Lage im Nahen Osten

In Israel wachsen die Zweifel: Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch nicht bei Angriffen getötet?

Wurde der iranische Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei den Angriffen getötet? Die Partei des früheren Staatschefs dementiert – und auch in Israel wachsen die Zweifel.

Update vom 2. März, 11:05 Uhr: Wurde der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei den Angriffen auf den Iran getötet oder nicht? Nachdem bereits die Partei des früheren Regierungschefs dessen Tod dementiert hat, mehren sich am Montag auch in Israel die Zweifel. Die israelische Regierung geht mittlerweile davon aus, dass der Anschlag auf Ahmadinedschad am Wochenende gescheitert ist. Das meldet das israelische Portal i24news am Montag.

Israel hat offenbar Zweifel am Tod von Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad.

Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad bei Luftangriff getötet? Partei dementiert

Update vom 1. März, 19.15 Uhr: Ist Mahmud Ahmadinedschad (siehe Erstmeldung) entgegen erster Berichte doch nicht tot? Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll nach Angaben seiner Partei Dolate Bahar doch nicht getötet worden sein. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Ilna gemeldet, der 69-Jährige sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen. Welche der beiden Angaben richtig ist, konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden. 

„Dolate Bahar gibt hiermit bekannt, dass die Berichte über den Märtyrertod von Dr. Ahmadinedschad bei den amerikanisch-israelischen Angriffen falsch sind“, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Partei. 

Die Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte zudem eine Mitteilung Ahmadinedschads zum Tode des obersten geistlichen Führers im Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Dessen Tod war in der Nacht im Staatsfernsehen verkündet worden.

Erstmeldung vom 1. März 2026, 15:25 Uhr: Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt. Der ehemalige iranische Präsident war von 2005 bis 2013 eine der prägendsten Figuren der iranischen Politik. Zu Beginn seiner Amtszeit galt der 69-Jährige als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Seine politische Laufbahn war jedoch von Kontroversen und zunehmender Isolation geprägt.

Ahmadinedschads harte Linie in der Atompolitik führte zu internationalen Sanktionen, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise stürzten. Seine militärischen Drohungen gegen Israel und die Leugnung des Holocaust isolierten den Iran international. Diese Politik kostete ihn zunehmend die Unterstützung seiner ursprünglichen Anhänger.

Angriff auf den Iran: Ahmadinedschad getötet

Während seiner Präsidentschaft stützte sich Ahmadinedschad massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren. Diese symbiotische Beziehung stärkte seine Machtbasis erheblich.

Obwohl er als Ziehsohn des Ajatollah Ali Chamenei galt, entwickelte sich Ahmadinedschad gegen Ende seiner Präsidentschaft zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems. Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber der religiösen Führung zu erweitern, führte 2011 zu einem offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium.

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Dieser Machtkampf resultierte im Bruch mit dem Obersten Führer. In den Folgejahren wurde Ahmadinedschad politisch marginalisiert. Der Wächterrat schloss ihn konsequent von den Präsidentschaftswahlen 2017, 2021 und 2024 aus. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs erheblich, selbst unter den Hardlinern war er umstritten. (dpa)

Rubriklistenbild: © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

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