Ukraine-Krieg

Erneut große russische Verluste im Ukraine-Krieg – auch Putins Schattenflotte im Visier

Mehr als 1,3 Millionen Verluste: Neue Zahlen aus Kiew zeigen, wie hoch der Preis für Russlands Truppen inzwischen im Ukraine-Krieg ist.

Die US-Denkfabrik Center for Strategic & International Studies (CSIS) schätzte im Januar 2026, dass Russland bereits rund 1,2 Millionen Soldaten im Ukraine-Krieg verloren habe – dazu zählen Getötete, Verletzte und Vermisste. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat sich diese Zahl in der Zwischenzeit auf 1.334.030 Soldaten erhöht, wie es in einer Mitteilung am Sonntag (3. Mai) hieß. Allein 1080 der Verluste hätten sich demnach im Laufe des letzten Tages ereignet. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Ukrainische Soldaten feuern eine Panzerhaubitze auf russische Stellungen in der Nähe von Bachmut (Archivbild, 2023).

Zum Vergleich: Bestätigte Verluste, die von Mediazona und BBC News Russian zusammengetragen wurden, beliefen sich im Februar 2026 auf rund 200.000 gefallene russische Soldaten. Fest steht: Die Verluste sind hoch und personellen Nachschub zu finden, gestaltet sich sowohl für die Ukraine als auch für Russland schwierig. Zuletzt startete die Ukraine eine Angriffswelle auf die russische Ölinfrastruktur, was auch die russische Schattenflotte beinhaltet. Mit diesen Schiffen exportiert Russland trotz Sanktionen weiter Öl, was Millionen in die Kriegskasse des russischen Präsidenten Wladimir Putin spült.

Nach Angaben des russischen Regionalgouverneurs Alexander Drozdenko hat ein nächtlicher Drohnenangriff einen Brand im größten Ölexporthafen Russlands, in Primorsk an der Ostsee, ausgelöst, wie die Nachrichtenagentur AP News am Sonntag berichtete. Zudem habe man im Bereich der Hafeneinfahrt von Noworossijsk zwei Tanker getroffen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ebenfalls am Sonntag mit. Diese russischen Tanker seien „aktiv für den Transport von Öl eingesetzt“ worden. „Jetzt werden sie das nicht mehr“, schrieb Selenskyj in einem Beitrag in den sozialen Medien.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland auf und abseits des Schlachtfeldes in Not

Auch auf dem Schlachtfeld musste Russland zuletzt Rückschläge einstecken: Die russischen Streitkräfte erlitten im April 2026 erstmals seit dem Einmarsch der Ukraine in die Oblast Kursk im August 2024 einen Nettoverlust ihres kontrollierten Gebietes, berichtet die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in ihrer aktuellen Analyse. Der Militärexperte Nico Lange betont, der Eindruck, „Russland ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch“, sei „grundfalsch“. Er bezeichnet die Lage vielmehr als „festgefahren.“ Russland verliere viele Soldaten, „um eine Straßenkreuzung“ weiterzukommen, so Lange am Sonntag im Interview mit ZDFheute live.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Kim Jong-un und Wladimir Putin
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Für Kremlchef Putin wird es auch in wirtschaftlicher Hinsicht schwieriger: Zwar spülte der Iran-Krieg aufgrund der gestiegenen Ölpreise und der zeitweisen Aufhebung von US-Sanktionen mehr Geld in die Staatskassen. Allerdings überwiegen laut der russischen Zentralbankschefin, Elvira Nabiullin, die Nachteile des Iran-Kriegs für die russische Wirtschaft: „Die Folgen eines globalen Kostenanstiegs könnten sich als gravierender erweisen als die Vorteile höherer Exporte und eines stärkeren Rubels“, zitiert Reuters die Zentralbankschefin. Die Umstellung auf Kriegswirtschaft hatte in den vergangenen Jahren für Wirtschaftswachstum in Russland gesorgt, das Modell stößt nun jedoch an seine Grenzen. (Quellen: CSIS, Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, ISW, AP News, Reuters) (bme)

Rubriklistenbild: © LIBKOS/AP/dpa

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