Lage im Ticker

Ukraine-Krieg aktuell: Russland fliegt „eine der heftigsten Angriffswellen“ – Tote und Verletzte

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Russland beging laut Berichten eine der heftigsten Angriffs­wellen seit Beginn des Kriegs. In Kiew gab es mehrere Opfer.

Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Weitere Entwicklungen und News können Sie in unserem neuen Ticker nachlesen.

Update, 7:27 Uhr: Zahlreiche Einwohner von Kiew suchten während des Luftangriffs in der Nacht Schutz in U-Bahn-Stationen. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur Reuters zeigten, wie Rettungskräfte sich bei ⁠Sonnenaufgang durch die Trümmer eines neunstöckigen Gebäudes arbeiteten. Es war der schwerste russische Schlag gegen das Land seit Mitte Juni, so die Nachrichtenagentur.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 2. Juli, 6:48 Uhr: Mittlerweile melden Behörden aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens zehn Tote und 34 Verletzte bei der heftigen russischen Angriffswelle. Mehrstöckige Gebäude, darunter ein Hotel, seien in Brand geraten, einige Wohnhäuser wurden laut Kyiv Independent komplett zerstört. Dutzende Raketen und Marschflugkörper gingen demnach auf die Stadt nieder.

Ein Bericht sprach von „unglaublich lauten Explosionen“ in Kiew, die selbst in den tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar. Am frühen Morgen wurde zum wiederholten Mal der Luftalarm ausgelöst, verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner suchten in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele hätten dort laut Bericht Zelte aufgeschlagen, um die Nacht geschützt zu verbringen.

Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Informationen zu möglichen Schäden und Opfern lagen zunächst nicht vor.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Update vom 2. Juli, 5:14 Uhr: Die Informationen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben sich offenbar bewahrheitet. Mehrere Städte sind in der Nacht zur Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle russischer Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörper geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden der Deutschen Presse-Agentur zufolge am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet. Behörden melden mindestens elf Verletzte und ein Todesopfer. Die Zeitung Kyiv Independent spricht von „einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn“.

Kiew: Eine Frau blickt auf ein Wohnhaus, das nach dem russischen Raketenangriff in der Nacht auf den 2. Juli in Flammen steht.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj warnt vor „massivem russischen Angriff“ in der Nacht

Update, 22:39 Uhr: Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch heute einen massiven Angriff auf die Ukraine ausführen. Das sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland. 

Alle ein bis zwei Wochen führe Russland massive Angriffe mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen verschiedener Art aus, so der ukrainische Staatschef. „Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, sagte Selenskyj. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Die Menschen in seinem Land rief er auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen. 

Update, 18:42 Uhr: Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden. In Charkiw im Nordosten des Landes wurde bei Angriffen mit sieben Gleitbomben ein 15-Jähriger getötet und 32 weitere Menschen wurden verletzt, wie der Bürgermeister Ihor Terechow im Onlinedienst Telegram meldete. In der südlichen Region Odessa wurden Regionalgouverneur Oleh Kiper zufolge bei einem Raketenangriff, der ein Feuer auslöste, zwei Menschen getötet und 15 weitere verletzt.

Ukraine-Krieg: Erste Anklage wegen Nord-Stream-Sabotage

Update, 17:27 Uhr: Es gibt nun eine erste Anklage wegen der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022. Generalbundesanwalt Jens Rommel hat erstmals einen mutmaßlichen Saboteur der Nord-Stream-Pipelines angeklagt. Das berichten ARD, Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Dem Ukrainer Serhii K. werden demnach Angriffe auf zivile Energieinfrastruktur – nach Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen –, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie Zerstörung von Bauwerken vorgeworfen.

K. soll das Sabotageteam angeführt und das Kommando auf der Segeljacht „Andromeda“ gehabt haben, von der aus der Anschlag im Herbst 2022 ausgeführt wurde. Er sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft, nachdem er im vergangenen Sommer in Italien festgenommen worden war. Die Beweislast gegen K. soll erdrückend sein. Aus der Auslieferungshaft in Italien sprach er demnach am Telefon mit Verwandten und Bekannten über die Anschläge und belastete sich dabei selbst. Zudem fanden Ermittler auf seinem Mobiltelefon Beweise für seine Tatbeteiligung.

