Streit um Hormus-Blockade

Keine Militärhilfe im Iran-Krieg: Trump wütet gegen „Feiglinge“ der NATO

Die NATO sei ohne die USA „ein Papiertiger“ – höhnt Trump. Kanzler Merz bekommt für seine Linie im Iran-Krieg Unterstützung von Altkanzler Schröder.

Als „Feiglinge“ hat US-Präsident Donald Trump die NATO-Partner beschimpft. Anlass ist deren Haltung zum Iran-Krieg. Auf seiner persönlichen Onlineplattform Truth Social schrieb Trump, die NATO-Staaten beschwerten sich über die hohen Ölpreise, wollten aber nicht helfen, die vom Iran blockierte Straße von Hormus zu öffnen. Dabei sei dies „ein einfacher militärischer Schritt“ mit „geringem Risiko“, behauptete der Republikaner.

Bundeskanzler Friedrich Merz schließt eine Beteiligung Deutschlands am Krieg der USA im Iran aus – so wie auch viele andere Staats- und Regierungschefs. US-Präsident Donald Trump nimmt das offenbar persönlich (Fotomontage).

Drohend fügte Trump hinzu, man werde sich an dieses Verhalten erinnern. Ohne die Vereinigten Staaten sei die NATO „ein Papiertiger“, so der US-Präsident, der damit Äußerungen zur Abhängigkeit des Militärbündnisses von den USA wiederholte. Zuvor hatte Trump von den Verbündeten eingefordert, militärisch bei der Sicherung der Schifffahrt durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran zu helfen. Das lehnten Deutschland und viele weitere Staaten ab.

Trump wegen Ölpreis im Iran-Krieg unter Druck – Schröder springt Merz bei

Infolgedessen warf Trump der NATO vor, einen „sehr dummen Fehler“ zu begehen. Die Haltung von unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete er als „sehr schockierend“. Zugleich behauptete er jedoch, die USA bräuchten die Unterstützung der Verbündeten überhaupt nicht.

Über die Straße von Hormus läuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Meerenge ist seit Beginn des Iran-Kriegs mit dem Angriff der USA und Israels durch das iranische Militär faktisch gesperrt. Das sowie die Militärschläge gegen Ölanlagen im Iran und darauffolgende iranische Gegenangriffe auf Anlagen anderer Golfländer ließen den Ölpreis zuletzt weltweit stark ansteigen. Trump steht wegen der hohen Treibstoffpreise auch innenpolitisch unter Druck.

Sollte sich Deutschland also doch an der US-Kriegsführung gegen den Iran beteiligen, um wieder einen Öltransport durch die Straße von Hormus zu ermöglichen? „Das kann man nicht machen, auf gar keinen Fall“, findet Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung unterstützt er die Linie des aktuellen Amtsinhabers Merz.

Von Adenauer bis Merz: Die Kanzler der Bundesrepublik

Konrad Adenauer, eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer,  war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Adenauers Politik der Westintegration und des Wirtschaftsaufschwungs (“Wirtschaftswunder“) war erfolgreich.
Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren und starb am 19. April 1967 in seinem Wohnort in Rhöndorf.
Ludwig Erhard war der zweite Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er amtierte vom 17. Oktober 1963 bis zum 1. Dezember 1966.
Von Adenauer bis Merz: Die Kanzler der Bundesrepublik

Warum sich Schröder an seine Situation im Irak-Krieg 2003 erinnert fühlt

„Was die Amerikaner und die Israelis da tun, das finde ich zum Verzweifeln“, sagte der wegen seiner Nähe zu Russlands Machthaber Wladimir Putin seit Jahren stark kritisierte Schröder. „Das ist im Grunde ein Krieg, der auch aus ideologischen Gründen geführt wird, den man nicht wirklich gewinnen kann, und der mich sehr an den Vietnamkrieg erinnert“, so der Altkanzler. Man habe unterschätzt, wie gefestigt das religiöse Regime im Iran nach all den Jahren sei, merkte er an.

Schröder fühlt sich auch an den Irakkrieg von 2003 erinnert. Als damaliger Kanzler hatte der Sozialdemokrat Nein zu einer deutschen Beteiligung an der US-Invasion im Irak gesagt, ebenso wie Frankreich. Wie auch Merz jetzt im Iran-Krieg hatte Schröder damals eine uneingeschränkte Nutzung des US-Luftwaffenstützpunkts in Ramstein ermöglicht. Schröder räumte ein, auch viele in der SPD hätten gewollt, dass der damalige Kanzler hier hart durchgreife.

„Aber ich sagte denen: Ich soll den Flugplatz sperren? Wie stellt ihr euch das vor? Das bedeutet das Ende des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Natürlich haben wir denen die Flugplätze zur Verfügung gestellt, auch die Überflugrechte erteilt. Aber was zählte, war, dass wir bei dem Krieg nicht mitmachen“, bilanzierte Schröder. (Quellen: AFP, Süddeutsche Zeitung, dpa) (grmo)

Rubriklistenbild: © Friedrich Merz spricht bei der Sommerpressekonferenz über Zölle. Daneben ist ein Foto von Donald Trump.

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