„Dinge passieren“
Trump lobt saudischen Kronprinzen für Menschenrechte – und verteidigt Khashoggi-Ermordung
Beim Besuch des saudischen Kronprinzen stellt Donald Trump klar: Kritik an Menschenrechtsverletzungen ist nicht erwünscht. Eine Journalistin wird barsch zurechtgewiesen.
Washington, D.C. – Beim Besuch von Mohammed bin Salman im Weißen Haus kam Donald Trump aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Der saudische Kronprinz verfüge über ein erstklassiges Zeugnis mit Blick auf Menschenrechte. „Ich bin sehr stolz darauf, was er geleistet hat. Was er getan hat, ist unglaublich, hinsichtlich Menschenrechten und allem anderen“, sagte Trump im Oval Office neben einem sichtlich zufriedenen Kronprinzen.
Der US-Präsident fügte hinzu: „Es ist eine Ehre, dein Freund zu sein, und es ist eine Ehre, dass du hier bist.“ Von Kritik an bin Salman wollte Trump während des Besuchs des Kronprinzen nichts hören. Bereits vor dem Treffen verkündete Trump, begehrte F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien verkaufen zu wollen.
Trump verteidigt Khashoggi-Ermordung und widerspricht eigenem Geheimdienst: „Dinge passieren“
Der Besuch des saudischen de-facto-Herrschers hatte heftige Kritik von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten hervorgerufen. Vor allem die Ermordung des Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul 2018 hatte das Verhältnis zu den USA zeitweise deutlich getrübt.
Khashoggi hatte unter anderem als Kolumnist der renommierten US-Zeitung Washington Post gearbeitet. Seine Leiche wurde zerstückelt und ist bis heute unauffindbar. Die US-Geheimdienste sahen den saudischen Kronprinzen als Drahtzieher für die Tat. Die Frage einer Journalistin zum Fall Khashoggi wies Trump jedoch barsch ab. „Dinge passieren“, sagte Trump. Mohammed bin Salman habe jedenfalls nichts von der Sache gewusst, sagte der US-Präsident.
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office




Saudi-Arabien: Schlimmste Unterdrückung in Geschichte des Landes
Human Rights Watch und andere Menschenrechtsorganisationen veröffentlichten kurz vor dem Besuch einen Aufruf, in dem sie eine klare Positionierung der USA forderten. Washington müsse Themen wie die Hinrichtungen in dem Land ansprechen, die in diesem Jahr mit bereits 300 exekutierten Menschen auf einen Rekord zusteuerten. Dabei sei es höchst unwahrscheinlich, dass Angeklagte einen fairen Prozess erhielten.
Saudi-Arabien erlebe in den vergangenen Jahren die schlimmste Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Missachtung von Menschenrechten in der modernen Geschichte des Landes, so die Aktivistinnen und Aktivisten. (Quelle: dpa) (nak)
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