Stationiert in Belarus
Ist Putins Wunderwaffe „Oreschnik“ wirklich so gefährlich wie behauptet?
Putin hat seine Wunderwaffe Oreschnik in Belarus stationiert. „Und sie wird in Dienst genommen“, drohte Lukaschenko. Aber wie gefährlich ist die Rakete wirklich?
Moskau/Minsk – Sie soll Atomsprengköpfe tragen können, modernste Technik enthalten und Kiew in nur 101 Sekunden erreichen können: Wladimir Putins Wunderrakete fpr den Ukraine-Krieg Oreschnik. Vor wenigen Tagen wurde sie in Belarus stationiert. Das gab der belarussische Präsident, Alexander Lukaschenko, am 18. Dezember bekannt. In seiner Rede drohte er gleich: „Und sie wird in Dienst genommen.“ Seitdem wird über die Fähigkeiten der russischen Wunderwaffe spekuliert. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 24. Dezember via X: „Wir sind der Ansicht, dass die aggressive Verbreitung solcher Waffen eine globale Bedrohung darstellt und einen gefährlichen Präzedenzfall schafft.“
Doch wahrscheinlich ist die Oreschnik eher Propaganda, als echte Gefahr. Laut dem ukrainischen Fachportal Defense Express wird bei den laufenden Diskussionen über die Fähigkeiten der Oreschnik außer Acht gelassen, wie eine ballistische Mittelstreckenrakete funktioniert. Aktuell sei in den Medien davon die Rede, dass die Oreschnik nur 1 Minute und 51 Sekunden nach Kiew brauche und nur 2 Minuten und 23 Sekunden nach Warschau. Das sei falsch. Denn die Fluglaufbahn der Oreschnik ähnele eher einer Parabel als einer geraden Line. Daher könne man die Geschwindigkeit der Rakete nicht bemessen, 12.300 km/h durch die zurückzulegende Strecke teilt.
Putins Geheimrakete Oreschnik: Wie gefährlich ist sie wirklich?
Die Höchstgeschwindigkeit werde nur kurze Zeit nach einer längeren Beschleunigungsphase erreicht. Danach bewege sich die Rakete weitgehend aus Trägheit weiter. Aufgrund ihrer technischen Konstruktion habe die Oreschnik neben ihrer maximalen Reichweite von 5.500 km auch eine minimale Reichweite. Diese beträgt laut Defense Express 700 km. Da die Oreschnik aber aktuell in Belarus stationiert ist und der von Kiew am weitesten entfernte Punkt in Belarus nur 660 km von der Stadt entfernt ist, kann die Oreschnik Kiew von Belarus aus gar nicht erreichen. Unabhängig davon könne die Oreschnik allerdings Ziele weiter im Osten der Ukraine, in Polen und dem Rest von Europa treffen.
Die Existenz der Oreschnik wurde zum ersten Mal 2024 bekannt. Damals gaben die USA und die NATO bekannt, der Ukraine den Einsatz von Langstreckenwaffen gegen Ziele innerhalb Russlands zu erlauben. Russische Streitkräfte griffen daraufhin mit der Oreschnik die Stadt Dnipro an. Die Rakete war damals nur mit Testsprengköpfen ausgestattet, die Zerstörungen am Boden hielten sich daher in Grenzen. Putin lobte die Waffe danach als Symbol des russischen technologischen Fortschritts und erwähnte wiederholt die Fähigkeit der Waffe, jeden Punkt der Ukraine zu erreichen. Untersuchungen der Raketenteile aus Dnipro zeigten jedoch, dass es sich bei der Oreschnik wahrscheinlich nur um eine Fortentwicklung eines ein bereits bekanntes Modell (RS-26 Rubesch) handelt.
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Wahrscheinlich ist die Oreschnik im Ukraine-Krieg russische Propaganda
Die Verteidigungsexperten Dr. Christian Mölling und Dr. András Rácz analysierten die Waffe damals im ZDF und kamen zu dem Schluss, dass es sich bei dem Angriff auf Dnipro eher um eine Propagandamaßnahme handelte. Höchstwahrscheinlich sei die Oreschnik „kaum neu und auch nicht besonders innovativ.“ Russland setzte sie ein, um die „Berichterstattung im Westen zu beeinflussen und Angst zu schüren“, während ihr tatsächlicher militärischer Wert äußerst begrenzt sei.
Nach dem Angriff auf Dnipro kündigte Russland an, sein gesamtes Militär mit Oreschniks ausrüsten zu können. Die beiden Experten beim ZDF stellten jedoch infrage, ob noch weitere Oreschniks existieren und ob eine serielle Produktion überhaupt möglich ist. Wie das Portal Defense Express nun berichtet, besitzt Russland derzeit nur eine funktionsbereite „Oreschnik“. Zwei weitere wurden bereits zerstört, eine während eines Tests, die andere durch ukrainische Streitkräfte. (Quellen: Defense Express, ZDF, TASS) (cdz)
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