„Militärisch besiegt“

Versprecher oder Verwirrung? Trump verwechselt offenbar Ukraine-Krieg und Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump sorgt für Verwirrung mit Aussagen über den Ukraine-Krieg. Meint er den Konflikt mit dem Iran? Man kann nur mutmaßen.

Dass Geografie nicht seine größte Stärke ist, hat Donald Trump schon öfter bewiesen. Belgien bezeichnete er einst als „schöne Stadt“; erst vergangenen Herbst sagte er vor Reportern, Iran und Katar seien buchstäblich einen Schritt voneinander entfernt und man könne in einer Sekunde hinüberlaufen – offenbar nicht erinnernd, dass die beiden Länder nicht nebeneinander, sondern gegenüber und getrennt vom Persischen Golf liegen.

Donald Trump sprach von der Ukraine, meinte aber vermutlich den Iran.

Es muss auch nicht jeder stark in Erdkunde sein. Als US-Präsident jedoch wäre es von Vorteil – vor allem, wenn man in Kriege verwickelt ist. Mit einem offenbar anderen räumlichen Verständnis als viele Menschen und den vielen verschiedenen Kriegsschauplätzen auf der Welt kann auch ein Präsident Trump freilich mal durcheinanderkommen.

Trump verwechselt Ukraine-Krieg mit Iran-Krieg

Bei einem Termin im Oval Office ging es um ein Telefonat zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, bei dem letzterer offenbar seine Bereitschaft zu einer Waffenruhe in der Ukraine bekundete. Vor Pressevertretern äußerte sich Trump zu dem Gespräch, schien dann aber den Ukraine-Krieg mit dem Iran-Krieg zu vermischen. Das Gespräch mit Putin sei gut gewesen. Er kenne ihn schon lange und glaube, Putin sei schon seit Langem bereit für einen Deal und dass gewisse Leute ihn davon abhielten.

Bei der Frage einer Reporterin, ob Trumps Ansicht nach der Iran- oder der Ukraine-Krieg eher endet, sagte Trump: „Ich weiß es nicht, vielleicht liegen sie in einem ähnlichen Zeitplan. Die Ukraine ist militärisch besiegt, ihre Marine. (…) Sie hatten 159 Schiffe. Und jedes Schiff ist gerade unter Wasser. Normalerweise ist das ziemlich gut. Es wird schwer für sie, ein Marine-Comeback zu feiern.“

Auch auf die Luftwaffe geht Trump ein und verkündet, jedes Flugzeug sei eliminiert worden. Raketen, Drohnen, Fabriken – all das sei „weitestgehend weg“. Und die USA hätten nun bedeutendes Anti-Drohnen-Equipment. Trump sagte, die USA könnten jetzt Drohnen mit Kugeln abschießen und bräuchten keine teuren Raketen mehr zu verwenden. Was das Land während der Waffenruhe wieder an Waffen aufbaue, würde man innerhalb der ersten 15 Minuten wieder niederschlagen.

Trump bringt Fakten durcheinander: Demokraten fordern Amtsenthebung

Trumps militärischer Exkurs legt nahe, dass er nicht von der Ukraine spricht, sondern vom Iran, auch wenn er im ersten Satz die Ukraine erwähnte. Denn die 159 aus dem Verkehr gezogenen Schiffe sind eine Größenordnung, die die USA für die zerstörten oder beschädigten Schiffe des Iran angeben. Auch das Abschießen von Drohnen, Niederschlagen neuer Waffen und die Feuerpause dürften sich allesamt auf den Iran beziehen, denn in den Ukraine-Krieg greifen die USA nicht aktiv ein und eine Feuerpause herrscht derzeit auch nicht.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Iran-Krieg - Iran
Angriff auf den Iran - Iran
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Der 79-Jährige bringt in seinen Reden und Statements immer wieder Fakten, Personen und Staaten durcheinander. Im gestrigen Termin behauptete er nach einer kurzen Denkpause, das Land, von dem er sprach, habe keinen Namen für sein Geld – es machte den Anschein, als sei ihm schlicht der Name der Währung entfallen. Etliche oppositionelle Demokraten haben kürzlich gefordert, ihn wegen Amtsunfähigkeit seines Amtes zu entheben. (Quellen: Nexta, Heute-Show, dpa) (ial)

Rubriklistenbild: © Dmytro Dokunov/dpa; Mohsen Ganji/dpa; Jose Luis Magana/dpa (Montage: red)

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