In Region Krasnodar

Nächster Angriff auf Russlands Wirtschaft: Feuer bricht an Putins Ölraffinerie aus

Die Ukraine wehrt sich gegen russische Bombardements mit Drohnen-Attacken. Erneut entsteht ein Brand an einer Ölraffinerie.

Krasnodar – Nicht nur in der Ukraine gingen in der Nacht vom 20. auf den 21. Januar zahlreiche Drohnen nieder. 97 dieser unbemannten Flugobjekte zählte Kiews Luftwaffe laut ihrem Facebook-Account, dazu eine Iskander-M-Rakete. 70 der Drohnen sollen vom Typ Shahed gewesen sein. Während 84 Drohnen abgefangen worden seien, seien an elf Standorten Treffer durch eine ballistische Rakete und 13 Angriffe von Drohnen registriert worden.

Seine Ölraffinerien und -depots sind alles andere als sicher: Wladimir Putin muss ukrainische Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur längst in seinen Krieg einkalkulieren.

Das im Ukraine-Krieg angegriffene Land setzte sich aber auch selbst wieder einmal zur Wehr, indem es Ziele auf dem Territorium des Aggressors ins Visier nahm. In der Region Krasnodar wurde erneut die Afipsky-Ölraffinerie in Mitleidenschaft gezogen. Wie der regionale Katastrophenschutz auf Telegram schrieb, gingen Trümmerteile auf dem Gelände nieder. Ein Brand sei entstanden, jedoch schnell gelöscht worden.

Putins Wirtschaft unter Beschuss: Ukraine greift Ölraffinerien und -depots an

Rettungskräfte und Spezialeinheiten seien zum Ort des Geschehens geeilt. Es habe keine Verletzten gegeben, auch sei kein Sachschaden entstanden. Sollte Kiew also einen weiteren Schlag gegen Russlands Wirtschaft geplant haben, war der Effekt diesmal nicht groß.

In den vergangenen Monaten hatte die Ukraine die Raffinerie im Südwesten des Reichs von Kreml-Chef Wladimir Putin bereits mehrmals attackiert, so auch zu Beginn des Jahres. Auch andere Anlagen wurden bereits angegriffen, kurz vor dem Jahreswechsel etwa die Tuapse-Ölraffinerie in der Region Krasnodar und ein Öldepot in der besetzten Stadt Rowenky in der annektierten Oblast Luhansk.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Kiew versucht auf diesem Weg, Russlands Nachschubmöglichkeiten einzudämmen und ein Loch in Putins Kriegskasse zu treiben. Seit einiger Zeit werden immer wieder Drohnen-Angriffe auf Ölraffinerien oder Depots der Russen gemeldet. Doch nicht nur die kassieren teils heftige Treffer.

Ukraine attackiert Putins Wirtschaft mit Drohnen: Was schlug folgenschwer in einem Wohngebäude ein?

Krasnodars Gouverneur Wenianim Kondratjew informierte via Telegram über massive Angriffe auf die Region und die angrenzende Republik Adygeja. In dem Dorf Afipski sei unter den niedergegangenen Trümmerteilen auch ein Sprengkopf gewesen. Anwohner mussten evakuiert werden. In anderen Teilen der Region seien Verletzte zu beklagen.

Das gilt auch für die schon erwähnte autonome Republik Adygeja, die südöstlich der Stadt Krasnodar liegt. Deren Oberhaupt Murat Kumpilow schrieb am Dienstagabend gegen halb zehn auf Telegram erstmals von einem Feuer im Dorf Nowaja Adygeja. Dies sei die Folge eines Drohnenangriffs gewesen. Diese Information, die von unabhängigen Medien jedoch in Zweifel gezogen wird, verbreitete auch die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Welches Ziel verfolgen sie? Ein ukrainischer Soldat geht auf Mission mit einer Drohne.

Laut Kumpilow gab es 13 Verletzte. Neun von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, darunter waren auch zwei Kinder. Zwei Personen kamen auf die Intensivstation, schweben aber nicht in Lebensgefahr. 27 weitere Personen kamen vorübergehend in einer Notunterkunft unter.

Angriffe auf Putins Wirtschaft: Raketen-Rätsel nach ukrainischem Beschuss

Anhand von Augenzeugen-Videos kam das unabhängige russische Medium Astra Press zu dem Schluss, dass nicht etwa eine Drohne, sondern eine russische Luftabwehrrakete in das Wohngebäude eingeschlagen sein muss. „Die Videos der Augenzeugen zeigen deutlich den Moment, in dem die Rakete vorbeiflog und in das Gebäude einschlug“, betont das Team auf Telegram.

Einen Kilometer entfernt soll sich ein elektrisches Umspannwerk befinden. Sollte also eine Drohne abgefangen werden, die dieses als Ziel hatte? Astra verweist auch auf eine Aufnahme, auf der ein Mann zu sehen sei, der davonrenne und einen Schatten werfe, als die Rakete näherkomme. Dieser Schatten verlaufe von Südwesten nach Nordosten, dies sei also die Flugrichtung. Folglich kam die Flugabwehrrakete von Süden, die Ukraine liegt allerdings nordwestlich des Dorfes.

Szene nach dem Einschlag: Diese Aufnahmen sollen von dem Wohngebäude in Nowaja Adygeja stammen, das von einem Flugobjekt getroffen wurde.

Putins Wirtschaft gerät unter Druck: Mehrere Energie-Anlagen von Drohnenangriffen betroffen

Zudem entgegnete Astra Behauptungen russischer Kriegs-Blogger, wonach es sich bei dem eingeschlagenen Flugobjekt um eine ukrainische Langstreckenrakete vom Typ Flamingo gehandelt haben soll. Dazu äußerte sich auch Ruslan Lewijew, Gründer des Conflict Intelligence Team (CIT), einer russischen oppositionellen Plattform für investigativen Journalismus. Er verweist darauf, dass eine Flamingo keine Rauchspur hinterlasse, während dies bei den Raketen des Luftverteidigungssystems wie der S-300 oder der S-400 die ganze Zeit der Fall sei.

Im Video sei diese Spur jedoch genau zu sehen. Und zwar bis zum Einschlagpunkt des Gebäudes. „Das schließt eine Flamingo, einen Marschflugkörper oder eine Drohne aus. Nur eine Theorie passt plausibel zum beobachteten Muster: eine Boden-Luft-Rakete des Luftverteidigungssystems S-300/S-400“, betont Lewijew.

Derweil berichtet auch Wjatscheslaw Gladkow, Gouverneur der Region Belgorod, auf Telegram von Schäden an Anlagen des regionalen Energiesektors, die auf Luftangriffe zurückzuführen seien. Sein Amtskollege der Oblast Orjol, Andrei Klytschkow, informierte via Telegram über geringfügige Schäden an der regionalen Treibstoff- und Energieinfrastruktur. Einige Haushalte in der Stadt Orjol litten zeitweise unter Strom- und Wasserausfällen. (Quellen: Facebook, Telegram, Tass) (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare