Angriff auf Jemen

„Signal-Leak“ löst bei US-Bürgern Sorgen über Militär-Kommunikation aus

Die Kontroverse um Signal in den USA bringt selbst Republikaner dazu, die Regierung in Frage zu stellen. Donald Trump kritisiert unterdessen Medien und den Messaging-Service.

Washington – Donald Trump muss nach dem Signal-Skandal schon wieder Kritik von seiner Regierung abwenden. Auch in den eigenen Reihen wird der Gegenwind stärker. Nach einer neuen Umfrage halten 60 Prozent der Republikaner das militärische Leck der Trump-Administration für ein sehr oder ziemlich ernstes Problem.

Hintergrund: Atlantic-Chefredakteur Jeffrey Goldberg wurde versehentlich zu einer ungesicherten Signal-Gruppennachricht zwischen hochrangigen Beamten – darunter Vizepräsident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth – hinzugefügt, in der Pläne für einen bevorstehenden Militärschlag im Jemen besprochen wurden.

60 Prozent der Republikaner sehen in Signal-Skandal der USA ein ernstes Problem

Die YouGov-Umfrage vom Tag nach der Veröffentlichung dieser Informationen ergab, dass die meisten Amerikaner – 74 Prozent – ​​das Verhalten der Beamten der Trump-Regierung als sehr (53 Prozent) oder eher (21 Prozent) ernstes Problem ansehen.

89 Prozent der Demokraten, 72 Prozent der Unabhängigen und 60 Prozent der Republikaner halten das Durchsickern von Informationen über Militäroperationen für sehr oder eher ernst.

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Europa zweifelt nach Signal-Skandal an Sicherheit militärischer Daten in den USA

Auch in Europa löst das Sicherheitsleck in der US-Administration Sorge über die künftige Zusammenarbeit aus. Der britische Oppositionspolitiker Ed Davey stellte laut einem Bericht von CBS-News im Parlament die Frage aller Fragen: „Kann Großbritannien Amerika seine Geheimnisse noch anvertrauen?“

Mit direkter Kritik ist Europa allerdings vorsichtig, da die USA nach wie vor ein wichtiger Partner sind. Der britische Premierminister Keir Starmer warnte als Antwort vor einem Bruch mit Donald Trump: „Wir arbeiten täglich mit den Vereinigten Staaten zusammen“, sagte Starmer. „Unsere Beziehungen zu den USA in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen abzubrechen, ist weder verantwortungsvoll noch ernsthaft.“

Die französische Tageszeitung L‘Express titelte: „Streng geheime Pläne durchgesickert – was wir über den großen Fehler der Trump-Regierung wissen.“ In Italien lautete die Schlagzeile der Zeitung Il Fatto Quotidiano: „Parasitisch, gemein und ein Hassobjekt – Vance und Hegseth enthüllen, was Trumps USA von ihren Nato-Verbündeten halten.“

Donald Trump attackiert nach Chat-Skandal den Messengerdienst Signal.

US-Präsident Trump greift nach Chat-Skandal den Messengerdienst Signal an

Trump selbst äußert sich öffentlich bisher nicht kritisch über seine Mitarbeiter. Er beschränkt sich auf Anschuldigungen gegen die Medien, die seine Regierung schwächen wollen. Außerdem greift er den Chat-Anbieter Signal an.

„Ich möchte herausfinden, ob ein Fehler vorliegt oder ob Signal nicht funktioniert. Es könnte sein, dass Signal kein besonders gutes Unternehmen ist“, sagte er“, einem CNN-Bericht zufolge. (lm)

Rubriklistenbild: © Tuxen Ladegaard Berg/imago/MCNAMEE/afp/Montage

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