Panzer-Allianz
Merz-Regierung prüft offenbar Einstieg bei „Leopard 2“-Hersteller KNDS
Beim Panzerbauer und „Leopard“-Hersteller KNDS denken die Eigentümer über den Ausstieg nach. Die Merz-Regierung will sich Einfluss sichern.
Berlin/Paris – Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz erwägt offenbar einen Einstieg beim Rüstungskonzern KNDS. Einem Bericht zufolge planen die Eigentümerfamilien den Verkauf ihrer Anteile. Um das Gleichgewicht im deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen zu wahren, bereitet sich der Bund auf eine mögliche Beteiligung mit einer Sperrminorität vor, heißt es.
KNDS entstand 2015 durch die Fusion des deutschen Waffenherstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Rüstungsunternehmen Nexter. Beide Staaten halten derzeit je 50 Prozent an dem Konzern, der als strategisches Rüstungsunternehmen gilt.
Das Unternehmen ist unter anderem Hersteller des Kampfpanzers Leopard 2 sowie von Panzerhaubitzen und Radfahrzeugen. Diese werden unter anderem Ukraine-Krieg eingesetzt. Bei künftigen europäischen Großprojekten wie Panzer- und Artilleriesystemen soll KNDS ebenfalls eine zentrale Rolle zukommen.
Einstieg beim Leopard-Produzenten: Merz-Regierung erwägt Beteiligung an Rüstungskonzern KNDS
Wie die Börsen-Zeitung berichtet, wollen sich die Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens jetzt aus dem Unternehmen zurückziehen und schrittweise ihre Anteile abstoßen. Aus diesem Grund bereite sich die Bundesregierung auf die Notwendigkeit eines Einstiegs mit einer Sperrminorität vor, um „das deutsch-französische Machtgefüge in Balance zu halten“.
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Der Wert von KNDS wird laut Bericht auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt. In einem „aktuell erwogenen Planspiel“ sei vorgesehen, dass der französische Staat und die Wegmann-Holding beim für dieses Jahr geplanten Börsengang jeweils 12,5 Prozent ihrer Aktien an neue Investoren abgeben. Zusätzlich könne der Bund von der Wegmann-Seite eine Sperrminorität von 25,1 Prozent erwerben. Noch handle es sich aber lediglich um eine Prüfung möglicher Optionen durch die Bundesregierung.
Sperrminorität für den Bund: Beteiligung soll französisches Übergewicht bei KNDS verhindern
Möglicherweise will der Bund durch diese Überlegungen früh Bedenken vor einer französischen Übermacht bei KNDS aus dem Weg räumen. Diese hatte es schon bei der Fusion im von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter im Jahr 2015 gegeben. „Die Erfahrungen der Vergangenheit – wie mit Airbus – zeigen, dass die französische Politik ihre nationalen Interessen auch bei internationalen Gemeinschaftsunternehmen massiv durchsetzt“, so der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, damals. Es sei daher Aufgabe der Bundesregierung, die deutschen Interessen über eine zwischenstaatliche Vereinbarung zu schützen. (tpn)
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