Umfrage

Rekord-Ablehnung für Trump: Zustimmung bricht auf 37 Prozent ein – Experten: „blinkendes rotes Warnsignal“

Der Anteil der Amerikaner, die glauben, dass das Land auf dem „falschen Weg“ ist, hat den höchsten Stand in Trumps zweiter Amtszeit erreicht.

Die Unzufriedenheit über den Kurs der USA liegt mittlerweile wieder auf dem Niveau wie beim erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar 2025. Das unterstreicht, wie groß die Unzufriedenheit mit der Trump-Regierung inzwischen ist – und das wenige Monate vor den Zwischenwahlen im November. 61 Prozent der Amerikaner glauben, das Land sei auf dem „falschen Weg“, wie der Durchschnitt der Umfragen von RealClearPolitics zeigt.

Seine niedrigen Zustimmungswerte setzen Trump vor den Midterms im November gewaltig unter Druck – auch, wenn bis dahin noch viel passieren kann (Archivbild).

Es ist das erste Mal in Trumps zweiter Amtszeit, dass die öffentliche Stimmung diesen Wert erreicht. In diversen Umfragen sind die Zustimmungswerte des Präsidenten in den vergangenen Monaten gesunken. Bei der Kompetenz in allen wichtigen Themen, einschließlich der Wirtschaft, liegt Trump im negativen Bereich. Das dürfte auch eine Folge des US-Kriegs gegen den Iran sein, der auch in den USA die Lebensmittel- und Benzinpreise deutlich hat ansteigen lassen.

Historisch betrachtet war eine hohe Zahl von Amerikanern, die das Land auf einem falschen Kurs sehen, ein ernst zu nehmendes Warnsignal für die Partei des jeweils amtierenden Präsidenten. Besonders brenzlig wird es im Vorfeld der Midterms, bei denen die regierende Partei für gewöhnlich ohnehin Verluste hinnehmen muss. Für Trumps Republikaner gilt es, ihre Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat zu verteidigen. Der Verlust einer der beiden Kammern könnte es den Demokraten ermöglichen, Teile von Trumps Agenda in den verbleibenden zwei Jahren seiner zweiten Amtszeit zu blockieren.

Umfragen setzen Trumps Republikaner unter Druck

Gleich mehrere im April durchgeführte Umfragen ergaben, dass fast zwei Drittel der Amerikaner glauben, die Nation sei auf dem „falschen Weg“. Einer ABC News/Washington Post-Umfrage zufolge, die zwischen dem 24. und 28. April unter 2058 registrierten Wählern durchgeführt wurde, glauben nur 34 Prozent der Befragten, das Land bewege sich in die richtige Richtung. 65 Prozent sehen die USA „auf dem falschen Weg“.

Eine Economist/YouGov-Umfrage, die zwischen dem 24. und 27. April unter 1.646 registrierten Wählern durchgeführt wurde, ergab, dass 32 Prozent glauben, das Land bewege sich in die richtige Richtung, während 62 Prozent das Gegenteil meinen. Und eine Reuters/Ipsos-Umfrage (gleicher Zeitraum, 1.269 Befragte) ergab, dass nur 19 Prozent glauben, das Land steuere in die richtige Richtung, während 64 Prozent der Ansicht sind, es sei auf dem „falschen Weg“.

Die Frage in Umfragen nach der generellen Richtung des Landes sei „ein ziemlich verlässlicher Gradmesser“, teilte Grant Davis Reeher, Professor für Politikwissenschaft an der Syracuse University, gegenüber Newsweek mit. „Normalerweise deuten Zunahmen bei der Antwort ‚falscher Weg‘ auf Probleme für den amtierenden Präsidenten oder die amtierende Partei hin. Daher würde dieses Ergebnis für sich genommen auf Probleme für die Republikaner bei den Midterms hindeuten. Dieses Mal ist jedoch die Beliebtheit der Demokraten ebenfalls extrem niedrig.“

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Reeher zufolge sind die Ergebnisse dennoch ein gutes Zeichen für die Demokraten, da Midterms „eher Reaktionen auf die vergangenen eineinhalb Jahre sind als auf die Zukunft“. Er fügte hinzu: „Für die Präsidentschaftswahl 2028 würde dies, falls diese negativen Ansichten bis dahin anhalten, den Wunsch nach einem Wechsel in der Führungsspitze nahelegen – und wiederum den Demokraten zugutekommen. Aber die Demokraten werden eine positive alternative Vision formulieren müssen, um daraus vollen Nutzen zu ziehen.“

Costas Panagopoulos, Professor für Politikwissenschaft an der Northeastern University, sagte gegenüber Newsweek, dass dieser „Indikator ein riesiges blinkendes rotes Warnsignal für die Republikanische Partei auf dem Weg zu den Midterms 2026 darstellt“.

„Unabhängig davon, wie die Realität aussieht, können die Wahrnehmungen darüber, ob sich das Land auf dem richtigen oder falschen Weg befindet, das Wahlverhalten beeinflussen.“ Zumal auch viele Anhänger der Republikaner unzufrieden mit der Trump-Regierung seien, merkt Panagopoulos an.

„Wenn die Midterms – wie üblich – ein Referendum über Trump und die Leistung der Republikaner sind, wird es schwer sein, diesen Gegenwind zu überwinden, insbesondere innerhalb weniger Monate. Die Republikaner werden 2026 eindeutig in der Defensive sein.“

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Zustimmungswerte für Trump ebenfalls im Keller – in allen Bereichen

Die ABC News/Washington Post-Umfrage zeigt außerdem, dass Trumps Zustimmungswert auf 37 Prozent gefallen ist, bei einer Ablehnungsquote von 62 Prozent – ein Rekordwert an Ablehnung in beiden seiner Amtszeiten als Präsident.

Trump startete in seine zweite Amtszeit mit einem Zustimmungswert von etwa 50 Prozent und einer Ablehnungsquote von etwa 44 Prozent, wie der Durchschnitt der Umfragen von RCP vom 27. Januar 2025 zeigt. Nach der Verhängung umfassender Zölle im April vergangenen Jahres verzeichnete er einen starken Einbruch. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar erlebt er erneut einen Rückgang.

Die ABC News/Washington Post-Umfrage ergab außerdem, dass die Befragten in allen getesteten wichtigen Politikfeldern – einschließlich Wirtschaft, Einwanderung, Inflation, Steuern und Außenpolitik – Trumps Umgang mit diesen Themen eher negativ als positiv bewerteten.

Eine Harvard CAPS/Harris-Umfrage, die zwischen dem 23. und 26. April durchgeführt wurde, ergab ebenfalls, dass Trumps Zustimmungswerte bei allen Schlüsselfragen einschließlich Wirtschaft, Außenpolitik und Einwanderung im negativen Bereich liegen. Die Erhebung zeigte, dass Trumps Zustimmungswerte bei der Bekämpfung der Inflation am schwächsten sind – mit nur 37 Prozent Zustimmung –, gefolgt von seinem Umgang mit dem Iran-Konflikt mit 39 Prozent Zustimmung.

Mit Blick auf seine Umfragewerte hatte Trump kürzlich gesagt: „Es ist ein Problem, dass ich nicht auf dem Stimmzettel stehe“, so der Präsident in einem Interview bei Newsmax. „Jeder sagt, wenn ich auf einem Stimmzettel wäre, würden wir einen Erdrutschsieg einfahren. Ich habe einige der besten Umfragewerte, die ich je hatte.“

(Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

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