Berichte über Pläne
Eskalation im Iran: Warum Trump seine Angriffspläne nochmal verschoben hat
Eigentlich wollten die USA und Israel den Iran Berichten zufolge bereits am 21. Februar angreifen. Warum die Operation eine Woche später startete.
Trotz massiver Spannungen kamen der Iran und die USA noch rund eine Woche vor den Angriffen zu Atomgesprächen in Genf zusammen. Sollte Teheran nicht zu einem Abkommen mit Washington bereit sein, warnte US-Präsident Donald Trump vor einem „begrenzten“ Angriff auf den Iran. Nun wurde bekannt: Eigentlich hatten die USA und Israel geplant, den Iran bereits am 21. Februar, also eine Woche früher, anzugreifen. Doch wie Insider dem US-Medium Axios mitteilten, wurde die Operation um eine Woche verschoben. Es sei um operative und nachrichtendienstliche Gründe gegangen, so die Quellen weiter.
Demnach wollte man unter anderem eine bessere Koordinierung mit den israelischen Verteidigungsstreitkräften erreichen und hatte Sorge wegen des Wetters. „Es gab ein Wetterproblem“, räumten mit der Angelegenheit vertraute US-Beamte gegenüber Axios ein. „Daran besteht kein Zweifel. Und das Wetterproblem war eher ein Anliegen der Israelis.“ Immer samstags fand laut den Quellen ein routinemäßiges Treffen des obersten Führers der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, sowie hochrangiger iranischer Beamter statt. Entsprechend verlegten die USA und Israel die Attacke dann auf Samstag (28. Februar).
Was in der zusätzlichen Woche geschah: Verhandlung und Vorbereitung
Die Verzögerung gab Präsident Donald Trump zusätzlich Zeit, zwischen weiteren Verhandlungen und einem Militärschlag zu entscheiden. In dieser Phase fanden in Genf erneute Gespräche über das iranische Atomprogramm statt. US-Vertreter legten dabei einen Vorschlag vor: ein zehnjähriges Moratorium für die Urananreicherung, anschließend eine stark begrenzte symbolische Kapazität. Zusätzlich boten die USA die Lieferung von Brennstoff für zivile Zwecke an. Doch der Iran lehnte ab. Nach dem Scheitern der Gespräche entschied Trump dann, militärisch vorzugehen.
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Das Weiterführen der Verhandlungen sollte aber auch „signalisieren, dass kein unmittelbar bevorstehender Angriff bevorsteht, damit Chamenei und die anderen sich sicher fühlen“, sagte ein israelischer Geheimdienstmitarbeiter zu Axios. Die Trump-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien zwar sehr skeptisch bezüglich eines Abkommens gewesen, die Verhandlungen seien aber ernsthaft gewesen und nicht nur ein Täuschmanöver, hieß es. Es sei aber überraschend gewesen, dass sich Chamenei nicht unter der Erde verstecke, so ein US-Beamter zu Axios.
US-Geheimdienstberichte widersprechen offenbar Trumps Narrativ
Das Pentagon hatte betont, bei den Angriffen handele es sich um den Versuch, eine unmittelbare Bedrohung durch den Iran abzuwenden. Zentrale Elemente der Argumentation der Trump-Regierung für den Militärschlag gegen den Iran halten einer Überprüfung allerdings nicht stand, wie die New York Times und CNN berichten. Das Land stehe anders als behauptet nicht kurz vor der Fertigstellung einer Langstreckenrakete, die das US-Festland erreichen könne.
Geheimdienstberichte zeigen zudem, dass die Herstellung einsatzfähigen nuklearen Materials Monate bis über ein Jahr dauern würde. Insbesondere weil bei den Angriffen im vergangenen Juni drei wichtige iranische Atomanlagen schwer beschädigt worden waren. Trump-Vertreter hatten indes von „Tagen“ oder „einer Woche“ gesprochen. Kritik an der US-Regierung gibt es auch, weil das verfassungsmäßige Recht, einen Krieg zu erklären und zu führen, beim US-Kongress liegt. Thomas Massie, ein republikanischer Abgeordneter aus Kentucky, verurteilte die Angriffe laut Guardian etwa als „vom Kongress nicht genehmigte Kriegshandlungen“. (Quellen: New York Times, Axios, AFP, CNN, dpa, The Guardian) (bme)
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