Friedensverhandlungen
Kein Ende des Ukraine-Kriegs: Kreml dämpft Euphorie – „Fehler, bedeutende Ergebnisse zu erwarten“
Wie ernst meint es Russland mit seiner Beteiligung an Friedensverhandlungen mit der Ukraine? Vor weiteren Gesprächen tritt der Kreml auf die Bremse.
Delegierte aus Russland und der Ukraine am selben Verhandlungstisch - unter der Vermittlung der USA und erstmals seit Juni 2025. Die Gespräche am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi wecken neue Hoffnungen auf ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Von konkreten Annäherungen ist zwar nichts bekannt, immerhin soll am kommenden Sonntag (1. Februar) eine weitere Gesprächsrunde stattfinden. Im Vorfeld dämpft Russland allerdings die Erwartungen.
„Es wäre ein Fehler, von den ersten Kontakten bereits bedeutende Ergebnisse zu erwarten“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Allerdings könne allein die Tatsache, dass diese Kontakte in konstruktiver Stimmung begonnen hätten, positiv bewertet werden, so Peskow. Es liege jedoch noch viel Arbeit vor den Verhandlern. Zudem gehe es um „schwierige Themen“, merkte er an.
Kreml widerspricht Trump-Regierung: „Keine freundschaftliche Atmosphäre“
Peskow widersprach Berichten von US-Vertretern, dass zwischen den beteiligten Ukrainern und Russen eine fast freundschaftliche Atmosphäre geherrscht habe. „Das ist im jetzigen Stadium wohl kaum möglich“, sagte er. Wenn der Kreml von „schwierigen Themen“ spricht, meint er damit vermutlich auch Gebietsabretungen der Ukraine an Russland. Auf diese beharrt Russlands Präsident Wladimir Putin auch weiterhin.
Die US-Regierung hatte die Ukraine in der Vergangenheit mehrfach zu Gebietsabtretungen aufgefordert. Sie waren auch Bestandteil des US-Friedensplans aus dem vergangenen Jahr. Einem aktuellen Bericht der Financial Times zufolge knüpft die Regierung von US-Präsident Donald Trump Sicherheitsgarantien für die Ukraine an Gebietsverzichte an Russland. Das Magazin beruft sich auf acht mit den Gesprächen vertraute Personen. Trotzdem dementiert das Weiße Haus den Bericht.
Schatten aus Stahl an der Front: Panzer gestern, heute und morgen




Zusagen Trumps an Putin in Alaska?
Hinzu kommt eine Bemerkung von Kremlsprecher Peskow. Dieser verwies auf eine sogenannt „Formel von Anchorage“, in der Russlands Interessen festgelegt seien. Damit bezog er sich auf das Gipfeltreffen von Trump und Putin im August 2025 in der Stadt Anchorage in Alaska.
Der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange schrieb auf der Plattform X, es scheine, als habe Trump in Anchorage Zusagen gemacht, die er nun nicht einlösen könne. Deshalb drängten die USA die Ukraine zu diesem Verzicht, so seine Schlussfolgerung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag (25. Januar) erklärt, ein Papier über Sicherheitsgarantien der USA sei unterschriftsreif. Kiew erwarte nun von seinen Partnern die Bereitschaft, Ort und Zeit zur Unterschrift zu nennen. Über Gebietsabtretungen sagte Selenskyj dabei nichts. (Quellen: Tass, Financial Times, dpa) (grmo)
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