Abkommen mit Trump

„Mächtiger als die Atombombe“: Iran kann die Welt in der Hormus-Straße jederzeit wieder im Würgegriff halten

Iran und die USA wollen ein gemeinsames Abkommen unterzeichnen. Doch US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Teheran die Hormus-Straße jederzeit blockieren könnte.

Am Freitag soll es in einem Luxushotel nahe der Schweizer Stadt Luzern zur Vertragsunterschrift kommen: US-Präsident Donald Trump und Vertreter des Iran unterzeichnen ein Papier, das eine sofortige Waffenruhe vorsieht. Darauf folgen soll ein Abkommen, das die Region dauerhaft befrieden könnte. Bereits am Dienstag beendeten die USA laut iranischem Außenministerium ihre seit zwei Monaten andauernde Blockade iranischer Häfen. Auf diesen Schritt habe Teheran „von Anfang an Wert gelegt“, erklärte der iranische Vize-Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi.

Die Wirtschaft setzt auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus

Doch wie geht es weiter mit der Straße von Hormus? Trump hatte gesagt, die wichtige Meerenge werde wieder geöffnet, Mautgebühren sollten ihm zufolge nicht erhoben werden. Teheran spricht dagegen von einer Wiederöffnung „binnen 30 Tagen“. Der Iran will zudem weiter Gebühren für Schiffe verlangen, die von Beobachtern als „Schutzzölle“ umschrieben werden. Allerdings gehen US-Geheimdienste davon aus, dass der Iran künftig jederzeit die Schifffahrtsroute durch die Hormus-Straße blockieren könnte.

Hormus-Blockade: Iran-Krieg hat Teherans Denken hinsichtlich „ähnlicher Taktiken“ verändert

Wie der Sender CNN berichtet, hätten amerikanische Geheimdienste ihre Bewertung des Iran nach den Ereignissen der vergangenen Monate angepasst. Die Führung in Teheran habe erkannt, dass sie mit einer Sperrung der Meerenge erheblichen Druck auf die Weltwirtschaft ausüben könne. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Transportwege für Öl und Gas weltweit.

„Wir haben dem Iran nun de facto die Kontrolle über die Meerenge übergeben – eine Waffe, die mächtiger ist als jede Atombombe“, zitiert CNN eine der mit den Einschätzungen der US-Geheimdienste vertraute Quelle. Demnach habe diese erklärt, wie der Krieg Teherans Denken hinsichtlich ähnlicher Taktiken für die Zukunft grundlegend verändert habe. Laut CNN sind die Geheimdienste zudem zu dem Schluss gekommen, dass der Iran weiterhin über erhebliches militärisches Equipment verfüge, darunter Raketen, Drohnen und Schnellboote, die für eine Blockade eingesetzt werden könnten.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Iran-Krieg - Iran
Angriff auf den Iran - Iran
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Nach CNN-Informationen prüfen die Geheimdienste außerdem die Möglichkeit, dass Teheran im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen die verbündete Huthi-Miliz im Jemen dazu bewegen könnte, auch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren.

Ein hochrangiger US-Beamter erklärte zudem gegenüber dem Sender, dass der Iran „keinerlei Vorteile“ aus dem Rahmenabkommen ziehen könne, solange die Meerenge nicht offen bleibe und das Land sich nicht an die anderen vereinbarten Punkte halte.

Iran wollte die Meerenge schon länger sperren – als Reaktion auf feindliche Angriffe

Die vielen Unwägbarkeiten und die Ungewissheit über den Inhalt des Abkommens dürften dazu führen, dass der Schiffsverkehr noch wochen- oder monatelang auf ein Rinnsal beschränkt bleibt. Diese Vermutung teilen einem Bericht zufolge Vertreter der Schifffahrtsbranche und Experten, die Schiffsbewegungen verfolgen. Der Iran hatte schon länger damit gedroht, die Meerenge als Reaktion auf Angriffe zu sperren, schreibt CNN. Doch erst Trumps Entscheidung, mit Israel Kampfhandlungen zu starten, hätte das Land dazu bewegt, zu demonstrieren: Es ist dazu in der Lage – und wird es auch künftig sein. (Quellen: CNN, dpa, AFP) (ktho)

Rubriklistenbild: © Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

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