Epstein und Trump

Epstein-Skandal: Fehlende FBI-Akten belasten Trump – Demokraten sprechen von „Vertuschung“

Drei FBI-Protokolle von 2019 tauchen in den Epstein-Akten nicht auf. Darin erhebt eine Frau schwere, unbestätigte Vorwürfe gegen Donald Trump.

Drei bislang zurückgehaltene FBI-Protokolle aus dem Jahr 2019 enthalten explizite, jedoch unbestätigte Anschuldigungen gegen US-Präsident Donald Trump: Eine Frau soll den Bundesermittlern gegenüber ausgesagt haben, Trump habe sie als Minderjährige Anfang der 1980er-Jahre mit Hilfe von Jeffrey Epstein sexuell missbraucht. Das US-Justizministerium hat seit Dezember Millionen von Seiten aus den Epstein-Ermittlungen veröffentlicht – die drei fraglichen FBI-Berichte (sogenannte Form-302-Protokolle) fehlten jedoch in diesem Datensatz. Das berichtet der Guardian, dem die entsprechenden Dokumente vorliegen.

Donald Trump gestikuliert während der Rede zur Lage der Nation.

Ihre Existenz wurde zunächst vom unabhängigen Journalisten Roger Sollenberger enthüllt und anschließend kurz vor der Befragung von Hillary Clinton im US-Kongress vom Radiosender NPR und der New York Times bestätigt. Die frühere Außenministerin forderte vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss, dieser solle Trump „unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht“. Der Guardian konnte die 25-seitigen Dokumente, die vier Befragungen der Frau im Sommer und Herbst 2019 festhalten, eigenständig einsehen und ihre Echtheit durch einen Regierungsbeamten bestätigen lassen.

Epstein-Akten enthalten unbewiesene Behauptung, dass Trump eine Minderjährige missbraucht hat

Die Frau schilderte den Ermittlern, sie sei ab dem Alter von 13 Jahren von Epstein missbraucht worden – beginnend etwa 1983 auf Hilton Head Island, South Carolina. Epstein soll sie anschließend in ein Gebäude in New York oder New Jersey gebracht haben, wo sie Trump und anderen Männern vorgestellt worden sei. Laut den FBI-Notizen behauptete sie, Trump habe sie anschließend sexuell angegriffen. Zudem will sie mitgehört haben, wie Trump und Epstein über Erpressung sprachen und wie Geld durch Casinos gewaschen werden solle.

Die Vorwürfe sind weder verifiziert noch wurden jemals Anklagen auf Basis dieser Aussagen erhoben. Der Guardian weist ausdrücklich darauf hin, dass Teile der Schilderungen widersprüchlich oder nicht nachprüfbar sind: Epsteins Bruder Mark gab an, von einem Aufenthalt seines Bruders auf Hilton Head in den frühen 1980er-Jahren nichts zu wissen. Auch gibt es keinen Beleg dafür, dass Trump und Epstein im Jahr 1983 überhaupt miteinander bekannt waren – Trump selbst gab 2002 in einem Interview an, Epstein vor etwa 15 Jahren kennengelernt zu haben. Die Frau war zudem in der Vergangenheit mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Betrugs und Ausbeutung einer älteren Person.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Palm Beach
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Epstein-Akten: Demokraten werfen Justizministerium Vertuschung zum Schutz von Trump vor

Die fehlenden Dokumente im Epstein-Skandal haben in den USA eine politische Kontroverse ausgelöst. So hat Senator Chuck Schumer dem Justizministerium eine „massive Vertuschung“ vorgeworfen. „Das Gesetz verpflichtet das Justizministerium, alle Akten freizugeben, nicht nur einige davon, nicht nur diejenigen, die es sich herauspickt und auswählt und freigeben will“, erklärte der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat bei einer Pressekonferenz im Kapitol. Schumer betonte, dass Trump und Personen, die mit Epstein in Verbindung standen, offenbar geschützt werden sollen.

Bereits zuvor hatte der führende Abgeordnete der Demokraten im Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses, Robert Garcia, der Regierung im Onlinedienst X den „größten Vertuschungsskandal einer Regierung in der jüngeren Geschichte“ vorgeworfen. Von Justizministerin Pam Bondi forderte er eine vollständige Erklärung, warum die Dokumente zurückgehalten wurden. Auch der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer kündigte an, die Angelegenheit zu untersuchen.

Trump hat jegliches Fehlverhalten in Zusammenhang mit Epstein stets bestritten

Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf eigene Auswertungen, zahlreiche Vernehmungsprotokolle seien nicht auffindbar. Mehrere mutmaßliche Opfer hätten zudem vergeblich nach Unterlagen zu ihren eigenen Vernehmungen gesucht. Zugleich wies der Sender darauf hin, dass sich einige Dokumente möglicherweise an anderer Stelle in den Akten befinden könnten – etwa ohne aufgeführte Seriennummern oder mit geschwärzten Nummern.

Das Ministerium bestreitet alle Vorwürfe und erklärte gegenüber NPR, es seien „keine Dokumente gelöscht worden“ – zurückgehaltene Inhalte seien entweder doppelt vorhanden oder unterlägen dem Anwaltsprivileg. Sollten Unterlagen irrtümlich falsch gekennzeichnet worden sein, würden sie nach Prüfung veröffentlicht. Trump selbst hat jegliches Fehlverhalten in Zusammenhang mit Epstein stets bestritten und erklärte zuletzt: „Ich habe nichts getan.“ (Quellen: Guardian, NPR, dpa) (cs)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

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