Viele ranghohe Vertreter getötet
Trump nennt konkreten Zeitraum für Ende des Iran-Kriegs – und spricht über weitere Ziele
Donald Trump stellt die USA auf einen längeren Militäreinsatz gegen den Iran ein und warnt bereits vor weiteren Opfern.
Die USA und Israel griffen am vergangenen Samstagmorgen (28. Februar) den Iran an. US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem bis zu vierwöchigen Militäreinsatz. In einem Interview mit der britischen Zeitung Daily Mail sagte er: „Es war schon immer ein etwa vierwöchiger Prozess, also – so stark er auch ist, es ist ein großes Land, es wird vier Wochen dauern – oder weniger.“ Am Vortag hatte Trump noch zu Axios gesagt, er könne „aufs Ganze gehen und die komplette Sache übernehmen oder es in zwei oder drei Tagen beenden“. Nach dem Tod von drei US-Militärangehörigen drohte der US-Präsident laut Daily Mail zudem mit „Rache“ und warnte, es werde „leider wahrscheinlich“ weitere Todesopfer in den Reihen der US-Armee geben.
Offenbar stellt sich auch Israel auf längere Angriffe ein. „Israel hatte sich dazu noch nicht geäußert, hat aber heute zusätzliche 100.000 Reservisten eingezogen“, kommentierte die Iran-Expertin Natalie Amiri im Gespräch mit ORF eine mögliche Dauer. Das bedeute, es sei nicht klar, wie intensiv und mit welchem Ziel die Angriffe durchgeführt würden. „Ist das Ziel Regime-Change oder will man das Regime so schwächen, um es wieder an den Verhandlungstisch zu bringen?“, so Amiri weiter. Unklar sei auch, wie das Regime reagiere, wenn einer nach dem anderen ermordet werde. „Wie verhalten sich die Sicherheitskräfte, wie verhalten sich die Revolutionsgarde, die Basidsch-Milizen?“
Das sagt Trump über die Ziele der Angriffe im Iran
Der iranische Staats- und Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei war bei den Angriffen getötet worden, wie das iranische Staatsfernsehen bestätigte. Dabei sind israelischen Angaben zufolge 40 weitere Mitglieder der iranischen Führung ums Leben gekommen. US-Präsident Trump gab sich nicht überrascht von den Entwicklungen bisher. „Nein, ich denke, es läuft wie geplant. Wissen Sie, abgesehen davon, dass wir ihre gesamte Führung ausgeschaltet haben – viel, viel mehr, als wir gedacht hatten. Es sieht nach 48 aus“, sagte er Daily Mail.
Der Tod von Chamenei und der Führungsriege bedeutet aus Sicht von Experten allerdings noch keinen Regimewechsel. Trump forderte die Revolutionsgarde und die iranische Militärpolizei dringend auf, „die Waffen niederzulegen und volle Straffreiheit zu erhalten oder den sicheren Tod zu riskieren“. Das iranische Volk rief er zum Sturz des Regimes auf. Wie ein Iran ohne das Regime in Zukunft genau aussehen könnte, ist derzeit nicht klar.
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In dem Sohn des früheren Schahs, Reza Pahlavi, sieht die Nahost-Expertin Amiri eine mögliche Führungsfigur und einen wichtigen Baustein für die Destabilisierung des Regimes. „Er hat versprochen, dass er nur eine Übergangsfigur sein wird“, kommentiert die Expertin. Laut Bericht der Daily Mail zeigte sich auch der US-Präsident hoffnungsvoll, dass sich nach dem Ende der US-amerikanischen und israelischen Angriffe eine Demokratie im Iran entwickeln könnte. „Ja“, antwortete er auf die Frage der britischen Zeitung. „Es wird sehr interessant sein, das zu beobachten, aber es kann vieles passieren, und es könnten auch sehr positive Dinge passieren.“ (Quelle: Daily Mail, AFP, dpa, ORF, Axios) (bme)
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