Update, 12.54 Uhr: Russland hat Pläne für eine neue Großoffensive gegen die Ukraine ausgearbeitet – darunter Szenarien zur Einnahme der Hauptstadt Kiew. Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj warnte im Interview mit dem Fernsehsender TSN vor einem möglichen Vorstoß aus Richtung der russischen Region Brjansk auf die Region Tschernihiw. Die Details in: Droht eine neue Großoffensive? Putins Generäle schmieden Pläne für den Norden.

Russlands Wirtschaft am Boden: Putins Armee schießt zurück – doch Ukraine-Dauerfeuer geht weiter

Update, 12:26 Uhr: Die Ukraine setzt ihre Strategie der sogenannten „Langstrecken-Sanktionen“ gegen Russlands Kriegswirtschaft fort – und trifft Moskau dort, wo es wehtut: im Energiesektor. Wie die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media berichtet, sank die tägliche Ölverarbeitung Anfang Juni auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. Die Hintergründe in: Russlands Wirtschaft am Boden.

Ukraine-Krieg aktuell: Kiew bittet EU um Freigabe von 6,6 Milliarden Euro für Militärhilfe

Update, 10:51 Uhr: Kiew drängt die EU-Mitgliedstaaten, freie Mittel aus einem europäischen Sonderfonds für die ukrainische Militärhilfe zu mobilisieren. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wandte sich dafür in einem Reuters vorliegenden Brief direkt an die Partner in der Europäischen Union.

Bei dem Sonderfonds der Europäischen Friedensfazilität (EFF) handelt es sich um einen bereits 2021 außerhalb des regulären EU-Haushalts eingerichteten Fonds, der inzwischen vorrangig der Unterstützung der Ukraine dient – verfügbar sind demnach noch 6,6 Milliarden Euro.

Ukraine-Krieg aktuell: Kiew verkündet neuen Schlag gegen Ölraffinerie in Ufa

Update, 10:01: Das ukrainische Militär hat die russische Ölraffinerie in Ufa erneut getroffen – sie liegt rund 1300 Kilometer von der Front entfernt. „Bereits zum zweiten Mal haben unsere Sanktionsantworten auf Russlands Hinauszögern des Krieges die Ölraffinerie in Ufa erreicht – einen der größten russischen Schmierstoffproduzenten“, erklärte Wolodymyr Selenskyj laut der Ukrajinska Prawda.

Ferner sei ein strategisches Objekt der russischen Kriegswirtschaft in der Region Pensa getroffen worden, so der ukrainische Präsident laut dem Bericht. Der Industriekomplex entwickle und produziere Komponenten für Raketenwaffen, mit denen Wladimir Putins Streitkräfte ukrainische Städte beschießen.

Update, 8.22 Uhr: Benzin ist in Russland vielerorts knapp geworden, denn die Ukraine hat Raffinerien mit Drohnenangriffen außer Betrieb gesetzt – jetzt zielen Moskauer Truppen auf die Treibstoffversorgung in der Ukraine. Russische Luftangriffe haben im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk über Nacht fünf Tankstellen getroffen.

Mehrere Brände seien ausgebrochen, teilte der Gouverneur des Gebiets auf Telegram mit. Eine Frau sei getötet worden, außerdem gebe es drei Verletzte. Der ukrainische Branchendienst Naftorynok hat seit April bereits mehr als 140 solcher Attacken gezählt. 

Die Angriffe auf ukrainische Tankstellen wirken wie eine Antwort auf die zunehmende russische sTreibstoffkrise. Russland, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte.

Ukraine-Krieg aktuell: Russische Armee attackiert nachts mit mehr als 130 Drohnen

Update, 7:48 Uhr: Russland hat die Ukraine in der Nacht zum 1. Juli mit einer Welle aus Drohnen und Raketen angegriffen – die Luftabwehr wehrte den Großteil ab. Laut ukrainischer Luftwaffe wurden 130 Kampfdrohnen sowie eine X-59-Lenkrakete abgefangen oder zum Absturz gebracht.

