Teil eines Hilfspakets
Die neue Generation der KI-Kampfdrohnen für die Ukraine
Deutschland liefert 6000 KI-Kampfdrohnen des Typs HX-2 an die Ukraine. Die Finanzierung aus einem Hilfspaket von drei Milliarden Euro sorgt für Debatten.
Berlin/Kiew – Deutschland will 6000 KI-gesteuerte Kampfdrohnen vom Typ HX-2 noch 2025 an die Ukraine liefern. Das teilte das Rüstungsunternehmen Helsing mit. Zunächst berichtete die Bild-Zeitung über das Vorhaben. Bereits im November 2024 hatte Helsing 4000 Drohnen des Typs HF-1 an Kiew übergeben. Die Finanzierung der neuen Lieferung soll aus einem zusätzlichen Ukraine-Hilfspaket in Höhe von drei Milliarden Euro stammen, das jedoch politisch umstritten ist.
„Wir steigern die Produktion der HX-2, um zusätzliche Bestellungen aus der Ukraine zu bedienen, wo präzise Massenproduktion täglich numerische Nachteile gegenüber älteren Systemen ausgleicht“, erklärte Helsing-Mitbegründer Gundbert Scherf in einer Pressemitteilung.
Die HX-2 ist eine Ende 2024 vorgestellte Präzisions-Kamikaze-Drohne mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Helsing zufolge ist sie durch Künstliche Intelligenz (KI) weitgehend immun gegen elektronische Störmaßnahmen und kann auch unter schwierigen Bedingungen autonom ihr Ziel ansteuern. Zudem sei sie deutlich günstiger als herkömmliche Waffensysteme und für die bezahlbare Massenproduktion konzipiert. „Wir lösen komplexe Probleme – das ermöglicht bezahlbare Präzisionswaffen, die abschrecken und unsere Demokratien schützen“, sagte Helsing-Mitbegründer Niklas Köhler.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Finanzierungsstreit um deutsche Drohnenhilfe im Ukraine-Krieg
Die Finanzierung der Drohnenlieferung ist politisch umstritten. Während Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) für das Hilfspaket werben, fordert Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Ausnahme von der Schuldenbremse. Der Bundestag hat bereits einen FDP-Antrag angenommen, um Klarheit über die Finanzierung zu schaffen.
Zur Fertigung der HX-2 hat Helsing eine neue Produktionsstätte im Süden Deutschlands eröffnet. Die „Resilience Factory“ soll die lokale und unabhängige Herstellung von Drohnensystemen für europäische Staaten ermöglichen. Der genaue Standort bleibt geheim. Die Ankündigung der Lieferung erfolgte kurz vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz, bei der Verteidigung und die Unterstützung der Ukraine zentrale Themen sein werden.
Drohnen und Luftabwehrsysteme im Krieg gegen Russland
Laut Helsing verfügt die erste Fabrik (RF-1) über eine anfängliche Produktionskapazität von 1000 HX-2-Drohnen pro Monat. Langfristig plant das Unternehmen den Ausbau weiterer Standorte in Europa, um die Produktionskapazität im Krisenfall auf Zehntausende Einheiten zu steigern. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 220 km/h kann sie mit verschiedenen Waffensystemen ausgerüstet werden – darunter Mehrzweck-, Anti-Panzer- und Anti-Struktur-Munition.
Deutschland hat der Ukraine bei der Verteidigung gegen Russlands Invasion verschiedene Drohnensysteme zur Verfügung gestellt. Neben Aufklärungsdrohnen wie Vector, die zur Überwachung eingesetzt werden, gehören dazu auch Kampfdrohnen und Drohnenabwehrsysteme. Zudem sind auch Luftabwehrsysteme zur Abwehr russischer Drohnenangriffe geliefert worden. (fsa)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Andriy Andriyenko/ ZUMA Press Wire
