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Israels Generalkonsulin warnt vor iranischen Raketen bis nach Polen – „Regime kennt keine Grenzen“
„Teheran zählt die Zeit bis zur Zerstörung Israels herunter“, sagt Israels Generalkonsulin Talya Lador-Fresher im Interview - und warnt, dass auch Europa bedroht ist.
Talya Lador-Fresher ist seit 1989 israelische Diplomatin. Seit September 2023 leitet sie das Generalkonsulat für Süddeutschland und ist damit unter anderem für Bayern und Hessen zuständig. Im Interview mit dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA spricht sie über die Lage im Iran-Krieg, die aktuelle Lage in Nahost und über die Chance eines Regimesturzes im Iran.
Frau Lador-Fresher, im Nahen Osten tobt ein Luftkrieg, Israel beteiligt sich daran und wird zugleich vom Iran und seinen Milizen angegriffen. Wie geht es Ihnen persönlich?
Ich bin besorgt. Es gibt dauerhaft viele Sirenen in Israel. Gestern haben in Beit Shemesh neun Menschen ihr Leben verloren. Meine ganze Familie lebt in Israel, mein Sohn wurde wie viele andere Israelis zum Militär einberufen. Natürlich macht man sich Sorgen.
Die israelische Generalkonsulin in München, Tayla Lador-Fresher, vor iranischen Raketen, die das Mullah-Regime am 11. Februar 2026 zum Jahrestag der Iranischen Revolution in Teheran präsentierte.
Israel-Konsulin über Iran-Bedrohung: „Eine Uhr in Teheran zählt die Zeit bis zur Zerstörung Israels“
Israel und die USA führen seit Samstag gemeinsame Angriffe auf den Iran durch. Wie bewerten Sie die Notwendigkeit des Militäreinsatzes?
In dieser Operation ist die Koordinierung zwischen den USA und Israel sehr eng. Es gab viele Signale, dass das iranische Mullah-Regime den Plan hat, zeitnah seine Raketen und Nuklearwaffen sehr tief unter die Erde zu verlagern. So tief, dass sie nicht mehr angreifbar sein würden – dadurch würde eine „Immunität“ für das Mullah-Regime entstehen. Auch wenn der 12-Tage-Krieg im vergangenen Jahr das iranische Mullah-Regime geschwächt hat, ist seine Intention nach wie vor die gleiche: die Vernichtung Israels. Das Mullah-Regime macht daraus kein Geheimnis – im Gegenteil. In Bezug auf eine Rede Chameneis, dass Israel 2040 nicht mehr existieren würde, zählt eine große Uhr im Zentrum von Teheran die Zeit bis zur Zerstörung Israels herunter.
Israel und USA im Luftkrieg mit Iran: „Operation gibt Volk die Möglichkeit zum Regimewechsel“
Der iranische Führer Chamenei wurde bei den Angriffen getötet. Ist ein Regimewechsel nun realistisch oder wird es nur zu einem Austausch der Führung kommen?
Diese Operation gibt dem iranischen Volk, das jahrelang von seinem eigenen Terror-Regime brutal unterdrückt wurde, eine Möglichkeit für Regimewechsel. Wir alle hoffen für die Iranerinnen und Iraner, dass sich die Hoffnungen und Forderungen der „Woman, Life, Freedom“-Demonstrationen im Iran und weltweit genau so erfüllen werden.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten
Es gibt Kritik, dass der Angriff Israels und der USA auf den Iran gegen das Völkerrecht verstößt, da der Iran als souveräner Staat attackiert wurde und kein Mandat des UN-Sicherheitsrats vorlag. Wie stehen Sie dazu und wie rechtfertigen Sie den Angriff?
Das iranische Regime stellt eine Bedrohung für die Region Europa und darüber hinaus dar. Das iranische Regime hat Russland in Form von Drohnen Unterstützung geleistet und es ihm so ermöglicht, seinen Krieg gegen die Ukraine unter Verletzung des Völkerrechts fortzusetzen. Das iranische Regime unterstützt Terrororganisationen in der Region, wie die Hisbollah im Libanon, die Hamas in Gaza und die Huthis im Jemen. Und vor allem verfügt das Mullah-Regime über ein Atomprogramm, das für eine Atombombe verwendet werden soll. In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass keine Bereitschaft seitens des iranischen Regimes vorhanden ist, dieses Programm aufzugeben.
Israels Generalkonsulin warnt: „Iranische Raketen haben Reichweite bis nach Polen!“
Was sind die primären Ziele Israels bei der militärischen Operation im Iran?
Das Ziel der gemeinsamen Operation der USA und Israels ist die Beseitigung anhaltender existenzieller Bedrohungen für Israel auf lange Sicht Außerdem hat das iranische Volk jetzt die Möglichkeit, eine alternative Regierung ohne Terror anzustreben.
Iranische Drohnen haben mittlerweile auch britische Militärstützpunkte auf Zypern getroffen. Wie schätzen Sie das Risiko ein, dass auch Europa in den Konflikt verwickelt wird? Ist das eines der Ziele des Iran in dem Konflikt?
Wir sehen, wie gnadenlos das Mullah-Regime ist. Sie haben am Samstag nicht nur Raketen nach Israel geschossen, sondern auch zu ihren Nachbarn, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar. Außerdem wurden am Montagmorgen Drohnen auf Zypern geschossen, Mitgliedsstaat der EU. Die iranischen Raketen haben sogar eine Reichweite bis nach Polen! Dieses Regime kennt keine Grenzen.
Israelisches Generalkonsulat in München nach Iran-Angriff mit verschärften Vorkehrungen
Gehen Sie von einer erhöhten Gefährdungslage für jüdische und israelische Einrichtungen aus, auch in Deutschland? Welche Maßnahmen werden getroffen? Bleibt das Generalkonsulat in München geöffnet?
Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir von der bayerischen und Münchner Polizei bekommen. Diese verschärften Sicherheitsvorkehrungen sind leider notwendig. Natürlich ist es nicht zufriedenstellend, wenn wir unser Generalkonsulat nicht öffnen können. Deshalb hoffe ich sehr, dass wir in den kommenden Tagen wieder ganz normal öffnen und arbeiten können. Es ist mir wichtig zu betonen, dass wir alle entschlossen unsere Arbeit fortsetzen, wenn auch nicht vor Ort. (Das Interview führte Stephanie Munk)
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