Ukrainische Offensive
Putin erleidet Rückschlag: Ukraine-Armee nimmt russische Gebiete bei Belgorod ein
Präsident Selenskyj bestätigt die Präsenz ukrainischer Truppen auf russischem Boden in Belgorod. Moskau äußert sich nicht.
Ukraine – Es ist ein Satz, den man sich in Moskau zweimal anhören dürfte: „Wir führen aktive Operationen in den Grenzregionen auf dem Gebiet des Feindes aus.“ Mit dieser Aussage hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals offiziell bestätigt, was viele Beobachter schon vermuteten – nämlich, dass seine Armee nicht nur in Teilen der russischen Region Kursk operiert, sondern nun auch im benachbarten russischen Gebiet Belgorod präsent ist.
Die Mitteilung bestätigte Selenskyj am Montagabend (7. April) in seiner täglichen Videobotschaft. Der Krieg, so Selenskyj, „muss dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa den ukrainischen Präsidenten.
Ukraine-Offensive: Moskau reagiert zurückhaltend – noch keine Bestätigung vom Kreml
Seine Botschaft ist klar: Die Ukraine verlagert die Front operativ auf russisches Territorium – ein strategischer und psychologischer Schlag gegen Kremlchef Wladimir Putin. Die russische Seite schweigt bislang zu den Aussagen Selenskyjs. Eine Bestätigung, dass reguläre ukrainische Truppen im Raum Belgorod aktiv sind, gibt es aus dem Kreml nicht.
Ukraine-Krieg: Vorstoß in Russland militärisch sinnvoll – oder politisch riskant?
Wie schon bei der Offensive im Raum Kursk gehe es laut Selenskyj auch in Belgorod nicht um Eroberung, sondern um Schutz. Die Operationen sollen Druck von den besonders gefährdeten ukrainischen Regionen Charkiw und Sumy nehmen. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj habe ihn, so Selenskyj, über die Einsätze entlang der Grenzlinie auf russischem Boden informiert.
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Schutz der Soldaten, keine Eroberung: Selenskyjs Kalkül hinter der Belgorod-Operation
Dank gelte laut ihm vor allem den Soldaten, die durch ihren Mut den russischen Druck an anderen Frontabschnitten abschwächen konnten. Das Kalkül: Wenn die russische Armee Truppen zur Heimatverteidigung abziehen muss, wird sie an der eigentlichen Front im Osten schwächer. Für Kiew ein Gewinn. Für den Kreml: eine neue offene Flanke.
Wie groß die Risiken eines solchen Vorgehens sind – auch mit Blick auf die westliche Unterstützung –, bleibt offen. Für den Moment aber zeigt die Ukraine: Sie kann, wenn sie will, die Grenze überschreiten – und dem Aggressor auf eigenem Boden zusetzen.
Luhansk unter Druck: Russische Truppen melden neue Geländegewinne
Währenddessen eskaliert der Krieg an anderen Stellen weiter. Es gibt es Berichte über russische Truppen, die die letzten ukrainischen Verteidiger des Gebietes Luhansk in Bedrängnis bringen. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau nahm für seine Truppen in Anspruch, den kleinen Weiler Kateryniwka im äußersten Norden des Gebietes Donezk erobert zu haben.
Am Freitag traf es die ukrainische Industriestadt Krywyj Rih besonders schlimm aus der Luft. Bei einem russischen Angriff starben 20 Menschen, darunter neun Kinder und Jugendliche. Der Angriff auf die Heimatstadt von Präsident Selenskyj stellt den bislang größten Verlust an Kindern bei einem einzelnen Luftangriff seit Beginn des Krieges dar.
Wie unter anderem der Spiegel berichtete, fanden am Montag die ersten Beisetzungen statt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha beschuldigte Russland, Streumunition eingesetzt zu haben, um möglichst viele Opfer auf einem Spielplatz zu verursachen. In Reaktion auf die Tragödie hat Kyjiw für diesen Dienstag eine Dringlichkeitssitzung vor dem UN-Sicherheitsrat initiiert. (dadj mit Material der dpa)
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