„Auf Aggression antworten“

Nach Iran-Attacken auf Hotels und Militärbasen: Golfstaaten drohen mit militärischer Vergeltung

Nach iranischen Angriffen auf ihre Territorien drohen die Golfstaaten mit militärischen Gegenmaßnahmen. Eine gefährliche Eskalation bahnt sich an.

Der Krieg im Nahen Osten könnte weiter eskalieren: Nach iranischen Vergeltungsangriffen auf US-Militäreinrichtungen und zivile Ziele in der Golfregion haben sechs Golfstaaten gemeinsam mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Katar und Kuwait gaben sich bei einer Konferenz am Sonntag entschlossen, auf die iranischen Angriffe zu reagieren. Irans Angriffe auf ausländische Militär-Stützpunkte und Urlaubsanlagen in der Region seien eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität der Golfstaaten.

Eine Rauchwolke steigt aus einem Lagerhaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, nachdem Berichte über iranische Angriffe eingegangen sind.

„Wir werden alle notwendigen Maßnahmen zu unserem Schutz ergreifen, einschließlich der Option, auf die Aggression zu antworten“, erklärten die Außenminister in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Golfstaaten beklagten „ausgedehnte Schäden als Folge der verräterischen iranischen Angriffe“ auf Ziele in ihren Ländern. Die Länder forderten Teheran zu einem sofortigen Stopp der iranischen Angriffe auf. Auf der Gegenseite des Konflikts haben Mitglieder der iranischen Widerstandsachse, insbesondere vom Iran unterstützte irakische Milizen, ebenfalls mit Vergeltung gedroht und bereits Angriffe auf israelische und US-amerikanische Streitkräfte verübt. Darüber berichtet das US-amerikanische Institute for the Study of War.

Iran reagiert mit Gegenschlägen auf US-Angriff – Tote und Verletzte in den Golfstaaten

Die Eskalation begann nach den israelisch-amerikanischen Luftangriffen auf den Iran am Samstagmorgen, bei denen das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, getötet wurde. Als Reaktion darauf greift der Iran seit Samstag sowohl Israel als auch US-Militäreinrichtungen in der Golfregion an. Laut dem Nachrichtensender RTL/NTV wurden dabei in den Golfstaaten mindestens vier Menschen getötet und dutzende weitere verletzt.

Die iranischen Angriffe trafen nicht nur militärische Ziele, sondern auch zivile Einrichtungen. Wie das emiratische Außenministerium auf X schrieb, wurden Wohngebiete, Flughäfen, Häfen und andere zivile Ziele getroffen und „schutzlose Zivilisten in Gefahr gebracht“. Als Zeichen des Protests schlossen die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Botschaft in Teheran und zogen ihr gesamtes diplomatisches Personal ab.

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Golfstaaten fürchten Eskalation des Kriegs mit Iran und warnen vor Folgen für Weltwirtschaft

Ein Marinestützpunkt in Abu Dhabi, auf dem französische Truppen stationiert sind, wurde am Sonntag von einem iranischen Angriff getroffen. Dies teilten Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate mit. Dabei brach ein Brand aus, Menschen kamen jedoch nicht zu Schaden.

Die Golfstaaten betonten in ihrer Erklärung, dass die Stabilität in der Region „nicht nur von regionaler Bedeutung, sondern ein Grundpfeiler der weltweiten wirtschaftlichen Stabilität“ sei. Bisher haben die Länder die iranischen Attacken lediglich abgewehrt, aber noch nicht selbst zurückgeschlagen. (Quellen: dpa, RTL/NTV, Institute for the Study of War) (smu)

Rubriklistenbild: © Altaf Qadri/dpa

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