident Trump triumphiert vor Supreme Court: Racial Profiling vorerst erlaubt

Auch vor dem Supreme Court erzielte die Trump-Regierung einen Erfolg. Richter hoben vorläufig Beschränkungen auf, die Kontrollen aufgrund von Aussehen, Sprache oder Akzent verhindern sollten. Kritiker warnen: Die Razzien treffen oft Menschen, die legal in den USA leben.

Demokraten verurteilen die Entscheidung des obersten Gerichts. Am 24. September wird sich die Justiz erneut mit dem Fall beschäftigen, dann könnte ein Gericht unterer Instanz längerfristige Beschränkungen verhängen. Kritiker werfen Trump vor, Kriminalität bewusst zu dramatisieren, um autoritäre Maßnahmen zu rechtfertigen. (lismah/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/ZUMA Press Wire/Jonathan Alcorn

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