Trump erhöht Druck auf Iran

Lage im Iran: Gespräche werden fortgesetzt – Trump schickt weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Donald Trump erhöht den Druck auf Teheran im Atomstreit. Laut US-Medien soll sich die „Gerald R. Ford“ der „Abraham Lincoln“ anschließen.

Donald Trump erhöht den Druck auf das Mullah-Regime im Iran. Im Streit über Teherans Atom- und Raketenprogramm schickt der US-Präsident offenbar einen weiteren Flugzeugträger-Verband in den Nahen Osten. Die Besatzung der „USS Gerald R. Ford“ sei bereits über die Entscheidung informiert worden, meldete die New York Times unter Berufung auf vier US-Beamte. Auch CBS News berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider über entsprechende Vorbereitungen des Pentagons.

Von Venezuela in den Nahen Osten: Der US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford ist der größte seiner Art weltweit (Archivbild).

Ende Januar hatte Trump den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und seine begleitenden Kriegsschiffe in die Golfregion geschickt, um angesichts der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste im Iran den Druck auf Teheran zu erhöhen. Die Schiffe sind weiterhin in der Region. Die „Gerald R. Ford“ und deren Begleitschiffe sollen sich dem nun demnach anschließen. Der Verband werde voraussichtlich nicht vor Ende April oder Anfang Mai zurückkehren, berichtete die New York Times. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen der US-Zeitung Wall Street Journal bereits in der Golfregion. 

Lage im Iran: Trump baut Drohkullisse auf – zweiter US-Flugzeugträger soll in Nahen Osten verlegt werden

Mit Blick auf den Iran hatte Trump kürzlich in einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios gesagt, er erwäge, einen zweiten Flugzeugträger samt der zugehörigen Schiffe für einen möglichen Angriff in die Region zu entsenden. „Entweder wir schließen ein Abkommen oder wir müssen wie beim letzten Mal sehr harte Maßnahmen ergreifen“, sagte Trump. Es müsse „ein gutes Abkommen“ sein, der Iran sei in den vergangenen Jahren „sehr unehrlich“ zu den USA gewesen.

Die USA und das Mullah-Regime in Teheran hatten Anfang Februar in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen über das iranische Atomprogramm begonnen. Trump stellte danach eine Fortsetzung in Aussicht – ein genauer Termin dafür steht aber bisher nicht fest. Am Donnerstag (12. Februar) warnte Trump laut der Nachrichtenagentur AFP noch einmal vor „sehr traumatischen“ Konsequenzen, sollte der Iran kein neues Atomabkommen akzeptieren.

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„USS Gerald R. Ford“

Die „USS Gerald R. Ford“ ist ein nukleargetriebener Flugzeugträger der United States Navy. Das Schiff ist nach dem 38. Präsidenten der Vereinigten Staaten benannt, der während des Zweiten Weltkriegs als Marineoffizier auf dem leichten Flugzeugträger „USS Monterey2 diente. Die „Gerald R. Ford“ wurde am 22. Juli 2017 offiziell in Dienst gestellt und gilt als der modernste und am höchsten entwickelte Flugzeugträger der Welt.

Der Flugzeugträger ist 333 Meter lang und stellt eine technologische Weiterentwicklung der Nimitz-Klasse dar. Mit geschätzten Gesamtkosten von 13 Milliarden US-Dollar gilt die „Gerald R. Ford“ als das teuerste Kriegsschiff der Welt. Der Stapellauf fand am 9. November 2013 statt, wobei das Schiff von Susan Ford Bales, der Tochter des Namensgebers, getauft wurde. Die Ford-Klasse ist mit mehreren technologischen Innovationen ausgestattet und soll die Nimitz-Klasse nach und nach ersetzen. Das Schiff ist Teil der schnellen Eingreiftruppen der US-Navy.

Die „Gerald R. Ford“ war ursprünglich im Juni in See gestochen. Im Zuge des zunehmenden Drucks der US-Regierung auf Venezuela hatte Trump sie bald in die Karibik entsandt, wie die New York Times berichtete. Demnach waren einige auf dem Flugzeugträger stationierte Flugzeuge an dem US-Militäreinsatz in Venezuela am 3. Januar beteiligt, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen worden war. Wie lang die „Gerald R. Ford“ oder die „Abraham Lincoln“ im Nahen Osten bleiben sollen, war unklar. (Quellen: NY Times, CBS News, Wall Street Journal, Axios, dpa, AFP) (cs)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Gerard Bottino

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