Streit um Eroberung

„Wäre das Ende seiner Präsidentschaft“: Eigene Partei rebelliert gegen Trumps Grönland-Pläne

Donald Trumps Forderung, Grönland für die USA zu beanspruchen, stößt nicht nur in der EU auf massiven Gegenwind. In der Republikanischen Partei regt sich Widerstand.

Washington, D.C. – Nicht nur auf der arktischen Insel ist die Stimmung angesichts Donald Trumps eskalierender Drohungen, Grönland zu kaufen, frostig. Selbst aus der eigenen Partei schlägt dem Republikaner Entsetzen entgegen. Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski kritisierte den US-Präsidenten offen auf X: „Diese Zölle sind unnötig, strafend und ein schwerwiegender Fehler. Sie werden unsere wichtigsten europäischen Verbündeten weiter von uns entfernen, ohne etwas zur Verbesserung der nationalen Sicherheit der USA beizutragen.“

Selbst in der Republikanischen Partei will man dem US-Präsidenten Donald Trump Paroli bieten: Gegen die Grönland-Pläne des Republikaners regt sich Widerstand.

Die Folgen von Trumps eskalierender Politik könne man schon jetzt beobachten, meint Murkowski: „Unsere NATO-Verbündeten sind gezwungen, ihre Aufmerksamkeit und Ressourcen auf Grönland zu lenken, was Putin direkt in die Hände spielt, da dadurch die Stabilität der stärksten Koalition von Demokratien, die die Welt je gesehen hat, bedroht wird.“

Scharfe Kritik an Trump wegen Grönland-Pläne: „Ende seiner Präsidentschaft“

Ähnlich kritisierte der republikanische Senator Thom Tillis die von Trump verursachte Grönland-Krise: „Diese Reaktion auf die Entsendung einer kleinen Truppe unserer Verbündeten nach Grönland zu Ausbildungszwecken ist schlecht für Amerika, schlecht für amerikanische Unternehmen und schlecht für Amerikas Verbündete.“ Von einer Spaltung der NATO würden vor allem Putin, Xi „und andere Gegner“ profitieren. „Die Tatsache, dass eine kleine Handvoll ‚Berater‘ aktiv auf Zwangsmaßnahmen drängen, um das Territorium eines Verbündeten zu erobern, ist mehr als dumm.“

Noch deutlicher wurde der republikanische Abgeordnete Don Bacon im US-Repräsentantenhaus. Im Gespräch mit CNN wetterte der US-General: „Diese Drohungen und Schikanen einem Verbündeten gegenüber sind falsch. Und falls er es ernst meint mit einer Invasion Grönlands, möchte ich, dass er weiß: Das wäre wahrscheinlich das Ende seiner Präsidentschaft. Die meisten Republikaner wissen, dass das unmoralisch und falsch ist. Und wir werden uns dagegen wehren.“

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Grönland
Expeditionen nach Grönland
Dänisch Westindien
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Und auch die amerikanischen Wähler und Wählerinnen stellen sich gegen Trumps Grönland-Ambitionen. In einer Umfrage von Reuters/Ipsos gaben 47 Prozent der Befragten an, sie hielten es für eine schlechte Idee, Grönland zu kaufen. 36 Prozent wählten „weiß nicht“ aus oder übersprangen die Frage.

Reuters-Umfrage: Unterstützen Sie Trumps Pläne Grönland zu kaufen?

Ja NeinWeiß nicht
Alle Befragten17 Prozent47 Prozent36 Prozent
Republikaner40 Prozent14 Prozent46 Prozent
Demokraten2 Prozent79 Prozent19 Prozent
andere9 Prozent51 Prozent40 Prozent

Quelle: Reuters/Ipsos-Umfrage; 1217 Wahlberechtigte zwischen dem 12. und 13. Januar befragt; Fehlertoleranz drei Prozentpunkte

Republikaner kritisieren Trump immer häufiger – mit einer bestimmten Taktik

Angesichts der vergangenen Außenpolitischen Entscheidungen Trumps wächst auch langsam die Kritik am US-Präsidenten in den Reihen der Republikaner. Und das, obwohl Trump die Partei lange im eisernen Griff hatte. Dabei nutzen viele die selbe Taktik wie Thom Tillis – indem sie nicht den Präsidenten direkt kritisieren, sondern dessen Berater. Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson etwa, erklärte: „All dieses Gerede über militärische Maßnahmen und so weiter halte ich für völlig unrealistisch. Ich glaube nicht, dass das irgendjemand ernsthaft in Betracht zieht.“ Kritik am Vorgehen des US-Präsidenten, ohne dessen Namen explizit zu erwähnen.

Gerade vor den Midterms könnte Kritik am US-Präsidenten für Republikaner gefährlich werden. Sowohl Bacon als auch Tillis hatten bereits angekündigt, bei den Midterms im November nicht erneut kandidieren zu wollen. Murkowski hingegen steht zur Wiederwahl. Doch innerhalb der Republikanischen Partei könnte sich eine Kehrtwende andeuten. (Quellen: Reuters/ABC News/X) (sischr)

Rubriklistenbild: © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

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