Wie die Ukrainska Prawda unter Berufung auf das Kommando der Luftstreitkräfte berichtet, kamen dabei Kampfflugzeuge, Flugabwehrraketen, Einheiten zur elektronischen Kampfführung sowie mobile Feuergruppen zum Einsatz. Zum Zeitpunkt der Meldung dauerte der Angriff noch an – mehrere feindliche Drohnen befänden sich weiterhin im ukrainischen Luftraum.

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj besiegelt Milliarden-Deal

Update, 1. Juli, 5:55 Uhr: Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat einen milliardenschweren Rüstungsdeal mit der Ukraine besiegelt. 16 Kampfjets vom Typ Gripen E sollen in die Ukraine geliefert werden – das Vertragsvolumen beläuft sich laut Reuters auf rund 2,54 Milliarden Dollar.

Über den genauen Lieferzeitpunkt herrscht Uneinigkeit: Präsident Selenskyj kündigte auf Telegram an, die ersten Maschinen sollten bereits 2027 eintreffen. Saab hingegen plant die Auslieferung der Kampfjets frühestens für die Jahre 2029 bis 2030. Die Vereinbarung, die Selenskyj gemeinsam mit Ministerpräsident Ulf Kristersson getroffen hat, beinhaltet zudem technische Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte.

Ukraine-Krieg aktuell: Kiews Streitkräfte attackieren von Russland genutzte Brücken

Update, 20:17 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben im Ukraine-Krieg zwei von russischen Truppen genutzte Brücken angegriffen. Das berichtet die Kyiv Post. Wie der ukrainische Generalstab mitteilte, wurden eine Straßenbrücke nahe Asow im besetzten Gebiet Saporischschja sowie eine Eisenbahnbrücke nahe Ichki auf der besetzten Krim getroffen.

Die Angriffe erfolgten am 29. Juni sowie in der Nacht zum 30. Juni und seien Teil der ukrainischen Kampagne zur Schwächung russischer Militär- und Wirtschaftskapazitäten, so der Generalstab. Demnach wurden zudem mehrere Drohnen-Kommandoposten und ein Kommandozentrum angegriffen. Das Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt.

Ukraine-Krieg aktuell: Euroclear geht in Belgien gegen russische Zentralbank vor

Update, 19:45 Uhr: Euroclear verklagt die russische Zentralbank vor einem belgischen Zivilgericht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Wertpapierverwahrstelle will damit ein russisches Urteil blockieren, das sie zur Zahlung von rund 220 Milliarden Euro Schadenersatz verpflichtet – wegen des Einfrierens russischer Vermögenswerte. Euroclear beruft sich auf die Einhaltung von EU-Sanktionen und bestreitet die Zuständigkeit russischer Gerichte. Die russische Notenbank bereitet nach eigenen Angaben eine Verteidigungsstrategie vor. Bei Euroclear in Brüssel liegt der Großteil der weltweit eingefrorenen russischen Vermögenswerte von rund 300 Milliarden Euro.

Update, 19:08 Uhr: Dänemark hat ein neues Militärhilfepaket für die Ukraine angekündigt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei soll es sich um rund 4,4 Milliarden dänische Kronen handeln (etwa 590 Millionen Euro), wie die dänische Regierung mitteilte. Von dem Betrag sollen 1,3 Milliarden Kronen in das sogenannte dänische Modell fließen, mit dem die Beschaffungskosten der Ukraine über dessen eigene Rüstungsindustrie finanziert werden. Zudem seien weitere Mittel für weitreichende Artilleriemunition vorgesehen, wie Reuters berichtet.

Sendeverbot von russischem Staatssender RT in Deutschland rechtmäßig

Update, 18:08 Uhr: Das Sendeverbot für den russischen Staatssender RT in Deutschland ist rechtmäßig. Das entschied das Berliner Verwaltungsgericht am Dienstag. Kurz vor Russlands Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 hatte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg einer mit russischen Staatsmedien zusammenhängenden Firma demnach zu Recht die Veranstaltung und Verbreitung des Programms untersagt, weil die Zulassung fehlte.

