Trump-Sprecherin räumt Fehler ein

US-Energieminister verbreitet Fake-News über Hormus-Straße – und löscht Post kommentarlos

Eine Lüge über die Straße von Hormus erschüttert die Ölmärkte. Trumps Sprecherin muss den Irrtum korrigieren – der Iran nutzt die Blamage prompt für eine Drohung.

Folgenreicher Fehler von US-Energieminister Chris Wright: Mit einem unzutreffenden Post über angeblich erfolgreichen Geleitschutz der US-Marine für einen Öltanker durch die Straße von Hormus hat der 61-Jährige die weltweiten Ölpreise am Dienstag vorübergehend auf Talfahrt geschickt. Das Dementi folgte auf dem Fuß: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, musste klarstellen, die US-Marine habe „bislang keinen Tanker oder ein anderes Schiff eskortiert“.

US-Energieminister Chris Wright verbreitet eine Falschbehauptung über die Straße von Hormus – kurz darauf sank der Ölpreis. (Archivfoto)

Auf X hatte der Trump-Minister noch gejubelt: „Die US-Marine hat erfolgreich einen Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert, um sicherzustellen, dass Öl auf die Weltmärkte fließt.“ In einem angehängten Video sagte er, dies sei bereits vor 36 Stunden passiert. Zudem kündigte Wright an, weitere Schiffe würden folgen. Kurze Zeit später verschwand die Botschaft jedoch ohne weitere Erklärung aus seinem Online-Profil.

Iran-Krieg: Revolutionsgarden drohen mit Angriffen auf die Straße von Hormus

Die Ölpreise waren nach des Posts von Chris Wright massiv eingebrochen. Die Nordseemarke Brent und die US-Sorte WTI verloren zwischenzeitlich mehr als 15 Prozent an Wert. Nach der Richtigstellung zogen die Ölpreise wieder an. US-Präsident Donald Trump hatte festsitzenden Öltankern bereits vor einer Woche eine Eskortierung durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman in Aussicht gestellt. Seither passierte allerdings nichts. Stattdessen drohten die iranischen Revolutionsgarden US-Schiffen mit Angriffen.

Daber wurden auch die iranischen Revolutionsgarden auf Post aufmerksam. Sie bezeichneten die Angaben des US-Energieministers als „reine Unwahrheit“. Ein Sprecher erklärte, kein US-Kriegsschiff habe es „während des Krieges gewagt, sich dem Golf von Oman, dem Persischen Golf oder der Straße von Hormus zu nähern“.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

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„Wir empfehlen den Amerikanern, sich vor jeder Entscheidung an das Feuer auf dem US-Supertanker ‚Bridgeton‘ im Jahr 1987 und an die unlängst angegriffenen Öltanker zu erinnern“, sagte der Sprecher außerdem. Die ‚Bridgeton‘ war im Iran-Irak-Krieg auf eine Mine aufgelaufen. Obwohl der Supertanker seine Fahrt fortsetzte und kein Besatzungsmitglied verletzt wurde, galt der Vorfall als Propaganda-Erfolg für das Mullah-Regime im Iran.

Straße von Hormus: Trump-Sprecherin räumt Fehler ein, bleibt jedoch vage

Kurz darauf trat Trumps Sprecherin Leavitt vor die Presse und musste den Fehler einräumen. Geleitschutz für Tanker bleibe aber grundsätzlich eine Option, betonte sie. Trump habe angekündigt, dass er diese „bei Bedarf zum geeigneten Zeitpunkt auf jeden Fall nutzen“ werde.

Leavitt ließ die Frage unbeantwortet, ob der Fehler dem Energieminister selbst oder einem Mitarbeiter unterlaufen sei. Sie habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit Wright zu sprechen, sagte sie. Der 61-jährige Geschäftsmann verdankt seinen Posten laut US-Medienberichten vor allem seinen hohen Spenden an Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2024.

Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, gilt als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Straße von Hormus nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran vor am 28. Februar für geschlossen erklärt.

Trumps Sprecherin wird bei ihren Pressekonferenzen im Weißen Haus nicht müde, etablierten Medien wie CNN oder der New York Times die Verbreitung angeblicher „Fake News“ zu unterstellen. Oft greift die 28-jährige Leavitt erfahrene Journalistinnen und Journalisten persönlich an – besonders wenn sie aus ihrer Sicht unzutreffend über Trump berichten.

Trump verkündet baldiges Ende des Iran-Kriegs – zur Verwunderung von Israel

Donald Trump hatte am Montag erstmals ein rasches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt. Später kündigten die USA jedoch weitere Angriffe an. Auch Israel und der Iran widersprachen Trumps Angaben zu einem baldigen Kriegsende.

Der US-Präsident steht wegen der gestiegenen Spritpreise innenpolitisch unter Druck. Er hatte den Wählerinnen und Wählern immer wieder stark sinkende Verbraucherpreise versprochen. Seine Republikaner sind wegen der wichtigen Zwischenwahlen („Midterms“) zum Kongress im November nervös. In einigen Bundesstaaten finden bereits Vorwahlen statt. (Quellen: AFP, dpa, X) (nak)

Rubriklistenbild: © Ting Shen/AFP

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