Wegweisende Maßnahme

10-Milliarden-Plan: Pistorius und Bundeswehr drücken für Drohnen-Armee jetzt aufs Tempo

Es geht um viel Geld: Boris Pistorius kündigt an, dass Deutschland „Drohnen aller Art“ bestellt. Eine Express-Maßnahme der Bundeswehr läuft bereits.

Celle - Das Gebaren des Kreml-Autokraten Wladimir Putin macht europaweit große Sorgen. Während ein Bundeswehr-General eindringlich vor Putins russischem Regime warnt, bereiten die Europäer das „European Air Shield“ als Anti-Drohnen-Schutzmauer an der Ostflanke der Verteidigungsallianz NATO vor. Dass dies nach langem Zögern nun offenbar unter Hochdruck geschieht, verdeutlicht eine aktuelle Maßnahme der Bundeswehr.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lässt mögliche Drohnen für die Bundeswehr testen. Der Drohnenhersteller Avilus hatte seine unbemannten Luftfahrzeuge „Grille“, „Wespe“ und „Bussard“ bereits vorgestellt. (Symbolfoto)

Der blutige Ukraine-Krieg dient schließlich als mahnendes Beispiel. Und so drücken die deutschen Streitkräfte und die schwarz-rote Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Thema Drohnen-Armee jetzt wohl mächtig aufs Tempo. Wie das sicherheitspolitische Fachmagazin CPM Defence Network berichtet, hat die Bundeswehr die deutsche Drohnen- und Rüstungsindustrie zu gemeinsamen Vorführungen und Tests eingeladen. Die gemeinsamen Begutachtungen laufen demnach aktuell.

Drohnen-Armee für die Bundeswehr: Boris Pistorius will zehn Milliarden Euro investieren

„Gerade jetzt ist es entscheidend, praktische Antworten auf diese wachsende Bedrohung zu finden, deshalb lädt die Bundeswehr vom 20. bis 24. Oktober 2025 auf den Truppenübungsplatz Bergen ein“, zitiert das Fachmagazin aus einer Stellungnahme des Cyber- und Innovationshubs der Bundeswehr (CIHBw). Der Truppenübungsplatz Bergen liegt in Niedersachsen bei Celle zwischen Bremen, Hannover und Hamburg.

Die Beschaffung unbemannter Luftfahrzeuge für das deutsche Militär soll durch diese Austauschplattform enorm beschleunigt werden, heißt es in dem Bericht. Unternehmer, Start-ups und Entwickler konnten sich anmelden, es seien schnell alle Plätze belegt gewesen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass Deutschland „in den kommenden Jahren zehn Milliarden Euro für Drohnen aller Art, aller Höhen, in Angriffs- und Verteidigungsdrohnen investieren“ werde.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
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Deutschland soll nach den Vorstellungen Berlins und seiner europäischen NATO-Partner eine Führungsrolle beim „European Air Shield“ übernehmen, während die Bundeswehr etwa auch die militärische Zusammenarbeit mit Island forciert. Um welche Drohnen es konkret geht, ist bislang unklar. In den vergangenen Monaten waren zum Beispiel immer wieder die Kampfdrohnen HF-1 und HX-2 des Münchner Herstellers Helsing in den Fokus gerückt, mit der die Ukraine die russische Invasionsarmee bekämpft.

Militärexperte forderte sehr viele Kampfdrohnen für die deutsche Bundeswehr

Militärexperte Dr. Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München hatte bei „Markus Lanz“ im ZDF sehr viele solcher K-betriebener Kampfdrohnen für die künftige „Brigade Litauen“ an der NATO-Ostflanke gefordert. Laut Sauer könnten solche Drohnen „auf bis zu 100 Kilometer Distanz“ gegnerische Gefechtsfahrzeuge wie Panzer bekämpfen. Sauer: „Damit klar ist: Wenn russische Panzer nach Litauen rein wollen, fällt auf jeden russischen Panzer, wenn es so weit käme, mindestens eine, wenn nicht zwei oder drei von diesen Teilen.“ (Quellen: CPM Defence Network, dpa, ZDF) (pm)

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