Die GmbH mit Sitz in Berlin wird inzwischen abgewickelt. Sie klagte gegen das Verbot und argumentierte, dass ihre sogenannte Großmuttergesellschaft TV Nowosti das Programm gestalte. Sie selbst produziere nur und liefere einzelnen Sendungen zu. Dieser Argumentation folgte das Gericht aber nicht, weil sich die Firma vor dem Sendestart mehrmals öffentlich anders geäußert habe.

Greenpeace: Russische Schattenflotte fährt öfters an Ostseeküste entlang

Update, 17:32 Uhr: Nach Angaben von Greenpeace sind mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte zuletzt dichter an der deutschen Ostseeküste entlanggefahren. Laut Auswertungen der Umweltschutzorganisation hielten die Schiffe in den zurückliegenden Monaten verstärkt Abstand von der schwedischen Küste. Schweden war zuletzt strikter gegen mutmaßliche Schattenflotten-Tanker vorgegangen und hatte Schiffe gestoppt.

Der Analyse zufolge wählten zwischen dem 6. März und dem 16. Juni 42 von insgesamt 136 Tankern, die Greenpeace der Schattenflotte zurechnet, eine längere Route nahe Rügen entlang der deutschen Küste. Im gleichen Vorjahreszeitraum sei es kein einziger gewesen.

Russland führt Gespräche mit anderen Ländern über Spritimporte

Update, 15:48 Uhr: Die Rohstoffmacht Russland führt nach Kremlangaben Gespräche mit anderen Ländern über mögliche Kraftstoffimporte. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte dies der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge in Aussicht, wenn Vereinbarungen zu annehmbaren Preisen erreicht würden. Das wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Markt zu stabilisieren, und ziele darauf, Panikkäufe abzuwehren. Konkrete Länder nannte er nicht. Aber es bestünden Kontakte, sagte Peskow.

Auch Vize-Regierungschef Alexander Nowak hatte Importe als mögliche Maßnahme genannt, um Stabilität auf dem heimischen Treibstoffmarkt zu sichern. 

Ukraine-Krieg aktuell: EU unterstützt Kiew bei Drohnenbeschaffung

Update, 13:18 Uhr: Die Ukraine erhält erste Mittel aus dem 90 Milliarden Euro schweren EU-Unterstützungsdarlehen für die Beschaffung von Drohnen. Die Europäische Kommission beginne am Dienstag mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, teilte sie mit. Insgesamt sollen in einer ersten Tranche sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kiew fließen. Drohnen gelten demnach als Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem russischen Angriffskrieg standzuhalten.

„Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas zu stärken“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen folgen. Das Geld dient laut Kommission der Drohnenbeschaffung und soll zugleich auch Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme abdecken. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bedankte sich bei der EU und ihren Partnern für die „rechtzeitige Unterstützung“. „Sie hilft uns bei dringendem Verteidigungsbedarf, erweitert die Produktion ukrainischer Drohnen, stärkt unsere Rüstungsindustrie und gewährleistet wichtige Lieferungen an die Front“, schrieb sie auf X.

Ukraine-Krieg aktuell: Baby bei Luftangriff auf Moskau getötet

Update, 10:48 Uhr: Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau ist nach Angaben russischer Behörden ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen. Eine Drohne habe in der Stadt Jegorjewsk, rund 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, ein Wohnhaus in Brand gesetzt, erklärte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, in sozialen Netzwerken. Das verletzte Kind sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Worobjow zufolge wurden zudem 60 Drohnen über Orten rund um Moskau abgeschossen oder elektronisch außer Gefecht gesetzt. Offizielle Angaben zu möglichen Zielen und Einschlägen machte er nicht; entsprechende Informationen wurden auch in sozialen Netzwerken zunächst nicht veröffentlicht. Bereits am 18. Juni hatten ukrainische Drohnen bei einem Großangriff nach russischen Angaben den Luftverteidigungsring um Moskau durchbrochen und eine Raffinerie in der Hauptstadt getroffen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht auf Dienstag seien landesweit 419 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Im an die Ukraine grenzenden Gebiet Belgorod kam nach örtlichen Angaben bei einem Drohnenangriff ein Mann ums Leben, vier weitere Menschen wurden verletzt.

