Atomprogramm im Fokus

UN-Sanktionen reaktiviert: Eskaliert der Konflikt mit dem Iran?

UN-Sanktionen gegen den Iran sind bald zurück. Die Diplomatie ist am Limit und die Gefahr wachsender Spannungen im Atomstreit wächst.

New York – Die Uhr tickte und der Sicherheitsrat entschied: Mit der Ablehnung eines Aufschubs durch neun von 15 Mitgliedern kehren die UN-Sanktionen gegen Teheran am Wochenende zurück. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten den Snapback-Mechanismus ausgelöst, weil sie dem Iran Verstöße gegen das Atomabkommen von 2015 vorwerfen, insbesondere die Urananreicherung weit über zivile Zwecke hinaus.

Am Sonntag greifen wieder frühere UN-Sanktionen gegen den Iran. (Archivbild)

Großbritanniens UN-Botschafterin Barbara Woodward betonte: „Wir haben uns unermüdlich in diplomatischen Bemühungen engagiert, um den Iran wieder zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu bewegen.“ Teheran reagierte scharf. Außenminister Abbas Araghtschi nannte den Schritt „rechtlich null und nichtig, politisch rücksichtslos und verfahrenstechnisch fehlerhaft.“ Der Iran habe mehrere Vorschläge unterbreitet, „um die Tür für Diplomatie offenzuhalten“, schrieb der Diplomat auf X.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte den Iran zuletzt auf, den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde uneingeschränkten Zugang zu gewähren. Noch sei ein diplomatischer Ausweg möglich – andernfalls droht die Lage weiter zu eskalieren.

Iran-Sanktionen: Was bedeutet Snapback-Mechanismus?

Der sogenannte Snapback-Mechanismus ist eine im Atomabkommen von 2015 verankerte Regelung. Er erlaubt es den Vertragsstaaten, bei schwerwiegenden Verstößen des Iran gegen die Vereinbarungen die früheren UN-Sanktionen automatisch wieder in Kraft zu setzen – ohne dass es einer neuen Resolution des Sicherheitsrats bedarf. Damit werden etwa das Waffenembargo, Reisebeschränkungen und Finanzsanktionen reaktiviert. Ziel ist es, Druck auf Teheran auszuüben und die Einhaltung der internationalen Verpflichtungen zu erzwingen.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Kim Jong-un und Wladimir Putin
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
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Welche konkreten Folgen diese Rückkehr der Sanktionen haben wird, ist noch offen. Expertinnen und Experten jedoch davon aus, dass die Maßnahmen den Iran international weiter isolieren dürften. Da Teheran schon während früherer Strafmaßnahmen seine wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu Russland und China vertiefte, könnte die erneute Isolation den Kurs des Landes noch stärker in Richtung dieser Partner treiben. (Quellen: ZDF, Reuters, AFP, Süddeutsche Zeitung) (ddaj)

Rubriklistenbild: © Arne Immanuel Bänsch/dpa

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