Ukraine-Krieg aktuell: Neue Zahlen zu Russlands Verlusten

Update, 9:53 Uhr: Russische Truppen setzen die ukrainischen Streitkräfte nach Angaben des Generalstabs entlang der gesamten Frontlinie weiter unter Druck. Demnach wehrten die ukrainischen Verteidigungskräfte innerhalb der vergangenen 24 Stunden 227 russische Vorstöße ab. Das teilte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook mit (Stand: 08:00 Uhr am 30. Juni).

„Gestern [29. Juni] führten die Russen zwei Raketenangriffe mit drei Raketen sowie 78 Luftangriffe durch und warfen 237 gelenkte Bomben ab. Darüber hinaus setzten die Russen 9618 Kamikaze-Drohnen ein und führten 2835 Angriffe auf Siedlungen und Stellungen unserer Truppen durch, darunter 35 mit Mehrfachraketenwerfern“, heißt es in der Mitteilung.

Update, 9:23 Uhr: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs innerhalb der vergangenen 24 Stunden 1350 Soldaten getötet oder verwundet; damit seien die gesamten Personalverluste seit Beginn der großangelegten Invasion auf 1.403.550 gestiegen. Das teilte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook mit. Demnach werden die gesamten Kampfverluste Russlands im Zeitraum vom 24. Februar 2022 bis zum 30. Juni 2026 wie folgt geschätzt (Zahlen in Klammern geben die jüngsten Verluste an):

  • rund 1.403.550 (+1350) Militärangehörige
  • 12.067 (+1) Panzer
  • 24.851 (+6) gepanzerte Kampffahrzeuge

Erstmeldung: Während Kiew im Ukraine-Krieg die Drohnenattacken gegen russisches Territorium intensiviert und Moskau in der Nacht zum Dienstag einen Großangriff auf seine Hauptstadt meldete, verdichten sich zugleich die Spannungen zwischen Wolodymyr Selenskyj und einem seiner wichtigsten Verbündeten: Polen. Parallel dazu geraten Russlands Schattenflotten-Tanker in deutschen Küstengewässern zunehmend ins Blickfeld, ohne dass die Behörden bislang entschieden eingreifen.

Ukraine-Krieg aktuell: Neue Drohnenattacken gemeldet

In der Nacht zum Dienstag wurde Moskau nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin von einer großangelegten ukrainischen Drohnenattacke getroffen. Die Luftabwehr habe insgesamt 50 unbemannte Luftfahrzeuge abgeschossen, die auf die Hauptstadt zugesteuert seien. Flugbeschränkungen wurden für die Flughäfen Domodedowo und Schukowski verhängt. Videoaufnahmen des Telegram-Kanals Exilenova+ zeigten Drohnen über Moskau sowie Explosionen und einen Brand in der Stadt Jegorjewsk.

Im Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen im Ukraine-Krieg wurden zwei Einschläge in Dubna gemeldet – einer Stadt, in der sich mit dem Kronstadt-Werk und dem Konstruktionsbüro Raduga gleich zwei bedeutende russische Rüstungsbetriebe befinden, die unter anderem Marschflugkörper des Typs Kh-101 produzieren. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, landesweit seien in der Nacht 419 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Angaben zu Opfern oder Sachschäden machte Moskau zunächst nicht.

Bereits in den Tagen zuvor hatte die russische Luftabwehr nach eigenen Angaben 660 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland in den vergangenen Monaten systematisch ausgeweitet und nimmt dabei vor allem Energieinfrastruktur ins Visier.

Rubriklistenbild: © Danylo Antoniuk/picture alliance/dpa/AP

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare